Ralph Baumann

Ralph Baumann

Samstag, 27 November 2021 10:30

Orkan in Cherbourg

Orkanartike Boen rauschen durch Cherbourg. Ralph, als früher Vogel , ist seit einiger Zeit wach. Er erweitert das Bordnetz um einige Funktionen. Plötzlich um 10:00 herrscht Aufruhr am Steg. In Böen hat unsere Windex bereits mehrfach über 50kn Wind (TWS=True Wind Speed) angezeigt. Der Maximalwert habe ich um kurz vor 07:00 mit 56kn beobachtet. Das sind deutlich über 100km/h. Da haben selbst die französischen Schafe keine Locken mehr :-)

Eine wenige Plätze neben uns liegende Nauticat 32 hat die Vorleinen abgerissen und treibt, nur noch mit einer Leine am Steg, im Hafenbecken. Sollte diese Leine auch noch brechen, dann geht die NC32 auf unbemannten Kollisionskurs mit den Schiffen des Nachbarstegs. Das Marinapersonal taucht mit Dinghy auf, um die NC32 wieder auf ihren Platz zu schubsen. Mehrere umliegende Yachties stehen am Steg um zu helfen. Alle mit sehr guten Ratschlägen. Da die Marina-Jungs und die Yachties ziemlich hilflos erscheinen, habe ich eine ordentlich dicke Leine von der BELUGA geholt. Das Dinghy bringt die NC32 in Position und einer der Yachtis steigt über. Nimmt den dicken Festmacher und belegt diesen auf der Bugklampe. Danach gemeinschaftliches "Seilziehen". Wenige Minuten später lag die NC32 wieder fest am Steg. Nicht optimal aber sicher. Am Nachmittag kam der Eigner. Ich hatte ihm den Hergang erklärt. Aus Dankbarkeit brachte uns der Eigner wenige Minuten später seinen selbstgemachten Apfelsaft, Pralinen und eine Flasche Rotwein. Als er sich auf eine gefährliche Art versuchte meine Leine gegen seine eigenen zu tauschen bat ich ihn, dies erst zu tun, wenn der Wind geeigent dafür sei. Wenn unsere Leine nicht mehr benötigt wird, dann aufs Deck der BELUGA legen. Wir sind noch ein paar Wochen hier. Ich bat ihn keine lebensgefährlichen Aktionen zu unternehmen. Mit sehr viel Dankbarkeit nahm er diese Botschaft an und lies unserer Leinen an Ort und Stelle.

Die Biskaya zeigt sich, wie im Winter zu erwarten, von ihrer leistungsfähigsten Seite. Heute werden Wellen über 7mtr und Windstärken mit über 40kn - in Böen mit bis zu 62kn - vorausgesagt. Orkan ist angesagt, es wird Winter in der Biskaya.
Wir sitzen in Cherbourg in unserem schaukelnden Untergrund und überlegen wie wie wir wohl unsere Ferienwohnung ab Dezember empfinden werden: Keine Schaukelei, kein spürbarer Wind. Wir machen uns wir mit 23°C Innentemperatur ein wenig "Süden". Kuschelig warm. Die Heizung läuft seit Wochen völlig zuverlässig und gibt uns mollige Wärme. Tag und Nacht.

Unser Wetter von heute wird das Wetter der nächsten Tage in Deutschland werden. Auch dort wirds so langsam Winter. Wird auch Zeit, schliesslich machen wir morgen das erste Türchen auf unserem Weihnachtskalender auf.

Um dem Geschaukel ein wenig zu entkommen, beschliessen wir ins Städtchen zu gehen. Dabei haben wir den Unterschied der starken Gezeitenunterschiede nochmals plastisch wahrgenommen. Hier liegt ein Dock, welches von Zeit zu Zeit leer und manchmal auch voll ist. Wie Du dem nebenstehenden Bild entnehmen kannst sind die Unterschiede ziemich deutlich.

So haben wir uns in unser Kaffee gesetzt, Macaronen genossen und ein bisschen französisch gesprochen. Viele Menschen in Cherbourg scheinen englisch zu sprechen. Manche sogar deutsch. So haben wir zwischenzeitlich Franzosen kennengelernt, mit denen wir uns in französisch unterhalten und von ihnen deutsche Antworten bekommen. So hat jeder was davon und Spass machts auch noch.

Weihnachtlich windige Grüsse aus Cherbourg, bis zum nächsten Blog ...

 

Freitag, 26 November 2021 10:00

... traumhafte Aussichten

... nicht alle Träume sind hübsch.

Auch Alpträume sind Träume. Dieser Traum hatte mich verständlicherweise hochschrecken lassen. utzt aber leider nix. Die Unfähigkeit und Arroganz der YANMARs hats immerhin schon ganz weit vorne ins Internet geschafft. Noch weiter vorne ist der YANMAR Angelshop. Wenn das so weiter geht, muss ich mir überlegen, ob ich der Yachtwerft auch noch zu Berühmtheit verhelfen will. Es gibt zwischenzeitlich einige grosse Vereinignugen, bei denen unsere Story unter den Mitgliedern kreist. Kleine Schritte, grosse Wirkung.

So lassen wirs uns gut gehen an Bord. Wir haben die Herausforderung "Essen wir Gott in Frankreich" angenomen und beantwortet

Wie ihr seht gibts härtere Schicksale - zumindest aus kulnarischer Sicht - als das Bordleben. Winterliche Küche mit Buletten, Geschnetzeltem und dazu Kürbisse aller Arten und das satt. Selbstverständlich auch frisches Brot und frischer Hefezopf.

Die ersten Winterstürme starten zwischenzeitlich. Diese Woche hatten wir eine Nacht mit über 40kn Wind aus Nord: direkte Breitseite. Das war dann die ware "Fender Erpressung". Einer hat sogar aufgegeben. Der war platt von diesem Eindruck. Trotz Pumpen bleib ihm die Luft weg. Am Dienstag und Mittwoch war einigermassen gutes Wetter. So konnten wir die BELUGA winterfest machen: Auf Deck abräumen, Genua in der Persenning verstauen, Dinghy reinholen, etc, etc. Alles was nicht noch gebraucht werden wird, wandert in einen winterfesten Stauraum. Die Heizung brummt und macht es uns mollig warm im Schiff.

... und manche Träume sind schön genug geträumt zu werden !

Zwischenzeitlich haben wir auch eine bezahlbare FeWo am See gefunden. Lange Suche, grosse Preisvorstellungen und viele Telefonate. Manchmal liegt die Lösung jedoch sehr nahe. So auch bei diesem Thema. Freunde haben einige FeWo's aber an diese hatten wir leider nicht gedacht. Eine Überwinterung auf der BELUGA ohne Antrieb macht jedoch keinen Sinn. Zwischenzeitlich ist unserer Bereitschaft auszuharren, bis sich vielleicht einer der beiden Grössen bemüssigt fühlt etwas zu tun, nicht mehr vorhanden. Die beiden Angelshops YANMAR und die Yachtwerft Glückstadt hatten bislang 2 Monate Zeit verstreichen lassen.  Sie werden die BELUGA Schlüssel bei der Marina finden. Den Rest kennen sie ja bestens. Vermurkst haben sie's ja auch bekommen. Nun schaffen sie's vielleicht auch wieder in einen brauchbaren Zustand zu versetzen. Sonst werden es andere schaffen. Daher versetzen wir die BELUGA in Winterschlaf und machen uns bald auf in die Heimat.

Aber dis dahn vergehen noch einige Wochen und diese Woche habe wir vor zu geniessen !

PS: Es gibt die ersten Weihnachtsbäume in Cherbourg und auch die Weihnachtsmärkte werden emsig aufgebaut. Wir schauen am Wochenende mal vorbei, wenns das Wetter zulässt.

Wir werden weiter berichten.

Dienstag, 16 November 2021 15:29

207 Tage Antrieb - 7 Tage Bewegung

Dienstag 16. November

Wir hatten der Yachtwerft in den letzten Tagen mitgeteilt, dass wir ab Ende November die BELUGA in Richtung Heimat verlassen werden um mit Familie Weihnacht zu feiern. Wir hatten sie gebeten dies doch bitte binnen Tagen zu bestätigen. Sie mögen uns ebenfalls mitteilen, ob bei der Nachbesserung des Getriebes - falls nach unserer Abreise - ein Mitarbeiter der Yachtwerft hier in Cherbourg vor Ort sein will oder eben nicht. Die Probefahrt sollte mehr als 40 Stunden umfassen. Dies war bislang die maximale Standzeit der bisherigen Getriebe. Diese Probefahrt kann zwischenzeitlich, wetterbedingt ohnehin erst im März stattfinden können.

Heute erreicht uns ein Schreiben der Yachtwerft in dem sie uns erklären, dass sie keine Bank seien und wir gefälligst zuvor unsere offene Rechnung zahlen sollen. Diese offene Rechnung besteht die zum grössten Teil aus der Installation des Antriebs. Der Antrieb ist seit 7 Monaten in der BELUGA und hat noch nie wie angeboten funktioniert. Fahren konnten wir in diesen 207 Tagen nur 7 Tage ! Wir verstehen das Schreiben als Schlag ins Gesicht. Ich kann die Yachtwerft wärmstens aufgrund ihres fairen Umgangs mit ihren Kunden empfehlen. Allerdings nicht meinen Freunden. Nach dem Zahlungseingang, erklärt uns die Yachtwerft Glückstadt, geht es nochmals 4 Wochen, bis eine 1 wöchige Reparaturzeit stattfindet. Heute ist der 16te November. Das bedeutet, dass eine Reparatur vor Weihnachten ist nicht mehr möglich. Natürlich erwartet die Yachtwerft in ihrem Schreiben ebenfalls, dass wir ausharren bis das Ganze stattfinden kann. Offensichtlich scheint es der Yachtwerft sch*egal zu sein, wie unser Weihnachten aussieht - Hauptsache ihr Weinachten wird gut.

Die Yachtwerft erklärt uns dass sie sich als Opfer sehen, da sie nach bestem Wissen und Gewissen vorgegangen seien - so die Begründung. Sie können sich nicht erklären, wie das alles passieren kann. YANMAR hatte die Situation untersucht und das Problem erklärt und eine Lösung vorgeschlagen. Das Motto der Zukunft lautet: Antrieb ist Bewegung, Bewegung ist Antrieb. Das Ergebnis der bisherigen Umsetzung durch die Yachtwerft Glückstadt und YANMAR seht ihr in folgendem Bild.

Samstag 20. November

Wie erwartet ist diese Woche nichts an unserem Antrieb vorangegangen.

In Dünkirchen hatte sich YANMAR um unser zweites Getriebe gekümmert. Die Organisation war ne echte Katastrophe, aber in der 6ten Woche war alles wieder heile.

Zwischenzeitlich kümmert sich die Yachtwerft Glückstadt als deutscher Vertragspartner auf eigenen Wunsch um unser Problem. Wir gehen in die 7te Woche und haben noch nicht mal Eingkeit, wer für diese Garantieleistung verantwortlich ist. Ein neuer Höhepunkt auf unserer Reise. Wir versuchen das Beste draus zu machen und überlegen ein BGB als Weinachtsgeschenk nach Glückstadt zu senden, haben diesen Plan jedoch gegen einen anderen Plan getauscht.

Mehr hierzu später ...

Freitag, 12 November 2021 10:00

HighTide - LowTide

Dienstag

Gangway kurz vor NiedrigwasserDas Neueste was wir heute vormittag berichten können ist die Tatsache, dass es Hochwasser und Niedrigwasser auch in Cherbourg gibt. Das Ganze derzeit mit 6 Meter Tidenhub. Das ist ganz schön viel, wie Du den Bildern rechts und links entnehmen kannst. Gestern noch Mühe nicht vom Bollerwagen nach unten gezogen zu werden und heute gehts eben raus.

Seitens YANMAR gibts - wie erwartet - keine Neuigkeiten. Seitens der Yachtwerft ebenfalls nicht. Sabine und ich befürchten, dass wir die 7 Wochen von Dünkirchen nochmals topen werden. Gegen Nachmittag kommen Mails an. Zunächst von der Yachtwerft mit der Aufforderung viele Bilder von Getriebe und Motor zu machen. Am besten mit Zollstock im Bild. Danach von YANMAR, mit der Bitte mitzuteilen, wann ein Techniker an Bord kommen kann um diverse Messungen zu machen. Ist doch immer hilfreich wenn man sich vorher abstimmt ... zumindest besser wärs. Wir verabreden uns mit YANMAR auf morgen früh gegen 09:30. Dann kann der Techniker seine Messungen machen. Ist mir lieber, weil ich nicht Teil des Problems werden möchte. Am Schluss fehlt ein Millimeter und daran will ich nicht schuld sein. Daher: Macht Euren Sch... doch selbst.

Sabine und ich haben zwischenzeitlich beschlossen bei der noch immer unklaren Terminsituation ab Ende November mit dem TGV nach Hause zu fahren. Selbst wenn wir vor der Heimfahrt noch ein neues Getriebe bekommen sollten, können wir den Antrieb nicht mehr testen. Wir haben gelernt, dass eine Testfahrt frühestens nach mindestens 40 Betriebsstunden aussagekräftig wird. Leider ist am aktuellen Standort eine Bewegung über 40h nicht ungefährlich möglich ist. Das Wetters in dieser Jahreszeit und das Revier um Cherbourg macht eine 40 stündige Probefahrt unter Umständen lebensgefährlich. Speziell dann wenn der Antrieb nicht funktionieren sollte. Südlich die Biskaya, bei der aktuell Wellenhöhen bis 6mtr angesagt werden. Nördlich mehrere Verkehrstrennungsgebiete der Berufsschifffahrt, bei denen ein Maschinenproblem zur Kollision führen kann. Nach Westen ist bei der aktuellen Westwindlage kein Vorankommen, nach Osten (zurück) wollen wir nicht, da keine YANMAR Infrastruktur. Daher haben wir die Möglichkeit einer Weiterfahrt zwischenzeitlich leider begraben müssen. Wir werden die BELUGA demnächst in Cherbourg bis März einmieten müssen. Bietet uns dann die Möglichkeit Weihnachten am Bodensee zu geniessen. Mit Kinder und Enkel. Ist auch schön. Schöner wäre allerdings das Ganze auf den Kanaren zu erleben wie geplant.

