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CIRCAMERICA enRoute
Montag, 01 November 2021 08:52

86 - 51 - 7 -21

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Leider keine Modelmaße !

Seit 86 Tagen sind wir mit der BELUGA zwischenzeitlich unterwegs. Am 7.8.2021 starteten wir in Glückstadt in der Elbe. Der Weg führte uns über Helgoland nach Den Helder. Vor Ramsgate mussten wir den Weg nach A Coruna abbrechen um in Dünkirchen unsere Probleme mit dem von der Yachtwerft in Glückstadt eingebauten Antrieb beheben zu lassen. Der Vorwärtsgang liess sich immer schlechter einlegen. Als wir in Dünkirchen lagen, ging der Vorwärtgang überhaupt nicht mehr rein. Diagnose: Getriebeschaden aufgrund abgenutzen Kupplungslamellen (nach 100 Betriebsstunden). Die ganze Story findest Du in unseren Blogs sehr detailliert. Während dieser absurden Vorgehensweise wird YANMAR bei uns nur noch als Angelshop bezeichnet. Als Sinnbild für ignorante Kommunikation und arrogantem Umgang mit den Problemen und den Kunden.


In Dünkirchen lagen wir dann geschlagene 51 Tage an einem Liegeplatz der alles andere als geeignet war so lange zu liegen: Die Fischerboote legen morgens um 03:00 mit viel Getöse ab. Die Hydraulikaggregate lärmen ab diesem Zeitpunkt auf Hochtouren. Danach gehts mit Vollgas aus dem Hafen auf Fang. Die Wellen laufen merklich in den Hafen und sorgen so für "Hochseefeeling". Die lange Liegezeit ist YANMAR geschuldet. Die kamen mit ihrem Kundenservice nicht in die Puschen. Tag um Tag verzögert sich die Lieferung des Getriebes. Der Versuch den YANMAR Servicedealer zu wechseln endete in einem Fiasko und verzögerte die ganza Sache nochmals. Eine unendliche und unsägliche Geschichte gleichermassen.


Ganze 7 Tage war die BELUGA seit dem 7.8.2021 in der Lage voran zu kommen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir hatten uns im Vertrauen auf eine grosse Marke "was richtig Gutes" ausgesucht. War wohl ein Griff ins Klo.  Muss man damit rechnen, wenn man einen YANMAR Antrieb hat, weniger als 10% der Zeit fahren zu können? 90% der Zeit gibt uns YANMAR die Chance Land uns Leute kennen zu lernen ... NEIN, tun sie nicht ! Da YANMAR keinerlei zeitliche Planung, aber wohl ein viel zu grosses Ego hat, besteht jederzeit die Möglichkeit, dass ein YANMAR Techniker vor dem Schiff steht, klopft und etwas arbeiten will. Ist keiner zu Hause, so verschwindet dieser wieder. Angeblich wegen hoher Auslastung kommt er frühestens Wochen später wieder.


Seit dem 10.10.2021 liegen wir in Cherbourg. Zwischenzeitlich mehr als 21 Tage. Noch immer ist allerdings kein Ende in Sicht. YANMAR hat sich verkrochen und will mit seinen Ingeneuren die Daten und Fakten untersuchen, welche sie vor 2 Wochen ! an Bord erhoben hatten. Offensichtlich scheint diese Statistik eine Weltfirma wie YANMAR nicht wirklich zu beeindrucken. Die aktuelle (mir bekannte) Faktenlage stellt sich aktuell wie folgt dar: YANMAR behauptet dass der Propeller von der Yachtwerft falsch eingestellt worden wäre. Dieser hätte zu viel Steigung und erzeuge so zu viel Druck auf das Getriebe. Das lasse die Kupplungslamellen überlasten (zuletzt nach 40 Betriebsstunden). Daher muss der Propeller (Maxprop Classic) durch eine Krankaktion im Rahmen des Getriebetausches entsprechend neu eingestellt werden. YANMAR hatte festgestellt, dass die Maschine noch nie mit der Maximaldrehzahl von 3200rpm unterwegs war. Mit steigender Drehzahl nehmen die Vibrationen im Schiff zu. Das ist zwar immer so, aber nicht immer so stark. Das könnte auch begründen, warum wir bei einer mehrstündigen Fahrt mit 2400rpm den Ropecutter auf der Welle losgerüttelt hatten. Was unseren Zwischenstopp in Boulogne sur Mer begründete. Der Haftentaucher hatte dies dort festgestellt und den Ropecutter neu befestigt.

Die Yachtwerft erklärte mir, dass sie sich dies nicht erklären können, wurde das Ganze doch von mehreren Experten gerechnet. Soviel zu Ingeneuren, Theorie und Praxis. Offensichtlich ist das ZF Getriebe zusätzlich derart knapp berechnet, dass eine an der Obergrenze berechnete Steigung vom Getriebe nicht bewältigt werden kann und bereits nach 40 Betriebsstunden kaputt ist. Da scheint sich wohl ein Kaufmann im Hause YANMAR zu Gunsten der Kosten durchgesetzt zu haben ? Was allerdings an einem 3ten Getriebe günstiger sein soll, erklärt sich mir nicht. Abgesehen von der Tatsache, dass wir lautstark unsere Story erzählen. Wer mich heute nach YANMAR fragt, bekommt von mir die Antwort: Lass die Finger weg, die Produkte sind nicht ausgereift und/oder geeignet. Diese Bemerkungen sind auf diversen Foren bereits zu finden. Ob das unterm Strich aufgeht ? Nach all den Fakten und Erkenntnissen scheint es YANMAR noch immer nicht eilig zu haben die Misstände zu lösen.

Daher sind wir an diesem Halloween Wochenende noch immer in Cherbourg. Wetter ist katastrophal: Regen, Wind und Kalt. Es wird eben langsam auch hier Winter. Also ist auch heute ein Ausflug eher nicht angesagt.

 

 

 

 

Gelesen 2364 mal Letzte Änderung am Dienstag, 02 November 2021 10:55