Donnerstag

Die Yachtwerft aus Glückstadt hat sich gemeldet. Sie nehmen die Sache in die Hand ! Leider lässt sich keiner der Verantwortlichen, weder YANMAR noch die Yachtwerft auf einen Termin festlegen. Die BELUGA soll aus dem Wasser gehen und ein neues hydraulisches Getriebe der ZF bekommen, da dieses wohl einiges stärker und robuster sei. Ich habe der Yachtwerft mitgeteilt, dass dies eine gute Idee sei. Für mich scheint die Aussage seitens YANMAR sehr eindeutig auf eine falsche Auslegung des Antriebs seitens der Yachtwerft hinzudeuten. Möglicherweise köntne ein kräftigeres Getriebe dann wirklich die Lösung bringen. Jedoch halte ich mich vornehm aus dieser Diskussion raus. Da hats genügen studierte Ingeneure, die das besser wissen sollten.

Sollte diese 2te Nachbesserung allerdings erneut in die Hose gehen, dann werden wir unseren YANMAR durch ein anderes Fabrikat (z.b. VOLVO) ersetzen. Da sich derzeit wie beschrieben keiner zu zeitlichen Aussagen hinreissen lässt, teilen wir der Yachtwerft mit, dass wir ab Ende November im Zug sitzen werden und nach Hause fahren. Der Yachtwerft steht dann frei einen Mitarbeiter von Glückstadt nach Cherbourg zu senden um die ganze Aktion zu steuern. Wir sind jedenfalls ab dann weg und lassen den Schlüssel im Marina-Office.

Wir beabsichtigen gegen Ende Februar wieder zurück zu sein. Ab März wollen wir weiter in Richtung Kanaren. Mit knapp einem Jahr Verspätung. Sollte bis dahin der Antrieb noch immer nicht korrekt arbeiten, dann werden wir direkt beim örtlichen VOLVO Händler vorstellig. Da uns eine Probefahrt derzeit nicht mehr möglich ist, kann diese ebenfalls erst im März stattfinden.

Freitag

Bislang hat sich noch niemand darauf gemeldet. Warum auch ? Kunden sollten sich nicht so wichtig nehmen. Es gibts schliesslich noch anderes zu tun. Auch für uns. Wir planen derzeit unseren Rücksturz in die Heimat am Bodensee. Uns reicht dieser Komödienstadel seitens Yachtwerft und YANMAR. Noch kein einziger Termin wurde von einer der beiden Parteien gehalten, geschweige dann eine Entschuldigung ausgesprochen. 

Wir organisieren Zugtickets, Ferienwohnung und vieles mehr. Von Tag zu Tag machen wir die BELUGA winterfest, wo immer dies möglich ist. Cherbourg zeigt sich versöhnlich und sorgt dafür, dass uns die Sonne anstrahlt. So geht unsere 5te Woche in Cherbourg zu Ende ... mal sehen wie's weitergeht.

Wir werden berichten ...

Samstag, 06 November 2021 19:00

La Rade de Cherbourg

Samstag

Heute haben wir drauf verzichtet, neue Lcksschichten aufzubringen. Die letzte Schicht von gestern war noch nicht ganz trocken. Es weihnachtet eben auch hier. So haben wir wieder Runden durch Cherbourg gedreht. Ih findet einige Eindrücke von den verschiedenen Hafanbecken des Cherbourger Hafens in den Bildern. Dieser Hafen ist echt beeindruckend. Ich habe bezüglich der geschichte der Stadt Cherbourg einiges aus Wiklipedia zusammengestellt und lasse Euch mit dem Text und meinen Bildern ein wenig Fernweh spüren. 

Der französische Begriff Rade de Cherbourg (deutsch Reede von Cherbourg) steht für den gesamten Hafen von Cherbourg-en-Cotentin. Zu ihm gehören mehrere über Jahrhunderte ausgebaute Häfen und die jahrhundertelang größte künstliche Reede der Welt (heute Katar), bestehend aus innerer und äußerer Reede (Petite und Grande Rade). Heute auf Platz 2 der weltweit größten Reeden. Der Hafen ist als Marinebasis und Fährhafen nach Irland bedeutend.

Die Hafenanlagen am Ärmelkanal sind der Kernstadt Cherbourgs (heute durch Erweiterungen Cherbourg-en-Cotentin) vorgelagert und umfassen eine Fläche von ungefähr 1500 Hektar. Die im 18. Jahrhundert ausgebaute künstliche Reede von Cherbourg umfasst neben der Marinebasis einen Handels-, Fischerei-, Fähr- und Yachthafen (Port de Plaisance). Lange, insbesondere zur Zeit des Passagierdampfer, war er als Überseehafen neben Southampton Ausgangspunkt der Nordamerikapassagen. Der Luxusdampfer Titanic begann seine Jungfernfahrt nach New York am 10. April 1911, von Southampton kommend, hier als letztem Hafen auf dem Kontinent. Per extra gebautem und hier stationiertem Tenderschiff im Design der Reederei, der Nomadic, gab es einen Passagier- und Frachtwechsel. 22 Personen hatten nur die Kanalpassage gebucht. Am 11. April ankerte die Titanic gegen Mittag noch einmal vor Queenstown in Irland, wo hauptsächlich Auswanderer in die Dritte Klasse zustiegen. Nur sieben Passagiere mit Reiseziel Irland gingen von Bord. Am 15. kam es zu der bekannten katastrophalen Eisberg-Kollision.

Die Reede von Cherbourg konnte im Jahr 1944 vom deutschen Militär nicht vollkommen zerstört werden. Nach heftigen Gefechten kann sie und die Stadt am 26. Juni 1944 von den Alliierten eingenommen und befreit werden. Bereits nach 15 Tagen Räumarbeiten in den Hafenbecken beginnt deren Nutzung für die Invasion. Cherbourg bleibt bis zum Kriegsende der strategisch wichtigste Versorgungshafen für die Truppen im Westen Europas. Das Museum im Fort du Roule – musée de la Libération erinnert an die Abläufe im Zweiten Weltkrieg (auf dem 117 m hohen Berg von Cherbourg).

Hier im Hafen kann man die Geschichte "spüren". Überall neben den modernen Gebäuden sind geschichtliche Bauwerke und Monumente zu finden. Auch hat eine Stiftung ein traditionelles Fischerboot hierim Hafen liegen. Der enorm hohe Bug verrrät die begründete Angst der Fischer vor den Welllen des Ärmelkanals. Aktuell haben wir eine Tidenhub von knapp 6 Meter. Das ist echt beeindruckend, wenn Du auf dem Weg zum Einkauf plötzlich die Fischerboote, welche vor kurzen noch neben Dir lagen, zwischenzeitlich in den Tiefen des Hafens verschwinden. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, welche Strömungen dies im Ärmelkanal verursacht. Für alle Landratten unter uns: 2 mal am Tag ist der zweite Stock Deines Gebäudes überflutet. Die Bewohner des dritten Stockk bekommen dann ebenfalls nasse Füsse.

Auf unserem Weg hatten wir in der Nordsee stolze 4kn Strömung. Auf der Elbe zwischen 4kn und 5kn, auf dem Weg nach Cherbourg auch schon mal 7kn oder fast 8kn erlebt. Um die Ecke am Cap de la Haque ist das für alle SSS Besitzer bekannte Alderney Race (die Strömung von Alderney). Dieses Strömung schafft auch gerne mal gute 2stellige Strömungsgeschwindigkeiten. Hoffentlich in die richtige Riachtung. Im Anhang kannst Du auf dem Video erkennen, was es bedeutet bei Ebbe mit dem Getränkeeinkauf auf den Steg zurück zu kehren. Rutschfeste Schuhe sind sehr empfehlenswert.

In Summe begeistert uns die Normandie durchaus. Sehr nette Leute, sehr viel Geschichte und trotz hoher Breite noch angenehme Temperaturen. Zumindest den Umständen entsprechend angenehm. Eigentlich wollten wir aktuell auf Madeira sein. Das sind dann nochmals völlig andere Temperaturen. Aber: Hätte, hätte Fahrradkette. Ich möchte an dieser Stelle das unsägliche "YANMAR Fass" nicht schon wieder aufmachen.

So langsam müssen wir überegen wie wir zeitlich mit der Situation umegehen wollen. Die bevorzugte Idee wäre, nach erfolgter Reparatur unseres Antriebs die Biskaya zu queren um im Norden Spaniens zu lieen. Ist ein wenig wärmer und vorallem wüssten wir, ob der Antrieb nach der 3ten Revision zuverlässig arbeitet. Ist dies der Fall, können wir von dort aus überlegen ob wir einen Fastpath auf die Kanaren machen wollen, oder die BELUGA liegen lassen, über Weinachten zu unseren Kindern und Enkel fahren/fliegen. Während dieser Zeit kann der Schaden am Schanzkleid repariert werden. Leider haben wir jedes Vertrauen in Werften verloren und wollen dies eigentlich nicht unbeaufsichtigt machen. Sollte sich aber kein entsprechendes Wetterfenster einstellen, so lassen wir die BELUGA hier im geschützten Hafen von Cherbourg liegen. Die Wetterfenster werden in dieser Jahreszeit zunhemend kleiner=kürzer. Aktuell jagt ein Ex-Hurricane den nächsten. Wellenhöhen von über 3 Meter sind inder Biskaya in dieser Zeit keine Seltenheit. Wir hatten in den letten Wochen auch schon Prognosen von über 8 Meter Wellenhöhe gesehen.

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 05 November 2021 09:21

Die Neue an Bord

Freitag

Seit gestern Abend ist eine Neue an Bord.

Keine Sorge, meine "Alte" ist immer noch da  und das soll auch so bleiben !

Die Neue ist eine Brotmaschine, die uns das Brotbacken ein wenig erleichtert. Nicht dass das Brot in Frankreich schlecht wäre, aber leider finden wir wenig Roggen- bzw. Vollkornbrot. Daher haben wir uns entschlossen uns einen Backautomaten zuzulegen. Passt in der Pantry noch gut neben den Thermomix :-) War im Angebot und wer kann zu Schnäppchen schon NEIN sagen :-) Gesagt getan, gekauft haben wir gestern Abend die Neue in Betrieb genommen und uns auch gleich ein Test-Brot gebacken. Nach dem Motto "vom Leichten zum Schweren" halten wir uns an die Anleitung: Das erste Brot sollte ein Weissbrot werden. Also Zutaten rein, Backprogramm wählen und warten. Heute morgen haben wir uns dann ein sehr leckeres selbstgebackenes Brot zum Frühstück gegönnt. Wir arbeiten eben auch in dieser Disziplin "Gott in Frankreich" zu schlagen. Es scheint wir sind auf einem guten Weg :-)

Gut gestärkt mit einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns an die Arbeit. Die letzte Lage EPIFANES Hartholzlacköl geht heute auf den vorlichen Teil des Steuerbord Schanzkleides. Dann haben wir die fürs erste notwendige Schichtstärke erreicht. Langsam wird hierfür immer enger, da die Temeperaturen deutlich sinken und die Regenhäufigkeit und -mengen steigen. Die aktuelle Windrichtung ist nördlich. Das Wetter kommt also aus England und die Queen scheint den Warmen Regen selbst zu brauchen. Hier ists dann nur noch viel, nass und kalt. Aber genug der Beschwerde :-) Heute scheint ein guter Tag zu werden. Die Sonne bereits am Morgen um 09:00. Das macht Laune !

Wir haben einen Link auf eine WebCam aus Cherbourg bekommen. Klicke hier und Du kannst die BELUGA finden. Flüchten können wir ja nicht :-) oder :-( Mit etwas Glück und etwas Geschick kannst Du uns bei der Arbeit beobachten. Leider kannst Du uns kein leckeres deutsches Bier senden. Gibt ne riesen Sauerei wenn das Mail bei uns ankommt :-))

Seit heute scheint sich ebenfalls ein neuer Lösungsweg seitens YANMAR abzuzeichnen. Wie bereits berichtet, gehts für VOLVO Kunden nur wenige Stunden bis sehr wenige Tage. YANMAR Kunden müssen hierfür Wochen und Monate mitbringen. Aber immerhin noch in diesem Jahrtausend scheint ich eine Lösung anzubahnen: Wir bekommen ein stärkeres Getriebe. Ein hydraulisches ZF25 Getriebe. Hierfür muss die BELUGA aus dem Wasser. der Motor neu gelagert werden und der Propeller neu eingestellt werden. Ansonsten bleibt alles beim Alten ?!! Leider antwortet keiner der Beteiligten auf die Frage WANN mit einer Antwort. Heute 15:00 sollte die Yachtwerft eine technische und zeitliche Planung bekanntgeben. Natürlich nichts gehört !

Wir hatten das bereits befürchtet, dass ich keiner zu einer zeitlichen Antwort breitschlagen lässt. YANMAR muss man sich eben leisten mögen. Masochismus ist eher hilfreich. Am besten nur, wenn man seeeeehr viel Zeit hat. Wir hatten uns überlegt, das Dinghy aufzublasen und in den Kreuzfahrerhafen nebenan zu fahren um schöne Bilder zu machen. Geht aber nicht, da keiner weiss wanns losgeht. Wir unser Dinghy allerdings nicht wegen weniger Stunden Nutzung aufblasen. Dauert eben auch seine Zeit. Eben diese Zeit ist weder mit der Yachtwerft in Glückstadt noch mit YANMAR planbar. Ist eben immer gut, wenn man berechenbare Partner hat. So beschäftigen wir uns mit Hausmeisteraufgaben: "Hausmeister Krause und sin Fru" schleifen und streichen die Hölzer der BELUGA. Ist, wegen der vielen Schichten, eine mehrtägige Aufgabe. Beim aktuellen Wetter auch ausführbar. Einige Eindrücke unseres Wirkens findest Du hier. 

Donnerstag, 04 November 2021 22:00

Antrieb ist Bewegung: Bewegung ist Antrieb.

Donnerstag

Aktuell ist Donnerstag 12:00. Immer noch keinerlei Info von YANMAR zu finden. Mehrere Mails, Anrufe auf den diversen AB's mit Bitte um Rückruf, alles unbeantwortet. Ein zwischenzeitlich gewohntes Armutszeugnis der YANMAR Marine und des YANMAR Kundenservice. Wer immer über einen neuen Antrieb für sein Schiff nachdenkt, sollte sich unsere Blogs aufmerksam durchlesen. Neben bittterer Enttäuschung über einen solchen Weltkonzern, kannst Du die Einstellung der YANMAR zu seinen Kunden selbst erkennen. Sollte nicht allzu schwer fallen. Das Titelbild könnte Dir hierbei helfen. Antrieb ist Bewegung: Bewegung ist Antrieb. YANMAR ist ... Algen am Wasserpass, festgewachsenes Schiff ! Dynamik einer Weinbergschnecke und Flexibilität einer Eisenbahnschwelle. Gepaart mit der Ingoranz, den Kunden nicht mal zu informieren ist das eine echte Empfehlung für YANMAR ! So eine Sch..  darf nicht passieren. Wir sind zwischenzeitlich beim dritten Getriebe mit exakt dem gleichen Vorgehen wie in Dünkirchen: Inkompetenz und Arroganz dem Kunden gegenüber.

Vor wenigen Tagen wurde eine französische Yacht in die Marina geschleppt. Hatten wohl ebenfalls Motorprobleme. Nach einer Stunde war der VOLVO Mechaniker auf dem Schiff und reparierte. Beim Versuch erneut loszufahren hatten die Franzosen wohl ein weiteres Problem entdeckt. Obwohl zwischenzeitlich Sonntag, kam ein VOLVO Monteur vorbei. 1 Stunde später konnte die Yacht die Marina verlassen. Leider ist uns nicht bekennt, welche Probleme die Herrschaften hatten, aber alleine die Reaktionszeiten sprechen Bände ! VOLVo spricht von Stunden, YANMAR von Monaten.

Zwischenzeitlich haben wir, wie bereits beschrieben, eine elektronische Aufgabenliste. Diese pflegen wir derzeit fleissig mit Dingen, welche wir noch machen wollen. Auch arbeiten wir diese - soweit möglich - auch ab. Den "Innendienst" haben wir zwischenzeitlich weitgehend durch. Einzelne Aufgaben arbeiten wir langsam ab, um nicht zu schnell fertig zu werden.

Heute ist - dank des trockenen Wetters - wieder mal ein ausgedehnter Spazier- und Erkundungsgang dran. Sabine und ich machen uns auf den Weg Cherbourg zu erkunden. Unter anderem haben wir festgestellt, dass es hier einen ALDI und einen LIDL gibt. Skuril. Das wollen wir uns anschauen. Endlich haben wir in Frankreich einen Laden gefunden, bei dem es bayrische Weisswürste und Hendlmeier Senf gibt :-) Wir lassen sie im Regal ...

Zurück vom Spaziergang. Siehe da ! Ein Wunder ! YANMAR hat meine Mailanfrage beantwortet ! Sie hätten wohl eine Lösung erarbeitet. Die Lösung umsetzen wird die Yachtwerft in Glückstadt ? Begründung: Wegen des deutschen Rechts muss die Yachtwerft das tun - so YANMAR. Ich solle mich an die Yachtwerft wenden ? Was ist denn nun los ? Bislang ist die Yachtwerft massiv durch YANMAR ausgebremst worden.

Sofort die Yachtwerft angemailt und um die Darstellung der Lösung (Technik und Zeitplan) gebeten. Ich fordere eine Umsetzung bis 12.11.2021. Immerhin kostete uns die Sch.. Situation bereits fast 4 Monate ! Zwischenzeitlich liegen wir auch schon wieder seit 4 Wochen hier in Cherbourg. Wie Du auf dem Titelbild erkennen kannst: Es läuft. Leider nur beim Bewuchs, beim allen anderen läuft vermutlich nur die Nase :-) Leider läuft in unserem Maschinenraum leider seit 7.8. nicht viel. Aufgrund der immer bescheidener werdenden Wetterfenster müssen wir uns zwischenzeitlich beeilen - daher 12.11. als spätester Termin. Ich finde die Yachtwerft hatte in 10 Wochen (zwischen Ende April und Mitte Juli) genügend Zeit das damals bereits bekannte Antriebsproblem in Ruhe zu beheben. Jetzt ist der Zapfen ab ! Auf ein YANMAR-Yachtwerft-Kompetenz-PingPong hab ich echt keinen Bock. Nicht bei der Vorgeschichte !

Wir werden weiter berichten ...

 

Dienstag, 02 November 2021 10:56

Ein Tag für Hausaufgaben

Am Montag feiert Frankreich Halloween. Heute ist Feiertag. Starker Regen und einstellige Temperaturen verhindern unseren Plan das Schanzkleid ein weiteres mal zu streichen. Daher haben wir Zeit - mehr als wir wollten. Ausgehen macht keinen Sinn: ganz Frankreich ist in den Kneipen, da wollen wir nicht auch noch reindrängeln. Aus Coronagründen und auch weil es sehr voll werden könnte.

Bereits gestern stellten wir fest, dass unsere Dusche kaum noch Druck auf der Warmwasserleitung hat. Da kalt duschen für uns als bekennende Warmduscher keine Option ist, montieren wir die Mischbatterie in der Dusche ab. Entkalken ist der erste Schritt. Nach ca. 2 Stunden im Entkalkungsbad versucht Ralph den Durchgang zu testen. Leider immer noch zu wenig. Da scheint irgendetwas drin zu stecken. Daher Gefummel mit Drähtchen und Stöckchen. Wird langsam besser. Nach vielen Versuchen macht es BLOPP und ein kleines rotes gummiartiges Teilchen verlässt die Duscharmatur im Strahl. Danach strömt das Wasser wie es soll. Alles wieder montieren und Probeduschen ! Eine Wohltat. Der Druck und die Temperatur entsprechen den Erwartungen. Juhu ! Hausmeister Krause und sin Fru waren erfolgreich !

Da wir von Zeit zu Zeit Dinge entdecken, die wir "mal machen" sollten und dies mit regelmässiger Sicherheit im Laufe der Zeit vergessen, hat Ralph beschlossen die Zeit zu nutzen eine weitere App fürs Bordnetz zu entwickeln. Geduscht, gesagt und getan, die App ist am Abend fertig und wird mit ersten Aufgaben befüllt. Ab heute ist die Ausrede: Habe ich leider vergessen nicht mehr gültig. War das nun ein Eigentor ?

Unsere Hoffnung ist nun dass wir weniger von dem vergessen, was wir mal im Auge hatten zu tun. Wie ihr sehen könnt, sind derzeit viel Malerarbeiten agesagt. In der Hoffnung, dass es weiterhin warm und trocken genug bleibt. Da YANMAR bekanntermassen auf sich warten lässt, befürchten wir mehr als ausreichend Zeit dafür zu haben. Andererseits erhält dies den sehr guten Zustand der BELUGA. Wenn andere ebenso sorgfältig arbeiten, dann haben wir gute Chancen auch noch weiter zu kommen ... und nicht nur ein wenig weiter, sondern dorthin, wo wir aktuell sein wollen: Auf Madeira !

Bis dahin: Kopf hoch ! Wird scho wern sagt Frau Kern !

Montag, 01 November 2021 08:52

86 - 51 - 7 -21

Leider keine Modelmaße !

Seit 86 Tagen sind wir mit der BELUGA zwischenzeitlich unterwegs. Am 7.8.2021 starteten wir in Glückstadt in der Elbe. Der Weg führte uns über Helgoland nach Den Helder. Vor Ramsgate mussten wir den Weg nach A Coruna abbrechen um in Dünkirchen unsere Probleme mit dem von der Yachtwerft in Glückstadt eingebauten Antrieb beheben zu lassen. Der Vorwärtsgang liess sich immer schlechter einlegen. Als wir in Dünkirchen lagen, ging der Vorwärtgang überhaupt nicht mehr rein. Diagnose: Getriebeschaden aufgrund abgenutzen Kupplungslamellen (nach 100 Betriebsstunden). Die ganze Story findest Du in unseren Blogs sehr detailliert. Während dieser absurden Vorgehensweise wird YANMAR bei uns nur noch als Angelshop bezeichnet. Als Sinnbild für ignorante Kommunikation und arrogantem Umgang mit den Problemen und den Kunden.


In Dünkirchen lagen wir dann geschlagene 51 Tage an einem Liegeplatz der alles andere als geeignet war so lange zu liegen: Die Fischerboote legen morgens um 03:00 mit viel Getöse ab. Die Hydraulikaggregate lärmen ab diesem Zeitpunkt auf Hochtouren. Danach gehts mit Vollgas aus dem Hafen auf Fang. Die Wellen laufen merklich in den Hafen und sorgen so für "Hochseefeeling". Die lange Liegezeit ist YANMAR geschuldet. Die kamen mit ihrem Kundenservice nicht in die Puschen. Tag um Tag verzögert sich die Lieferung des Getriebes. Der Versuch den YANMAR Servicedealer zu wechseln endete in einem Fiasko und verzögerte die ganza Sache nochmals. Eine unendliche und unsägliche Geschichte gleichermassen.


Ganze 7 Tage war die BELUGA seit dem 7.8.2021 in der Lage voran zu kommen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir hatten uns im Vertrauen auf eine grosse Marke "was richtig Gutes" ausgesucht. War wohl ein Griff ins Klo.  Muss man damit rechnen, wenn man einen YANMAR Antrieb hat, weniger als 10% der Zeit fahren zu können? 90% der Zeit gibt uns YANMAR die Chance Land uns Leute kennen zu lernen ... NEIN, tun sie nicht ! Da YANMAR keinerlei zeitliche Planung, aber wohl ein viel zu grosses Ego hat, besteht jederzeit die Möglichkeit, dass ein YANMAR Techniker vor dem Schiff steht, klopft und etwas arbeiten will. Ist keiner zu Hause, so verschwindet dieser wieder. Angeblich wegen hoher Auslastung kommt er frühestens Wochen später wieder.


Seit dem 10.10.2021 liegen wir in Cherbourg. Zwischenzeitlich mehr als 21 Tage. Noch immer ist allerdings kein Ende in Sicht. YANMAR hat sich verkrochen und will mit seinen Ingeneuren die Daten und Fakten untersuchen, welche sie vor 2 Wochen ! an Bord erhoben hatten. Offensichtlich scheint diese Statistik eine Weltfirma wie YANMAR nicht wirklich zu beeindrucken. Die aktuelle (mir bekannte) Faktenlage stellt sich aktuell wie folgt dar: YANMAR behauptet dass der Propeller von der Yachtwerft falsch eingestellt worden wäre. Dieser hätte zu viel Steigung und erzeuge so zu viel Druck auf das Getriebe. Das lasse die Kupplungslamellen überlasten (zuletzt nach 40 Betriebsstunden). Daher muss der Propeller (Maxprop Classic) durch eine Krankaktion im Rahmen des Getriebetausches entsprechend neu eingestellt werden. YANMAR hatte festgestellt, dass die Maschine noch nie mit der Maximaldrehzahl von 3200rpm unterwegs war. Mit steigender Drehzahl nehmen die Vibrationen im Schiff zu. Das ist zwar immer so, aber nicht immer so stark. Das könnte auch begründen, warum wir bei einer mehrstündigen Fahrt mit 2400rpm den Ropecutter auf der Welle losgerüttelt hatten. Was unseren Zwischenstopp in Boulogne sur Mer begründete. Der Haftentaucher hatte dies dort festgestellt und den Ropecutter neu befestigt.

Die Yachtwerft erklärte mir, dass sie sich dies nicht erklären können, wurde das Ganze doch von mehreren Experten gerechnet. Soviel zu Ingeneuren, Theorie und Praxis. Offensichtlich ist das ZF Getriebe zusätzlich derart knapp berechnet, dass eine an der Obergrenze berechnete Steigung vom Getriebe nicht bewältigt werden kann und bereits nach 40 Betriebsstunden kaputt ist. Da scheint sich wohl ein Kaufmann im Hause YANMAR zu Gunsten der Kosten durchgesetzt zu haben ? Was allerdings an einem 3ten Getriebe günstiger sein soll, erklärt sich mir nicht. Abgesehen von der Tatsache, dass wir lautstark unsere Story erzählen. Wer mich heute nach YANMAR fragt, bekommt von mir die Antwort: Lass die Finger weg, die Produkte sind nicht ausgereift und/oder geeignet. Diese Bemerkungen sind auf diversen Foren bereits zu finden. Ob das unterm Strich aufgeht ? Nach all den Fakten und Erkenntnissen scheint es YANMAR noch immer nicht eilig zu haben die Misstände zu lösen.

Daher sind wir an diesem Halloween Wochenende noch immer in Cherbourg. Wetter ist katastrophal: Regen, Wind und Kalt. Es wird eben langsam auch hier Winter. Also ist auch heute ein Ausflug eher nicht angesagt.

 

 

 

 

Donnerstag, 28 Oktober 2021 12:33

Joyeux Noël ..

Donnerstag

So langsam weihnachtet es sehr in Cherbourg. Leider können wir unsere BELUGA nicht sehr lange am Stück verlassen. YANMAR antwortet auf keinerlei Mails bzgl. zeitlichem Ablauf. Daher könnte jederzeit ein YANMAR Mensch vor der BELUGA stehen und behaupten "Jetzt wollte ich arbeiten. Da keiner da ist komm ich dann in 2 Wochen wieder". Dieser Gefahr wollen wir uns nicht aussetzen, schliesslich haben wir das YANMAR-WerksAngler-Team (YWAT) zwischenzeitlich kennen lernen dürfen. Kürzere (Einkaufs-) Touren erlauben wir uns jedoch selbstverständlich. Anbei einige Eindrücke hiervon.

Das sehr gute Wetter haben wir heute genutzt, um das Steuerbord Schanzkleid ein wenig zu überarbeiten. Seit der Wasserung in 2019 hatten die Hölzer keinen Lack mehr gesehen. Eigentlich sollte jährlich eine neue Lage drauf. Hatte aber in den letzten Jahren nicht wirklich gereicht: Im Sommer wollten wir segeln und im Winter ists zu kalt für die Farbe. Hier in Cherbourg hatten wir die letzten Tage regelmässig über 16°C und da ging das super. Also Hölzer anschleifen, vom Wasser mitgenommene Stellen ausbessern und dann neuen Lack aufbringen. Den achteren Teil haben wir die letzten Tage bereits überarbeitet. Dort sind 4 neue Schichten drauf. Der vordere Teil des Schanzkleides beginnt heute. Jeden Tag eine neue Schicht. Sollte also am Sonntag mit 4 Schichten fertig sein. Sofern das Wetter mitspielt.

Hier in der Marina findet derzeit ein Matchrace Grad 1 Event, die Weltmeisterschaft der Damen, statt. Ein echter Hingucker .. nicht nur die Damen, sondern auch deren Fähigkeiten mit den J80 Booten bei deutlich mehr als 15kn Wind umzugehen. Die Veranstalter haben eine "Partymeile" aufgebaut. Allerdings sind während des Tages die Stände zu. Auch eine Videoleinwand oder vergleichbares ist (bislang) nicht zu sehen. Die Matchrace Szene fristet leider in noch grösseres Schattendasein, als die Segelei insgesamt. Analog zu anderen Sportarten sind die Formate für Frauen noch weniger beachtet. Leider ! Verdient hätten es die Damen allemal. Sehenswerte Manöver und Matches finden hier während des Tages im Hafenbereich statt.

Mittwoch, 27 Oktober 2021 08:44

Whow !

Mittwoch

Heute habe ich mal Zeit gefunden ein wenig Administration unserer Systeme zu machen. Unter anderem schaue ich mir auch ganz gerne mal die Besucherstatistik an. Einerseits um Dir zu zeigen, dass diese zu 100% anonymisiert ist, andererseits um eine Entwicklung der Besucherzahl zu sehen. Bereits im 2ten Jahr haben wir mehr als 200 Tsd Besucher pro Jahr. Dieses Jahr bereits im Oktober ! Aufgrund der Mehrsprachigkeit scheinen auch die Hitraten vorallem aus englisch- und französisch-sprachigen Ländern derzeit zu steigen. Vielen Dank an unsere Leser (oder sagt man: Follower ?). Wir freuen und sehr, dass Du  uns die Treue hältst und uns regelmässig im Internet besuchst. Wenn Euch gefällt was wir berichten, dann erzählt das gerne weiter ! Wir freuen uns sehr über jeden Besucher !
PS: Refresh klicken um die Zahlen hochzutreiben hilft übrigends nicht. Jeder Besucher wird nur einmal gezählt - unabhängig wie lange er sich auf der ARSNavigar Webiste aufhält.

Wir sind seit einigen Jahren Mitglied bei Transocean. Einer Gemeinschaft von Blauwasserseglern und solchen die es noch werden wollen. Vielleicht auch solchen, die nur davon träumen wollen ? Auf jeden Fall ist dieser Verein eine sehr empfehlenswerte Vereinigung. Für einen sehr moderaten Mitgliedsbeitrag bekommst Du hier sehr viel Unterstützung. Die weltweiten Stützpunkte helfen uns, dass wir uns vor Ort besser zurecht finden. Können im Vorfeld bereits Fragen stellen und Empfehlungen einholen. Von Leuten die vor Ort wohnen. Auch nehmen wir sehr viele Schiffe wahr, die einen Transocean Stander unter der Saling fahren. Ein immer willkommener Grund ins Gespräch zu kommen. Für jeden Blauwassersegler eine super hilfreiche Vereinigung, auf die keiner verzichten sollte. Die 60,--€ Jahresgebühr sind hierfür sicher nicht zuviel verlangt.

Coronabedingt hat die Transocean im letzten Jahr sogenannte Microseminare begonnen. Das sind virtuelle Treffen, die via Zoom stattfinden. Im letzten Jahr hatten wir einige davon besucht. Die Transocean fand immer sehr kompetente Referenten und ansprechende Themen. Die Teilnehmerzahlen von über hundert Teilnehmern pro Seminar spricht hierbei eine eigene Sprache. Heute Abend ist das "Losseglertreffen" der Transocean. Wir haben teilgenommen und den mehr als 100 Teilnehmern über unser "Schicksal" mit unserer Maschine, Propeller & Co samt den Verantwortlichen und deren Unfähigkeit incl. deren "Organisationtalent" berichtet. Eine wirkungsvolle Werbung mit Breitenwirkung für die Verantwortllichen.

Nach getaner Arbeit genehmigen wir uns einen Stadtbummel um neue Ecken von Cherbourg zu finden. Die klare Botschaft: "Von draussen vom Walde, da komme ich her und muss Euch berichten, es weihnachtet sehr."  Lasst Euch von den heutigen Bilder bei Traumwetter gerne beeindrucken. Aber einen Christbaumverkäufer haben wir immer noch nicht gefunden.

In alter Tradition hüllt sich unser Angelverein YANMAR zwischenzeitlich wieder in absolutes Schweigen ! Ich hatte die letzten Tage wiederholt Mails an die handelnden YANMAR Mitarbeiter geschrieben um eine ungefähre Zeitplanung zu erhalten. Bis heute ohne jede Rückmeldung. Wir überlegen derzeit wie wir mit diesem Sachverhalt umgehen sollen. Eine Option der Überlegung könnte eine Breitenwirkung über soziale Medien (sehr nachhaltig), Presse (sehr wirksam) und Foren zu erzielen. Die Namen der Verantworltichen sollen hierbei sichtabr am "Pranger" stehen. Wir werden drüber nachdenken.

 

 

Dienstag, 26 Oktober 2021 00:00

So langsam wirds besser und besser ...

Dienstag

Wir haben zwischenzeitlich in unserem Cockpit die Lackschicht Nr.4 aufgebracht, eine Aussensteckdose für unsere Hafen-WLAN Antenne montiert und unser Steuerbord Schanzkleid überabeitet, geschiffen und gestrichen. Eigentlich Arbeiten fürs Winterlager. Das scheint bei uns in diesem Jahr (nocht) nicht Kanaren zu lauten. An sich haben wir hier in Cherbourg fast ideale Voraussetzugen: Es ist warm genug, ein wenig Südwind, ein langer Steg, aber derzeit auch leider immer wieder Regen.

Am Montag hatten wir eine Aussensteckdose für unsere mobile Hafen-WLAN Empfangs-Antenne (kurz: Travelconnect) montiert. Hierbei wird ein Netzwerkkabel montiert. War eine riesen Fädelei bis das drin war ... und sich herausstellte dass es dann gar nicht geht. Heute war der Kabeltausch dran. CAT 7 statt CAT5. Wir haben den Stecker des defekten Kabels abgezwickt und verwenden das defekte Kabel als Einzugsdraht für das neue Kabel. Gesagt, getan ! Leider rührt sich das alte Kabel auf dem ersten Meter kein Stück. Also hinter die Verkleidung sehen ... und siehe da: Wir haben es am Montag erfolgreich geschafft, nach dem Zufallsprinzip ein 3mm dickes Kabel mit einer Spax so zu erwischen, dass die Schraube mittendruch geht, alle Aderen trifft und das ohne dass das Kabel abrutscht ! Grosse Leistung ! Hätte man das so geplant wärs ein riesen Akt geworden ... so eben eine späte Erklärung warum das Kabel plötzlich nicht mehr funktionierte. Neues Kabel, neues Gück ! und arbeitet auf Anhieb. Hurra !

Natürlich wäre es uns lieber diese Arbeiten bei 25°C statt bei 15°C zu machen. Aber hätte, hätte ... Fahrradkette ... hätte uns auch schlimmer treffen können. Beispielsweise wenn wir die nördliche Variante unserer Strecke gewählt hätten: Zuerst Norwegen - Island - Grönland .... und das bei der erlebsten Zuverlässigkeit unserer Maschine und dem YANMAR-WerksAngler-Team (YWAT) im Hintergrund. Bei der aktuell bestehenden Wetterlage wäre das sicherlich gar kein Spass !

Leider rührt sich bei unserem YWAT zwischenzeitlich nichts mehr. Keine Antwort auf Mails ! Vor wenigen Tagen hatten wir noch regen Mailverkehr. Warum so plötzlich nichts mehr ?

Da drängen sich fundamentale Fragen :-) auf:

  • Gibts Mailserver von ZF ?
  • Ist dieser Mailserver bei YANMAR kaputt ?
  • Hat das Internet in Holland zuviel Steigung, wie unsere Schraube ?
  • Macht das YWAT einen Angelausflug nach Dünkirchen um unser altes Getriebe aufzuarbeiten ?
  • oder sind die YANMARs schon kollektiv im Winterschlaf ?

Der örtliche YANMAR erklärt mir, dass er auch nichts Neues wüsste. Bevor er was tun könne benötige er Anweisungen von YANMAR ... und diese lassen auf sich warten ... YWAT-Angelshop eben.

Wir glauben hier ein Muster zu erkennen - über was man bei Langeweile so alles nachdenkt ? Am Anfang der Schadensmeldung sorgt der YANMAR Service für mächtig Wirbel. Da ist - gefühlt - ganz YANMAR auf den Beinen.  Anrufe an Bord, Mails noch und nöcher, ... Mögliches Ziel dieses Aktionismus: Herausfinden, dass Kunde selbst schuld ist ? Dann wäre das Problem für YANMAR sofort gelöst. Den Kunden hängen zu lassen scheint ja normal zu sein. Zumindest geben solche Lösungen eine gute Lösungsquote für die nächste Prämienzahlung der Mitarbeiter. Ist das Problem jedoch unglücklicherweise auch noch ein Garantiefall, dann herrscht Ratlosigkeit. Sobald es im Anschluss um die Organisation der Lösung geht, kehrt eine absolute Ruhe ein. Die nächste Prämie in Gefahr ? Es scheint mir die YWAT spielen "Beamtenmikado": Wer sich zuerst bewegt, hat verloren und wird zum Schuldigen !

Genug Polemik: Wir haben erfahren, dass sich derzeit einige Ingeneure im Hause YANMAR und im Hause ZF mit unserem Problem beschäftigen. Zu welchem Ergebnis die Jungs kommen werden - und vor allem in welchem Zeitraum eine Lösung geplant ist, hatte ich heute angefragt. Also schon wieder eine Mail, die das Beamtenmikado des YWAT empfindlich stören könnte.

So langsam wirds ... hoffentlich nicht den alten Mustern aus Dünkirchen folgen. Petri Heil ...

Montag, 25 Oktober 2021 18:10

I geh Farbe und lacke ..

Montag

Übers Wochenende hatten wir die Hölzer im Cockpit geschliffen, abgeklebt und neu gestrichen. Bei dem verwendeten Lack, EPIFANES Hartholz Lacköl, benötigen wir jedoch viele Schichten. Wichtig hierbei - so haben wir festgestellt - ist es die einzelnen Schichten gut trocknen zu lassen. Nass in Nass ist hierbei keine Empfehlung. Wir hatten das mit unserer Schiebetür am Pilothouse versucht. Trocknungszeit über ein Jahr ! Ergebnis: Nicht hübsch, weil fließt.

Daher gibt es eine Schicht Farbe pro Tag. Trocknungszeit ja nach Temperatur zwischen 12 und 20 Stunden. Mit Schichten zu sparen ist aber auch kein guter Rat. Dann kann Wasser bei Stößen eindringen, weil die Farbschicht zu dünn und somit nicht dehnbar genug ist. Daher: Viele Schichten (mindestens 6) erzeugen eine UV stabile und sehr dehnbare Beschichtung des Holzes. Auch für längere Zeit !

Nach ausgiebigem Frühstück machen wir uns auf unseren Rundwanderweg: Erst die YANMARs, dann Kaffee und dann Einkauf. So machen wir uns auf die Socken. Der YANMAR Dealer wolle letzten Mittwoch bereits einen Dieselkühler einbauen. Dies soll nun diesen Mittwoch passieren - es gibt eben solche und solche. Leider wusste auch er nichts Neues über die YANMAR Terminplanung.

Auf dem Weg zum Einkauf wird meine Weissagung wahr: Weihnachtsschmuck in den Straßen von Cherbourg. Nur Chrsitbäume haben wir hier noch nicht gesehen. Wir hoffen noch immer dass YANMAR den geschätzten Plan mit Donnerstag und Freitag dieser Woche hinbekommt. Dann könnten wir nächste Woche tatsächlich den Sprung nach Süden schaffen. Es sieht derzeit so aus, als würde sich ein Fenster auftun. Würde uns sehr freuen ! Aber dennoch gehen wir in den örtlichen Supermarkt. Diesmal mit dem Bollerwagen und kaufen reichlich Getränke und Essen ein. Ganz wichtig ist hierbei ein Schäufele (Flache Schweineschulter). In dieser Weihnachtszeit gibst demnächst Sauerkraut und Schäufele. Mit Kartoffel-Butternut-Püree und Apfel im Kraut ! Sabine konkurriert bzgl. Essen mit Gott in Frankreich. So wie es an Bord riecht, sollte Sabine den Wettbewerb gewinnen. Man könnte da auch "Badisches Schäufele an Apfelkraut auf einem Bett aus Kartoffel-Kürbispürree" draus machen und 28,50€ verlangen. Wir lassen den Titel weg und putzen der Taller leer.

Mahlzeit bis morgen !

Montag, 25 Oktober 2021 00:00

Das Geheimnis zu langweilen ...

...  besteht darin, rechtzeitig nichts zu vergessen :-)

Nachdem wir am Freitag per Mail mitgeteilt bekamen, dass YANMAR "in sich gehen" will um zu beraten wie es weitergeht, haben wir am Wochenende frei. Wir hegen begründete Hoffnung, dass YANMAR auf die Angelshop Nummer verzichten wird. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass irgendwas hierbei schnell geht. Bei einem Besuch in unserem U-Ship Laden (gleichzeitig auch YANMAR Techniker) erfuhren wir, dass man derzeit drüber nachdachte, am Donnerstag/Freitag auszukranen. Aber, wie wir aus Dünkirchen wissen: YANMAR dachte, Gott lachte ! Wir hoffen jedoch, dass es diesmal auch eintritt.

So haben wir am Samstag ein Kabel eingezogen, um unsere Hafen-WLAN Antenne hübscher anschliessen zu können. Bei der aktuellen Kabelführung kollidiert das Kabel mit dem Niedergang und dem Steckschott. Gibt immer Gefummel und wenns mal nicht klappt, droht das Kabel abgequetscht zu werden. Wir waren auch fast erfolgreich. Kabel drin, alle Verkleidungen wieder montiert, erster selbstbewusster Test: Negativ. Diagnose: Kabel defekt ! Sch... Neues Kabel bestellt. Kommt am Dienstag und wird dann getauscht. Sollte hoffentlich einfacher gehen, da der "Zugdraht" in Form des defekten Kabels ja schon liegt.

Am Sonntag dann grosse Abklebe Aktion im Cockpit. Wenn schon Langeweile droht, dann beginnen wir ab heute mit EPIFANES Lacköl gegen zu wirken. So beschliessen wir, die Hölzer unseres Cockpits zu schleifen und neu zu lackieren. Die eine oder andere Stelle hatte während der Zeit ohne Kuchenbude ein wenig Wasser abbekommen und daher Flecken. Auch mussten wir für die Buchse unseres neuen Anschlusses der Hafen-WLAN Antenne ohnehin bohren. Dann geht das alles in Einem. So haben wir am Sonntag geschliffen und gekratzt, geklebt und lackiert. Zumindest eine erste Lackschicht ist drauf. Mindestens 3 Schichten werden noch folgen. Das passt dann ganz gut, dass wir uns Donnerstag/Freitag für YANMAR freihalten können. Auch das Wetter macht weitgehend mit. Hat zwar ein bisschen Wind, der stört jedoch gar nicht. Die vereinzelten Wolken bringen keinen Regen (zumindest bislang) und die Temperatur ist auch im Rahmen. Also LOS !

Panorama der Marina in CherbourgGegen Abend beginnt es dann zu regnen. Wir beschliessen daher, den Abend mit James Bond, Brotzeit und bester selbstgemachter Aioli zu verbringen. Sehr lecker und durchaus geeignet, auch gossen Vampiren ordentlich gegenhalten zu können. Empfehlung: Sollten beide essen, was wir auch tun.

Viele Grüsse von einen sehr geruhsamen Wochenende !

 

 

Donnerstag, 21 Oktober 2021 00:00

Eine Erkenntnis von heute ...

... kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.

Donnerstag

Heute 13:30 will der YANMAR Techniker an Bord erscheinen. Seine sich selbst gestellte Aufgabe ist die Analyse der Einbausituation. Er will in diesem ersten Schritt notwendige Massnahmen erkennen und im Anschluss dann einleiten.

Sehr pünktlich erscheint der YANMAR Experte mit Techniker dann an Bord der BELUGA. Wir empfangen ihn sehr freundlich und besprechen bei einer Tasse Kaffee und einer Zigarette in Cockpit die Anamnese. WAS passierte in der Vergangenheit, in WELCHEN Abständen, WIE wurde es bemerkt, ...

Sehr fundierte Fragen zeigen mir, dass sich der YANMAR Experte sehr gut vorbereitet hatte und ebefalls sehr gut auskennt. Im Anschluss gings mit dem Notebook in den Maschinenraum. Im Gegensatz zu dem Herren, welche in Glückstadt mit dem Notebook im Maschinenraum hantierte, scheint dieser YANMAR Experte sich sehr wohl auszukennen. Nach dem Auslesen der Maschine war unser Fahrverhalten absoult gläsern dargestellt. Welche Drehzahlen wurden bevorzugt, welches Lastprofil hat die Maschine, wieviel Stunden hat die Maschine insgesamt und wieviel davon seit die Yachtwerft übergeben hat. Alles detailliert abrufbar.

Erste Erkenntnisse: Die Maximale Drehzahl von 3200rpm wurde noch nie erreicht. 2700rpm ist max. erreicht worden. Die von der Maschine gemessenen Temperaturen aller möglichen Medien scheinen alle im Rahmen. Vieles deutet auf eine zu hohe Propellersteigung hin. Die Propellerdaten wurden von YANMAR erneut gerechnet. Scheinen im Rahmen, wenngleich am oberen Limit zu sein. Danach testet der YANMAR Experte nochmals das Getriebe. Schaltung direkt am Getriebe, Züge sind entkoppelt. Maschine aus, Gänge rasten hörbar ein. Vorwärts wie Rückwärts. Maschine an, Rückwärts geht, Vorwärts kuppelt nicht ein.

Die Erkenntnisse des YANMAR Experten:

  • Getriebe muss in jedem Fall gewechselt werden. Die Steigung des Prop zumindest eine Stufe flacher werden. Das will er jedoch nochmals mit YANMAR im Nachgang klären, nachdem die YANMAR Ingeneure die Logdaten der Maschine ausgewertet haben. Aufgrund der aufgezeichneten Leistungsdaten versucht YANMAR Rückschlüsse auf ein mögliches Getriebeproblem ziehen. In diese Untersuchung wird angeblich auch ZF eingebunden. Hierfür muss die BELUGA an Land gehen.
  • Der Dieselkühler wird zu unserem P0094 Proplem hilfreiche Dienste leisten. Die Filterelemente der SEPAR Filter sollten höchstwahscheinlich entnommen werden. Anscheinend ist ein Filter vor den YANMAR Filtern eine absolutes "no go". Nachdem er sich die Filteranlage angeschaut hatte, meinte er, dass er sich nicht vorstellen könne, dass dies die Ursache sei. Dennoch gilt bei YANMAR, dass Filter vor der Maschine - egal wie hilfreich - aus Prinzip verboten seien. Wir sind so verblieben, dass die Doppelfilteranlage bleibt, jedoch die Papierfilter-Elemente entnommen werden. So kann die Doppelfilteranlage bleiben. Denn auch in seinen Augen scheint es sinnvoll, sehen zu können, wie der Sprit ausssieht. Daran kann man Verschmutzung und Farbe des Sprits besser beurteilen.

Er will sich morgen (Freitag) wieder bei uns melden ! Dann wird er wissen, wann ein Getriebe hier sein kann, und wann die Arbeiten stattfinden können. Er sprciht von einer grossen Wahrscheinlichkeit, dass dies nächste Woche sein könnte.

Mit diesen guten Nachrichten gehen Sabine und ich zur Nahrungsbeschaffung über. Einige Kleinigkeiten fürs nahende Wochenende, etwas Gemüse und noch Brot. Wir beschliessen auf dem Heimweg dann zum Essen zu gehen oder zumindest in ein Kaffee. Nach erfolgtem Einkauf regnet es wie ab. So lassen wir das Kaffee und das Essen gehen einfach sausen und freuen uns auf einen riesen Teller Jägerspätzle (Spätzle mit Pilzen).

Unsere Erkenntnis des Tages: Schwaben on Tour:

  • Ohne Getriebe, geht.
  • Ohne Wind, geht auch
  • Ohne Spätze, geht gar nicht !

Viele Grüsse auch Cherbourg und bleibt uns gewogen !

Wir werden berichten ...

 

Mittwoch, 20 Oktober 2021 15:27

7 Wochen Dünkirchen

7 Wochen Dünkirchen (wir üben uns in Geduld)

Am 28.4.2021 nimmt die Yachtwerft in Glückstadt die von ihr als YANMAR Partner verkaufte Antriebseinheit, einen YANMAR 4JH110 Motor mit einem ZF30M Getriebe in Betrieb. Nach ersten Versuchen stellt sich eine hackelige Schaltung der alten Maschine als Problem dar. Mal gehen die Gänge rein, mal nicht. Manchmal auch nicht gerne wieder raus, manchmal klappen die Gangwechsel auch ganz gut. Anfang Mai verlässt Ralph die Werft um den Umzug aufs Schiff vorzubereiten. Die Werft bekommt den Auftrag, das Schaltungsproblem nochmals zu überarbeiten und die Maschine für die Abreise Mitte Juli fertig zu machen.

Ende Juli machen wir noch einen Kurztrip in den Cityhafen von Hamburg un von dort aus nach Helgoland. Auf dem Rückweg bekommen wir einen Alarm von der Maschine. Eine Fehlersuche ergab nichts und nach erneutem Start war der Fehler weg, kam aber sehr schnell wieder. Beim Einlauf in Glückstadt ging der Vorwärtsgang nicht mehr rein. Daher legen wir Rückwärts an. Die Yachtwerft bessert nach. Am 7. August reisen wir dann aus Glückstadt ab, mit dem Ziel A Coruna in Spanien. Auf dem weiteren Weg stellt sich die Schaltung erneut als sehr unzuverlässig raus.

Am 18.8. brechen wir ab und laufen Dünkirchen an. Dort liegen wir 7 Wochen um ein neues Getriebe auf Garantie zu erhalten. Präventiv erneuern wir die Züge, die Schaltmimik zur Umschaltung der beiden Steuerstände erneuert und sogar, den Morse Controller am Aussen­steuerstand. Die Schaltung funktionierte in Dünkirchen leichtgängig und zuverlässig. Hebel bewegen und sofort war der Gang eingelegt ! So verlassen wir Dünkirchen am 8.10. im Laufe des Vormittags

Am 10.10. Nachmittags brechen wir erneut ab und laufen Cherbourgh an. Dort liegen wir nun seit 10.10.2021 und warten auf eine Lösung seitens YANMAR. YANMAR will einen Techniker vorbei schicken, welcher die gesamte Installation der Maschine und des Getriebes überprüfen wird.

Dieser Film umfassst die Zeit in Dünkirchen. Die späteren Ergeignisse werden wir in einem separaten Film zusammen fassen.

Glückstadt, 2018, Video von Ralph | Sabine, Quelle: ARSNavigar.org

 


Weiterführende Links

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Mittwoch, 20 Oktober 2021 09:06

Whow da regt sich was ...

Mittwoch

Heute soll unser Dieselkühler eingebaut werden. Der Techniker, welcher vor einigen Tagen hier war wird heute wieder da sein. Als wir den Dieselkühler vor wenigen Tagen bestellten erklärte YANMAR uns, dass dies eigentlich nicht notwendig sei. Die Dieselerwärmung käme von unseren vielen Filtern vor der Maschine. Ich hatte jedoch hier im Hafen Selbstversuche unternommen und festgestellt, dass nicht nur die Maschine den Dieseltank erwärmt, sondern auch die Standheizung. Laufen beide gehts schneller. Läuft nur die Heizung kühlt alles weitgehend ab, bis der nächste Heizzyklus beginnt. "Weitgehend" bedeutet in diesem Zusammenhang eine sehr langsame Erwärmung. So waren meine Beobachtungen die ich ingeneurmässig in Zahlen und Messwerten mit YANMAR geteilt hatte.

Am Montag, als wir unserer fast täglichen YANMAR Besuch tätigten wurde uns erklärt, dass dieser Dieselkühler wohl eine wichtige Rolle einnehmen würde. Daher installieren sie diesen am Mittwoch Vormittag. Meine Arbeit scheint überzeugt zu haben. Am Donnerstag Nachmittag will ein YANMAR Experte auf der BELUGA erste Analysen unserer Installation durchführen, so erfahren wir heute in einer Mail, die gestern ca 21:00 abgesendet wurde. Hut ab und vielen Dank für diesen Einsatz an dieser Stelle an YANMAR ! Heute erfahren wir, dass der Techniker gegen 13:30 an Bord sein will. Wir freuen uns und bestätigen den Termin. Seine Ergebnisse entscheiden dann wie es weitergehen soll. Einig sind wir uns, dass ein Getriebewechsel alle 40 Stunden nicht die Zukunft sein wird. Das ist doch auch schon mal was. Auch gibts in Cherbourg anscheinend keine YANMAR Angelshops, wie in Dünkirchen. Die machen hier alle einen sehr kompetenten und verlässlichen Eindruck ... und Angeln hat keiner im Angebot.

Zwischenzeitlich ist es 12:30 und der Dieselkühler ist noch immer nicht im Schiff. Wir warten auf den Techniker seit 09:00. Er wollte am Vormittag da sein. Mal sehen was sich da noch so ergibt. Bis 21:00 war keiner da. Weder eMail noch Anruf - einfach keiner da ! Wir bleiben gespannt wie sich die Sache morgen am Donnerstag entwickelt. Vielleicht gibts ja ne plausible Erklärung ?!!?

Das Wetter zeigt heute, was die Normadie zu bieten hat: Starkwind (>40kn Wind) und Regen im Wechsel. Eigentlich nur leichter Regen. Unsere LEWMAR Luken, welche 2018 von der Yachtwerft in Glückstadt eingebaut wurden tropfen dennoch kräftig und munter. Alle neu eingebauten Luken sind undicht - und das sind ALLE Decksluken der BELUGA ! Es tropft derart stark dass wir Eimer unter die Scharniere hängen müssen, um die Suppe nicht zu verwässern :-) Wie ein alter Handwerkerspruch so sagt: "Wenn es in die Suppe hagelt, ist das Dach wohl schlecht genagelt". Die Yachtwerft teilte mir vor Wochen bereits mit, dass es eine Lösung seitens LEWMAR hierfür gäbe. Wahrscheinlich kam einer von beiden, oder doch beide ? wohl noch nicht dazu, mir die Ersatzteile zuzusenden. Ist ja erst Ende Oktober :-(( sind ja noch 7 Wochen bis zu den Geschenken unterm Baum.

Am späten Nachmittag suchen wir nochmals den örtlichen Suoermarkt heim. Dort finden wir sehr leckeres Suppenfleisch. Wir beschliessen, dass dies eine gute Idee in der aktuellen Vorweihnachtszeit sein kann. So nehmen wir zwei geeigente Stücke Suppenfleisch, Suppengemüse und weiteres "Zubehör" mit. Zwischen den Eimern unter den Decksluken kannst Du unserern XXXL Suppentopf sehen. Hier enstehen ca. 2 ltr Suppe vom Feinsten. Viel Gemüse und ein Butternut Kürbis verleihen der Suppe eine runden Geschmack. Was uns neu war, ist ein Rettich im Suppengemüse Paket. Passt geschmacklich aber sehr gut. Eben Essen wie Gott in Frankreich auf der BELUGA - den Wettbewerb gewinnen wir !

In der Nacht dreht der Sturm nochmals richtig auf. Orkanböen peitschen durch Cherbourgs Marina. Der Südwind ist ablandig und zieht uns vom Steg weg. Wenigstens die Fender haben heute Nacht frei :-) Die BELUGA zerrt ordentlich an den Leinen. Da dieser Stum mit Ansagen war, haben wir ausreichend Leinen am Steg. Auch in ausreichender Stärke. Die BELUGA ruckt streckenweise sehr hart ein. Wir machen - am Steg festgemacht - ordentlich Lage in der Koje. Sabine hat über Stunden Mühe Schlaf zu finden. Gegen 03:00 lässt der Sturm ein wenig nach und wir schlafen heute aus, kommt der YANMAR Experte erst um 13:30.

Aufräumen mit eigenen Vorurteilen

Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass ich mindestens eins meiner Vorurteile begraben sollte. Ich denke ich muss meine Einstellung gegenüber der französischen Handwerkermentalität etwas differenzieren. Hatten wir in Jahren in Marseille wahrgenommen dass dort eine ausgeprägte „Manjana Mentalität“ herrscht, so stellen wir hier im Norden das absolute Gegenteil fest. Du fragst Dich, woran wir das festmachen: Der Ausbau unserer alten Maschine dauerte in Marseille mit den Werft Handwerkern über 3 Tage. Der Einbau mit der deutschen Fachfirma über 4 Stunden. Hier haben wir noch weitere ähnliche Beispiele erlebt.

Hier im Norden Frankreichs dauert es eine Weile, bis die Handwerker sicher sind, dass die Arbeit „ihrer würdig“ ist, was bedeutet, dass sie Zeitverschwendung vermeiden wollen. Wenn dann noch klar ist, wer die Zeche zahlt, dann gehts mit sehr viel Elan, Sachverstand, Kompetenz und sehr pünktlich (auf Französisch +/- 1h) zur Sache. Das ist zumindest mein aktueller Eindruck. In manchen Bereichen kann sich sogar der eine oder andere deutsche Handwerker eine Scheibe abschneiden.

So freue ich mich, zumindest dieses Vorurteil über französische Handwerkermentalität feierlich über Bord werfen zu können.

 

Dienstag, 19 Oktober 2021 16:12

... Hausmeister Krause und Frau

Montag

Am Montag beginnen wir mangels der YANMAR Info WANN es mit WEM weitergehen soll, die ersten Winschen zu fetten. Nach ausgiebigem Frühstück (bis 14:00) demontieren wir die erste Mastwinch. Die quietscht bereits sehr verdächtig bei der Nutzung. Daher beschliessen wir diese zu demontieren. Befund: Am Fett bzw. Öl kanns in keinem Fall liegen. Was nicht vorhanden ist, kann auch keine Fehlerquelle darstellen :-)

So beschliessen wir die gesamte Winch zu demontieren, säubern, fetten und wieder zusammen zu bauen. Kaum 2 Stunden später haben wir unsere Bb Mastwinch (46er Andersen Winch) wieder sauber, und dreckfrei. Leider ist eine Feder der Sperrklinken gebrochen. So beschliesen wir das Angenehme mit dem Nützliche zu verbinden. Wir gehe in den naheliegenden U-Ship und besorgen uns neue Federn. Danach gehts Brot kaufen.

Montags einkaufen ist in Frankreich eine echte Aufgabe: Sonntags haben viele Läden bis Mittags offen. Aber Montag haben alle geschlossen. Wirte, Läden und der Rest der Stadt. Montag scheint der Sonntag der Franzosen zu sein. So stapfen wir am Montag Nachmittag durch Cherbourg, suchen einen Bäcker und setzen uns in ein Kaffee. Dort habe ich den schechtesten Kaffee meines Lebens getrunken. Motto: "Darf man in so viel heisses Wasser so wenig Kaffee zugeben ?" Blümchen Kaffee: Wenn man die Blümchen am Boden der Tasse problemlos erkennen kann.

Dienstag

Unsere Ersatzteile für die Winchen lassen uns heute in Aktivismus aufbrechen. Wir säubern und fetten alle 3 Mastwinchen. Beginn um 11:00, Ende 16:00. Unser Vorgänger scheint das alte Motto "Viel hilft viel" ausgelebt zu haben. Sehr viel Fett in den Winschen. In jeder Winch anderes Fett - oder eben auch mal keines. Manche liessen sich gut reinigen, andere eher nicht. Nun haben wir am Mast 3 Winchen, die klingen wie neu: Leises klicken und leichte Drehungen.

YANMAR scheint sich auch heute in Schweigen zu hüllen. Daher beschliessen wir nun im Hafenkaffee einen Kaffee zu trinken. Haben wir uns verdient.

Freitag

Die Kommunikation mit YANMAR scheint diesmal ein wenig fixer zu gehen als in Dünkirchen. Zumindest scheinen hier ein paar Wissende einige Fragen zu stellen, welche darauf hindeuten, dass im Hintergrund was passiert. Wir beantworten die Fragen gemäss unseren Wahrnehmungen. Nach einiger solcher Mails bekommen wir die Nachricht, dass ein Vertreter der YANMAR France hier vor Ort aufschlagen wird um die gesamte Installation zu prüfen, ein neues Getriebe einzubauen, in Betrieb zu nehmen und abzunehmen. YANMAR wollte auf meinen Vorschlag am geplanten Zielort (max 40h Laufzeit) gleich ein neues Getriebe zu hinterlegen nicht weiter eingehen :-) Nachdem es bei YANMAR keine Getriebe im 12er Pack gibt, sind wir uns schnell einig, dass die gesamte Auslegung und Installation der Maschine überprüft werden muss. Das soll durch eben diesen Vertreter der YANMAR France erfolgen.
Bleibt zu hoffen, dass dieser Experte nicht nur einen Firmware-Upgrade aufspielt und dann mit den Worten "Sollte jetzt wieder gehen" verschwindet, wie das in Glückstadt, im Nachgang betrachtet, wohl der Fall war. Damals ahnte allerdings noch keiner, welche Folgen dies haben sollte. Hinterher ist man eben immer schlauer. Aber noch schlauer möchte ich diesbezüglich eigentlich gar nicht mehr werden.

Da wir hier noch ein paar Tage oder mglw. auch Wochen liegen werden, haben wir uns nach Firmen umgeschaut, welche in dieser Zeit unser Schanzkleid reparieren können. Dieses war uns in Dünkirchen während eines Einkaufs beschädigt worden. Seit Mittwoch warten wir auf ein Angebot einer ansässigen Werft, die unser Schanzkleid wieder in Schuss bringen will. Sehr pünktlich erschien der Chef. Selbst ein amibitionierter Hochsee-Regattasegler. Dieser schien sehr schnell zu erkennen, WAS zu tun ist und vorallem WIE und WOMIT. Leider sei er derzeit mit einigen Booten sehr beschäftigt, welche Anfang November auf eine Transatlantik Regatta starten. Daher braucht er Zeit um die Arbeiten zu terminieren, erklärte er uns. Das Angebot könnte daher wenige Tage dauern. Bis heute haben wir noch kein Angebot erhalten - zumindestens soweit ist auf ihn Verlass.

Da wir heute keine Lust hatten, wieder an der BELUGA zu arbeiten beschliessen wir einen Stadtbummel in Cherbourgh zu machen. Ist eine echt sehenwerte Stadt. Sehr schöne alte Häuserzeilen, leider teilweise dem Verfall preisgegeben. Gepaart mit neuen Häusern und Marktplätzen voll mit Händlern, welche lokale Produkte wie Gemüse, Fleich und Fisch anbieten. Für das tägliche Leben scheint hier bestens gesorgt zu sein. Alles befindet sich in Laufweite. Daher werden wir unsere Bordfahrräder zunächst verstaut lassen.

Natürlich sind hier auch die grossen Supermärkte vertreten. In einem sehr nahe gelegenen Carrefour gehen wir proviantieren. Dort finden wir neben den Dingen des täglichen Lebens auch echt lustige Waren gefunden, wie ihr den Bildern entnehmen könnt. Ralph, als begeisterter Bierliebhaber stellt fest, dass Franzosen die Aufgabe des Bieres wohl anders definieren als Deutsche - zumindestens als Süddeutsche: Es ist fast kein Bier zu finden, welches unter 6% Alkohol zu haben ist. Manche sogar mit 8% und mehr. Häufig belgische Biere. In allen möglichen und unmöglichen Geschmacksarten: Kirsche, Minze, Malz, Rauch, ... und Farben: Blond, Kupfer, Schwarz und klar, ... Wenn ich mir was zum Dröhnen suche, dann käme ich zuletzt auf Bier. Nicht so die Franzosen.

Also suche ich mir ein französisches "Leichtbier" mit max. 5% Alkohol (drunter ist eh nichts zu kriegen) und ohne Geschmacksbeigabe. So lande ich bei Bier aus dem Elsass, nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Da lobe ich mir die Nähe zu Deutschland. Mit unserem Einkauf im Wagen trollen wir uns zu einem der umliegenden Kaffees. Schliesslich brauchen wir auch in Cherbourgh ein Stammkaffee. Ein geeigenter Kandidat zu diesem Thema ist direkt am Ausgang unseres Steges. Dieses Kaffee hat derzeit eine Favoritenrolle. Während wir weiter verträumte Gässchen bestaunen stellen wir fest, dass unser - eigentlich lustig gemeinter - Christbaum nicht mehr weit entfernt sein kann. Die ersten Häuserzeilen tragen bereits Weihnachtsschmuck.

Am Abend gibts leckere "Caprese a la casa", französische Tomaten mit italienischer Mozzarella und etwas griechischem Ziegenkäse. Auch unsere Küche scheint internationaler zu werden. Im Anschluss schauen wir uns den Film "DUNKERK" an. Eine Empfehlung unserer Tochter Tina. Sie meinte, dass dies eine sehr gute Ergänzung zu unserem Aufenthaltsort Dünkirchen sei. Zumindestens ein paar Wochen zuvor, als sie die Empfehlung aussprach traf dies noch zu. Wir stellen fest, dass dieser Film auch in Cherbourgh noch gut zu sehen ist :-)

Empfehlungen zu medialen Technik an dieser Stelle:

In nahezu allen französischen Häfen gibts ein leistungsfähiges WLAN. Einen Internetzugang stellen wir über einen sog. "Travelconnector" - einer Empfehlung des Händler "WLAN-Shop 24" aus Hamburg - her. Sehr einfach zu montieren, kann man mit dieser "Antenne" eine Verbindung via Hafen-WLAN zum Internet herstellen. Bei diesem System kann sogar die Leistungsfähigkeit der Antenne entsprechend dem Abstand und der Empfangsstärke eingestellt werden. Läuft zwischenzeitlich sehr gut und sehr stabil. Wir bleiben daher immer in unserem Bordnetz angemeldet. Solange die "Travelconnector" aktiv ist, schaltet unsere Fritzbox 6890 von LTE auf diese WLAN Verbindung um. Eine 2te Fritzbox, stellt als DSL Router die Internetverbindung her. So haben wir keine grossen Konfigurationen zu beachten und befinden uns hinter den beiden Fritzboxen, die eine Firewall haben, auch einigermassen gut geschützt. Vor Auslaufen kann die gesamte HafenWLAN Technik via Bordnetz abgeschaltet werden. Die zentrale Fritzbox schaltet dann wieder - ohne weiteres Zutun - auf LTE um.

Dies hat sich bislang als sehr hilfreich für uns dargestellt. Die Kommunikation mit YANMAR erfolgt fast ausschliesslich per Mail. Die letzten Tage und Wochen hatten grosse Telefonieanbieter wie die deutsche TELEKOM, T-Mobile, ... mit Netzausfällen zu kämpfen. Internet in Frankreich ging jedoch. Unser Bordtelefon arbeitet über Internet Telefonie mit SIPGate. Somit bleiben wir immer telefonisch erreichbar, auch wenn die Handies keine Verbindung mehr herstellen können. Auch in diesem Themenbereich scheint Redundanz wichtig. Solltest Du einen Anruf von uns bekommen, bei dem die Telefonnummer +49 7542 ... erscheint, dann bitte nicht wundern. Egal wo in der Welt wir uns befinden haben wir die selbe Telefonnummer. Hat in der Vergangenheit zur einen oder anderen lustigen Verwirrung beigetragen :-)

Was wir ebenfalls feststellen durften war, dass "Funklöcher" im französischen Mobilfunk so gut wie gar nicht zu finden sind. Ich spreche hier von unseren unfreiwillig langen Aufenthalten an Land in urbanen Gebieten. Aber auch in urbanen Gebieten schaffen es deutsche Mobilfunkanbieter zahlreiche Funklöcher zu etablieren. Auch während unserer Überfahrt von Dünkirchen bis Cherbourgh hatten wir Mobilfunkempfang an Stellen, an denen wir das nie vermuteten. Möglichweise hat das auch mit den vielen "Boatpeople" zu tun, die nahezu täglich von Rettungsorganisationen in grosser Zahl aus dem englischen Kanal gefischt werden. Grosse schwarze Schlauchboote, welche mit ca. der 3-4 fachen Menge Menschen besetzt sind als zugelassen.

Für den abendlichen TV-Empfang nutzen wir diese Lösung um via Fire TV Stick oder Notebook die Nachrichten von zu Hause zu sehen. Leider scheint das Liveprogramm im Ausland nicht zugänglich. "Aus rechtlichen Gründen ist diese Sendung nicht zu empfangen ..." ist dann zu lesen. Meist schauen wir uns dann die jüngste vergangene Nachrichtensendung an. Reicht üblicherweise ganz gut. Zumindest stellen wir fest, dass das södersche CDU Mobing nicht häufiger ist, als Nachrichtensendungen ausgestrahlt werden. Solltest Du aber auf Live-TV nicht verzichten zu wollen, dann kannst Du Dich über einen deutschen VPN Anbieter ins Internet bewegen lassen. Dann geht auch Live-TV. Schien uns jedoch zu aufwändig und dadurch zu fehleranfällig.

 

 

 

 

Mittwoch, 13 Oktober 2021 22:06

Stadtbummel in Cherbourg

Mittwoch

Nachdem wir heute zunächst die Holzteile unseres Schanzkleids ein wenig auf Vordermann brachten, beschliessen wir einen Stadtbummel zu machen. Auch müssen wir uns ein neues Kaffee suchen. Zahlreiche Mails werden mit YANMAR ausgetauscht, aber einen Lösungstermin gibts noch nicht. Schliesslich müssen wir uns ein neues Kaffee suchen, einen Supermarkt und für den Fall der Fälle auch einen Christbaumverkäufer :-)

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei all denen bedanken, die uns diese Aufenthalte ermöglicht haben. Ihr habt uns zwischenzeitlich fast ein halbes Jahr unseres Leben gestohlen. Danke dafür!

Im Licht der untergehenden Sonne sehen wir die weiss strahlende MSC Seaview im Hafen von Cherbourg liegen. Eine beachtliche Bettenburg. Freunde von uns nennen diese Schiff gerne auch "Brutkasten". In Anspielung auf angebliche Verhaltensweisen der Kreuzfahrtpassagiere. Wenn man bedenkt, dass das grosse Gebäude im Vordergrund eine stolze Werfthalle der Wehrmacht war, in der stolze Schiffe gebaut wurden welche einen Krieg gewinnen sollten. Die MSC Seaview als Kreuzfahrer überragt dieses Gebäude heutzutage um einige Stockwerke.
Betrachtet man dann die Rauchfahne der Kamine, kann man sich vorstellen, warum so manche Stadt ihre Probleme mit den Kreuzfahrtschiffen hat. So mancher Einwohner hat die Nase voll davon. Hier in der Normandie bringen die Touristen jedoch wichtiges Geld in die Stadt. Man hat offensichtlich Prioritäten gesetzt.

Ansonsten sind wir beide beeindruckt von der alten Gebäudestubstanz. Richtig schöne alte Gebäude. Auch eine Kirche liegt direkt hinter unserer Marina. Getrennt durch einen Park. Sofort fällt uns bei dieser Architektur der Film bzw. das Buch "Säulen der Erde" ein. Ähnlicher Baustil. Auch sind bei dieser Kirche die diversen Bauabschnitte geltungsssüchtiger Kirchenfürsten deutlich erkennbar.

Dieser alte Baustil trifft in Cherbourg auf moderne Architektur, welche teilweise direkt als Gebäudeerweiterung dran gebaut wurde. In manchen Fällen eher gelungen, in anderen auch nicht.

Was natürlich in keiner guten französischen Stadt fehlen darf, ist der reitende Napoleon. Liberté, Égalité, Fraternité wird in der Neuzeit ergänzt mit Mobilité. Was die ganzen Kreuzfahrer erklärt. Als Schwabe würde ich noch einen Vierten dranhängen: "Stinkt ganz schee". Den Kreuzfahrer riecht man bei der heutigen Windrichtung in der gesamten Stadt ... und die Jungs haben die Maschinen noch gar nicht gestartet.

Da kann unsere WEBASTO Heizung im wahrsten Sinn des Wortes nicht dagegen anstinken.

In Erwartung eines dritten Getriebes auf den ersten 140 Betriebsstunden unserer Maschine gehen wir schön Essen. Danch ein Absacker und dann ab ins Bett.

 

Dienstag, 12 Oktober 2021 17:27

Murmeltier ist hier !

Heute morgen sehe ich eine Mail von meinen Anglerfreunden, dem YANMAR Europe Kundenservice. In der Umgebung ist ein YANMAR Master Dealer angesiedelt. Dieser kontaktiert uns und teilt uns mit, dass gegen 14:00 ein Monteur vorbei kommt. Eigentlich wollten wir zu diesem Zeitpunkt abfahren. Hatten wir das nicht schonmal ? Anderer Ort, gleiches Vorgehen. Wenigstens darauf ist Verlass.

Sabine und ich hatten während des Frühstücks im Logbuch nachgesehen und ein wenig in der Erinnerung gekramt. Hierbei fallen uns folgende Zusammenhänge auf:

  • Das erste Getriebeproblem trat mit ca. 40 Betriebsstunden, bei der Einfahrt in den Hafen von Glückstadt, auf. Kein Vorwärtsgang. Danach hat die Yachtwerft ca. 3 Stunden die Züge neu eingestellt. Zunächst erfolgreich. Bei der Abfahrt 2 Tage später wollte der Vorwärtsgang schon wieder nicht mehr. Ruckeln an der Schaltung dann gings. Dieses Phänomen hat sich in der folgenden Zeit verstärkt.
  • Am 18.8. laufen wir mit ca. 100 Betriebstunden auf der Maschine in Dünkirchen ein, weil das Getriebe gar keinen Vorwärtsgang mehr einlegt.
  • Nach 6 Wochen warten auf ein neues Getriebe, Austausch der gesamten Kabelage und auch der Schaltmimik sowie der Morse Regler geht alles wieder wie ne Eins.
  • Ca. 40 Betriebsstunden später sind wir in Cherburg und das Ganze beginnt von Vorne. Die Monteure (sehr freundlich und hilfsbereit) kommen an Bord, tauschen die Filter, weil sie nur den P0094 Fehler beheben wollten. YANMAR Kommunikation eben ! Danach empfehlen sie, wir sollen einige Runden im Hafen drehen um die Temperaturentwicklung zu beobachten. Ich erklären Ihnen, dass wir ein kleines Problem damit haben, dieses Programm ohne Vorwärtsgang zu absolvieren.
  • Schaltung prüfen: Erste Rückmeldung: Die Züge sind das Problem und müssen neu eingestellt werden! .. und täglich grüsst das Murmeltier. Ich erkläre den beiden Herren dass sie sich diesen Aufwand sparen können, da die neuen Züge, Morse-Controller etc. vor ca. 40 Betriebsstunden noch perfekt funktionierten. Dass wir diese Entwicklung bereits hinter uns haben und das Problem beim Getriebe liegen muss.
  • Der Monteur kuppelt die Züge ab um mir zu beweisen, dass es die Züge sind. Manuell bedient, kuppelt das Getriebe mit ausgeschaltetem Motor problemlos ...klack deutlich hörbar ... Vorwärts wie Rückwärts. Maschine geht an, Rückwärts geht, Vorwärts nicht mehr. Jetzt scheinen sie mir zu glauben.
  • Zwischenzeitlich bin ich mir sicher, dass es an den alten Zügen nicht gelegen haben kann. Dies hatte die Yachtwerft unserem Anwalt erwiedert. Der Kunde wollte keinen Austausch. Das hat sich die Yachtwerft wohl ein bisschen zu einfach gemacht.
  • Der hiesige Ansprechpartner setzt sich mit DB Moteur ins Benehmen und sucht eine Lösung. Fand ich sehr nett, dass er meine Interessen in französisch vertritt. DB Moteur scheint beeindruckt ob der sensationellen Lebenszeit des Getriebes. Aufgrund der ihnen bekannten Vorgeschichte versprechen sie, sich mit ZF in Verbindung zu setzen und eine Lösung zu suchen.
  • Die problematische Fueltemp hat sich während der vielen Gang Einlegversuche (in Summe weniger als 30 Minuten Laufzeit) um 17°C erhöht. Das beeindruckt auch die Monteure. Sie fragen ob ich vielleicht eine Leine in der Schraube habe. Nachdem in Boulogne der Taucher den seitens Yachtwerft unzulänglich befestigten Ropecutter erneut befestigte, kann ich das mit Sicherheit verneinen. Sie wollen sich mit YANMAR kurzschliessen und gemeinsam YANMAR Europe, YANMAR Masterdealer vor Ort und die Monteure eine Lösung für uns finden. Ich rege an, über einen anderen Hersteller als ZF beim möglicherweise anstehenden Getriebetausch nachzudenken. Ist für mich nicht so hilfreich, wenn Getriebe angeboten werden, die nicht mehr als 40 Betriebsstunden halten !
  • DB Moteur überlegt ob es sinnvoll sein kann nach Cherbourg zu fahren.
  • Die hiesigen YANMAR's erklären dass ein Getriebewechsel an Land stattfinden muss. Was mir die wochenlange Stopfbuchsenwache ersparen kann. Hätte ich sicherlich auch nicht nochmals akzeptiert.

In Summe ist unser Wetterfenster schon wieder geschlossen. Wir werden bei den aktuell perfekten Windverhältnissen nicht mehr auslaufen können. In ein paar Tagen ist Süd- bis Westwind in der Biskaya angesagt. Streckenweise mit 5++mtr Wellenhöhe. Das braucht kein Mensch. Zumindest wir wollen das nicht haben. So beschliessen wir heute nach Cherbourg zu gehen und nach Christbaumverkäufern zu suchen.

Falls jemand meine Meinung über die Zuverlässigkeit von YANMAR Equipment wissen möchte ... besser nicht. Schimpfworte und Schmähungen sind nichts fürs Internet .. und unter Anglern macht man das auch nicht - in der Öffentlichkeit.

So schliesse ich meinen heutigen Blog mit einem 3-fachen Petri-Heil !

Montag, 11 Oktober 2021 16:15

... Punxsutawney Phil

Heute wollen wir mit ablaufendem Wasser gegen 14:00 auslaufen. Ziel wieder mal A Coruna ! Wir haben zwischenzeitlich nach Dünkirchen mit Getriebewechsel und Boulogne sur Mer mit klöterndem Ropecutter so viele Tage verloren, dass die Reserve für unser kleines Biskaya-Fenster nahezu aufgebraucht ist. So starten wir die Maschine um 14:02 und wollen ablegen. Leinen los und ... kein Vorwärtgang mehr ! Das Getriebe legt schon wieder keinen Vorwärtsgang mehr ein. Punxsutawney Phil ?

Nur zur Erinnerung: Mitte April hatten wir die selben Probleme wie heute. Die Vorgabe an die Yachtwerft war es, im Zeitraum zwichen Ende April und Mitte July (10 Wochen !) die Schaltungsprobleme zu beseitigen. Heute haben wir den 11. Oktober ! und unsere Schaltung funktioniert noch immer nicht ! Der Unterschied: 6 Monate sind vergangen. Zwischenzeitlich scheint es nicht mehr das Problem der Werft zu sein ?!?!? Aus unserer Sicht eine üble Nummer ! Scheinbar aus Sicht der Yachtwerft: Mach nix und lass den Kunden hängen ! Irgenwann gibt er vielleicht auf !

Aus gemachter Erfahrung geht a) eine Meldung ins YANMAR Anglernetz und b) eine Mail an den YANMAR Europe Service mit dem wir bislang schon sehr gute Erfahrug gemacht haben. Zumindest in der Disziplin "Geduld". In CC gleich an den Anwalt. Ich habe YANMAR hierbei mitgeteilt, dass wir morgen fahren müssen und er eine Lösung bis morgen 14:00 finden muss. Knappe Stunde nach der Mail erhalte ich eine Antwort von Roel. Der Ansprechpartner des YANMAR Europe-Service mit dem grossen Organisationstalent und ausgepägten Kenntnissen der Anglershops im YANMAR Netzwerk. Er will unseren Liegeplatz und Kontaktinformationen, damit uns ein Ansprechpartner der YANMAR France kontaktieren kann. Zwischenzeitlich ists 16:00. Ich gehe von einem Kontakt am heutigen Tage nicht mehr aus. Schaun wir mal ...

Bis heute abend 21:00 hat sich niemand gemeldet. Der Angelshop macht wahrscheinlich gegen 17:00 spätestens zu. Daher sind wir gespannt auf morgen.

So machen wir einen Rundgang durch Cherbourgh. Wir suchen vorwiegend nach Kaffees und Christbaumständen :-) Unsere Befürchtung ist dass wir hier ein "Dünkirchen II" erleben. Bei der bisher erlebten Dynamik der YANMAR Organisation nicht ganz abwegig. Andererseits sind wir nicht bereit selbst Hand an zu legen. Am Ende kommt YANMAR kommt mit der Aussage "... selbst gebastelt, Garantie verwirkt ...". Daher sollen die sich um ihren Sch... selbst kümmern. Petri heil !

Fortsetzung folgt ..

Sonntag, 10 Oktober 2021 19:07

Zwangsstopp die Dritte !

Wie von der Wetterwelt prognostiziert kommt gegen Abend Wind auf. Zunächst darf die Maschine mithelfen. Die Maschine bleibt an … und läuft bis jetzt ganz gut. Die Dieseltemperatur steigt sehr moderat an. Aber sie steigt. Gegen 06:00 morgens geht der P0094 Alarm wieder an. Dieseltemperatur bei 67°. Der Monteur in Frankreich meinte zwar dass alles bis 72° im Normalbereich ist und keinen Fehler verursachen sollte, unsere Angelshop-Maschine allerdings behauptet eben was anderes. Also Gross setzen und segeln. Wind ist ja (noch) da. Bis ca. 10:00 laufen wir unter Segel mit 6-7 kn. Frühstück bei Stille und Wind. Das macht Laune ! Ab dann setzt der Gegenstrom ein. Mit 5kn ganz ordentlich und wir nehmen die Maschine zuhilfe (mit 25% Last) um nicht rückwärts zu segeln. Der Spuck soll noch bis ca. 15:00 halten. Dann haben wir auch unseren Wegpunkt vor Guernsey erreicht und legen Brest an. Noch ca. 140NM dann geht’s in die Biskaya.

Soviel zur Theorie: Praktisch hält die Maschine nur etwa 2h Stunden durch, dann geht der P0094 Alarm wieder los. Die Maschine stoppt danach dann von selbst. Obwohl im Handbuch steht, dass eine Weiterfahrt mit mässiger Drehzahl möglich wäre. Ist sie auch, aber nur für wenige Minuten. Der YANMAR Europe Service-Experte hatte mir erklärt, dass dieser Fehler problemlos auch bis zu den Kanaren warten könne. Nur man muss eben dahin kommen mit einer YANMAR Maschine. Und genau da liegt das Problem ! Das Ding läuft einmalig kaum mehr als 12h am Stück. Dann nur noch in kurzen Perioden (1-2h). Erst hupt es, dann steht sie hin. Egal wo Du dich befindest und wie sehr Du auf sie angewiesen bist. Mit unserer Angelshop-Maschine bedeutet das: Ohne Wind haste ein Problem. Wie wir aus Dünkirchen wissen ist bei YANMAR die Devise „Haste ein Problem mit YANMAR, dann haste ein richtiges Problem !“. So müssen wir erneut abdrehen. Diesmal nach Cherbourgh. Sollte unter Segeln bis zum Hafen klappen.

Wenige Meilen vor Cherbourgh wollen wir uns beim Hafenmeister per VHF anmelden. Also Funke an, Kanal 09 wählen und funken. Mit drücken des Trägers ist die gesamte Navigation aus. Schiff dunkel ! Wie geht das nun ? Alles wieder hochfahren. Sabine steuert bis der Autopilot wieder da ist. Wenige Minuten später segelt die BELUGA wieder wie sie soll. Funkgerät kaputt ? Nun dann versuchen wir es vom Innensteuerstand. Träger drücken ... und wieder ist alles aus. Wieder kein Strom mehr im Schiff. Sollte es hierbei Zusammenhänge geben ? Vielleicht der Klabautermann ? oder doch der Elektriker ?

Im Hafen von Cherbourgh fest, machen wir uns auf die Fehlersuche. Verbrauch ist enorm hoch. Die Batterie wird mit 50A++ entladen. Normal sind 15A-20A (mit WEBASTO). Egal welcher Verbraucher hier dazukommt, bricht die Verbraucherspannung ein und das Stromnetz baut sich neu auf. Wer verbraucht hier so viel ??? Nach einiger Suche kamen wir dem Bösewicht auf die Schliche. Während der Nacht haben wir ein 12V PKW-Scheibenheizer, der vor Beschlagen schützen soll, angeschaltet. Leider war uns nicht kar, dass dieser Heizer mit 35A++ mehr als doppelt soviel verbraucht als die gesamte BELUGA ... und das war wohl zuviel des Guten. Heizer aus .. und alles ist wieder in Ordnung. Na zumindest ist dieses Problem gelöst. Dann bleibt nur noch der Angelshop .. pardon, die YANMAR Maschine. Dort gehen wir morgen beim YANMAR Dealer im Hafen vorbei und fragen, ob er eine Idee hierzu hat, welche in weniger als 7 Wochen umsetzbar wäre.

Nach jahrelangen sehr guten Erfahrungen mit YANMAR könnte ich mir vorstellen, dass ein Praktiker mit Erfahrung durch ein paar Kleinigkeiten diesen Missstand abstellen könnte. Nur finden muss man diesen Praktiker eben. Leider habe ich diesen noch nicht gefunden. Weder bei der Yachtwerft in Glückstadt, noch bei YANMAR ... und so suchen wir auch morgen ...

Wir werden berichten ...

Samstag, 09 Oktober 2021 19:05

Ziel: A Coruna (schon wieder mal)

Heute morgen beim Hafenmeister angemeldet und nach einem Hafentaucher gefragt. Binnen 30 min war dieser da. Taucht und stellt fest, dass sich der Ropecutter gelöst hat und auf der Welle nach vorne rutschte. Danach klöterte dieser munter vor sich hin. Mit einem Hammer hat er diesen wieder auf seine Position gehämmert und fest gemacht. Nicht eine Leine war das Problem, sondern der Leinenschneider (Ropecutter) ! Binnen 20 Minuten war er fertig und zog wieder ab. Kosten 55€.

Um 11:00 gehen wir mit der Schleussenöffnung raus. Ziel: A Coruna (schon wieder mal). Die Maschine wird nicht mehr als 1800 rpm befeuert. Das sind ca. 25% Last. Wir hoffen dass dies unser P0094 Problem löst bzw. hinauszögert.

 

Freitag, 08 Oktober 2021 18:59

Erneuter Zwangs-Stopp

Heute morgens starteten wie wie geplant um 08:00 in Dünkirchen. Erst zur Tanke, dann gings los. Mit über 9kn folgen wir dem Fahrwasser in Richtung Calais. Gegen 14:00 drehen wir ab in den Süden. Wir müssen gegen die Strömung mehr als 5kn anlaufen. Teilweise bleiben wir knapp unter der 4kn Marke. Gegen 15:00 kommt Wind auf. Wie angesagt aus N mit ca. 10kn. In Böen sogar bis zu 13kn. Was ne Böe -:). Aber der Wind hilft sehr wirkungsvoll gegen die Strömung anzuhalten.

Kurz vor 16:00 klopft es plötzlich lautstark von der Antriebswelle. Nicht schon wieder unser Getriebe oder gar die Maschine. Sabine hatte gerade geschlafen als das Klopfen immer heftiger wird. Blick in die Maschine: Alles sieht gut aus. Das kann eigentlich nur was in der Schraube sein. Drehzahl runter. Klopfen wird weniger. Die üblichen Tricks mit Rückwärtsfahrt etc. hilft leider nichts. Auch unser Ropecutter, der eigentlich genau das verhindern sollte hat nicht geholfen. Tauchen im Ärmelkanal bei 5kn Strom lassen wir dann lieber bleiben.

Also schon wieder abdrehen. Ziel Boulogne sur Mer ist der nächste Fluchthafen. Maschine geht aus, den Rest machen die Segel. Da wir abdrehen segeln wir halben Wind mit 4-5kn Geschwindigkeit ! Eigentlich ist nur die Richtung falsch. Der Rest würde passen. Um 18:00 liegen wir im Innenhafen von Boulogne sur Mer. Erster Tauchversuch. Leider ist das Wasser so trübe, ölig und so wenig Tageslicht, dass wir es bei diesem Versuch lassen.

Mittwoch, 06 Oktober 2021 12:02

Die BELUGA wieder on Tour ...

Mittwoch

Heute dreht der Wind nochmals richtig auf und zeigt was er kann ... und der kann echt was ! Über 40kn Wind im Hafen, in Böen auch gerne deutlich mehr. Aufgrund der Schräglage und des Einruckens gehen die ersten ungesicherten Schubladen auf. Aber kein Problem, die wichtigsten Schubladen wurden bereits vor Wochen von "Hausmeister Krause" verstärkt und die Sicherungen halten mehr als gut. Insiderwitz: Selbst der Thermomix bleibt wo er ist: In der Schublade :-)

Die heutigen Wetterprognosen sagen teilweise weniger Wind an, als dies gestern noch der Fall war. Zumindest über die Richtung sind sich die Prognosen einig: N bis NE. Idealer Wind für unsere Strecke. Das bedeutet für uns der Abfahrttermin bleibt auf Freitag morgen. Sicherheitshalber vollgetankt. Für uns bedeutet das, wir können die BELLUGA seefest machen. Maschinenraum wieder einräumen, Zeug wegstauen, letzte Wäsche waschen etc, etc ...

Donnerstag

Die BELUGA wird bereit gemacht für die Abreise morgen früh. Freitag 08:00 ist noch immer der Plan. Die Windstärke wird etwas besser vorhergesagt als gestern noch. Da wir noch einiges kontrollieren, korrigieren , stauen und abfahrbereit machen wollen fangen wir bereits heute damit an. Sabine macht noch "nen Kessel Buntes". Ralph kontrolliert die Dieselfilter, die Ölstände, dichtet den Ankerkasten erneut ab, Frischwasser auffüllen, ... eben was man so macht bevor man losfährt. Das Ganze geht - in bewährt entspannter Vorgehensweise - bis ca. 16:00. Dann nochmals in die Stadt. Brot kaufen, Gemüse und auch zum Metzger. Danach ins Kaffee um "au revoir" zu sagen. Vom YANMAR Service Dealer (pardon: Angelshop) verabschieden wir uns lieber nicht. Abfahrt ist also vorbereitet! Morgen früh dann losmachen, tanken und raus hier. Im englischen Kanal soll uns anfänglich eher sehr wenig Wind begegenen. Ab Freitag Nachmittag sagen die Prognosen dann bis durch die Biskaya sehr guten segelbarem raumen bis halbem Wind voraus.

Am Ziel in Spanien (ja nach unserer Verfassung ist A Coruna oder Vigo als Ziel geplant) erwarten uns dann Begegnungen mit Orcas in Spanien und Portugalhoffentlich nur freundliche Orcas. Bei unserem Bootsnamen sollten wir davon ausgehen dürfen :-) Bist Du interessiert an weiteren Informationen zu den aktuellen Orca Attacken vor der spanischen und portugiesischen Küste, dann klicke hier. Dieser Link bringt Dich auf die Seite der spanischen Walforscher, die diesem Thema derzeit zum Schutz von Mensch und Tier mit hohem Aufwand nachgehen.

Der Abend klingt bei einem schönen Essen in einem der umliegenden Restaurants aus. Gibt nicht sehr viele gute Restaurants, aber dennoch einige davon haben wir gefunden. Hat auch seine Vorteile wenn man länger an einem Ort bleibt. Allerdings wirds in Dünkirchen schon seeehr mächtig Herbst. Nachts ist die Standheizung Gold wert. Tagsüber gehts dann grad noch so. Ausser es weht so gewaltig, wie es das gestern tat. Heute ist de Nordsee wie geölt - spiegelglatt. Eigentlich wollten wir am Donnerstag 22:00 losfahren. Wäre jedoch ne Dieselstrecke geworden. Immer vor dem Windfeld herdieseln. An dieser Stelle sind wir dankbar auf die Empfehlung der WetterWelt gehört zu haben und erst am Freitag früh zu fahren.

Wir verabschieden uns zunächst mal für ein paar Tage. Wir rechnen mit 6-7 Tage für die ca. 700 Seemeilen. Mit dem Christbaum in Dünkirchen scheint es daher nichts mehr zu werden. Zum Glück ! Auf See ist bloggen nicht möglich. Sobald wir jedoch wieder an Land sind, werden wir über die gesamte Reise berichten. Es bleibt spannend ... und ihr bleibt uns hoffentlich gewogen :-)

Frei nach "Hannes und der Bürgermeister" : Bis bald an dieser Stelle mit Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle !

Der Orca Flüsterer

Sehenswerte Bilder mit einem Ranger der sich Orcas zu Freunden gemacht hat.

 

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Mittwoch, 06 Oktober 2021 10:58

Clearance for Take Off

Montag

Unsere BELUGA rennt wieder wie ne Eins. Nun bereiten wir unsere Abfahrt vor. Offensichtlich benötigen wir schliesslich doch keinen Christbaum in Dünkirchen. Sabines Bruder wollte uns für diesen Fall einen Oberschwäbischen Christbaum nach Dünkirchen schicken, wenns denn nötig würde :-) meinte er in einem Telefonat. Vielen Dank fürs Angebot, aber uns wäre ein Christbaum auf den Kanaren lieber, zur Not auch einen spanischen :-)

Laut aktueller Wetterprgnose könnten wir frühestens am Mittwoche Nacht (gegen 22:00) losfahren. Dann hätten wir noch ein paar Stunden moderaten Gegenwind und am Donnerstag vormittag dreht der Wind auf NE bis E und schiebt uns durch den Kanal. Dennoch fragen wir um Hilfe bei der Suche nach einem Startfenster bei Wetterwelt an.

Wir proviantieren schonmal, solange das Wetter noch einigermassen trocken bleibt. Für unsere Überfahrt nach A Coruna rechnen wir mit 6 Tagen (~700NM). So lange sollten die Vorräte (Diesel, Wasser, Essen und Getränke) auch locker reichen. Trinkwasser können wir unterwegs mit dem Watermaker erzeugen. Beim Rest wirds ein wenig komplizierter, oder gibts ein "Sail'In" in der Biskaya ? :-)) Sieht man doch das "Restaurant zum goldenen Bogen" auch sonst an allen möglichen (und teilweise auch unmöglichen) Plätzen mit ihren Angeboten :-) Wir werden die Augen offen halten und berichten :-))

Ich habe beim Gang durch den Supermarkt entdecken dürfen, dass offensichtlich französische Männer in Sachen Blumengeschenke ähnliche Probleme haben wie die deutschen Männer. Hier gibt es Orchideen in der "Alzheimer" Version. Nicht nur am Valentinstag. Mein Französisch ist nocht besonders, aber ich hab die Beschriftung zumindest so interpretiert :-) Eine echt gute Idee ! In einem solchen Blumengeschenk stecken mindestens 2 Botschaften.

Zweimal (einmal Essen, einmal Getränke) mit schweren Schätzen beladen kehren wir zur BELUGA zurück. Freezer voll, Getränkekühler und -bilge voll. Bestens ! Also nichts wie nochmals los in unser Stammcaffee. Die Chefin fragte vor einigen Wochen "Ein Bier ?" und meine Antwort war "What else !". Da sie kein Englisch spricht kam eine lebhafte Diskussion mit den anwesenden Franzosen auf, was "What else" auf französisch heissen mag ? "Quoi dotre" war die einhellige Übersetzung. Daher auch heute auf  heute wieder auf ihr fragendes Gesicht "Quoi dotre". Zwischenzeitlich der running Gag in "unserem" Kaffee. Sabine und ich sind die "Quoi dotres". Was bedeutet: Einmal Caffee creme und ein grosses Pelforth Bier.

Dienstag

Heute ist recht ungemütlich. Knapp 30kn Wind von achtern. Beim Segeln gar nicht so schlecht, ist das im Hafen recht ungemütlich. Hier kommt sogar Welle im Hafen auf. Der Wind frischt im Laufe des Tages auf ... und zwar mächtig ! Die Nacht wird eher unruhig. Ab und an quitschen Festmacherleinen, rucken heftig ein und die von achter anlaufende Welle klatscht teilweise sehr heftig direkt unter unserer Koje  unters Heck. Schlafen mal anders. Gegen 03:00 wirds ein wenig ruhiger. Der Wind flaut von über 40kn auf leicht unter 30kn ab. Da sich die Windrichtung dreht, rucken die Leinen nicht mehr ein. Alles palletti.

Laut heutiger Wetterprgnose könnten wir frühestens am Donnerstag abend losfahren, da der W-Wind noch länger anhält als gestern vorher gesagt. Die Empfehlung der Wetterwelt war es am Freitag zu fahren, dann hätten wir weniger Flaute und könnten die gsamte Strecke gut durchsegeln. Allerdings unterscheiden sich die Wetterprognosen diesbezüglich noch ein wenig. Wir beschliessen der Wetterwelt mehr zu vertrauen als anderen und verlegen unsere Abfahrt auf Freitag früh 08:00. Das teilen wir der Wetterwelt auch so mit und lassen uns eine ausführliche Beratung zukommen.

Wie man eine Slipanlage und einen Portalkran kombinieren kann, durften wir im Hafen begutachten. Von 2h vor HW bis 2h nach HW wird gekrant. Maximal 2mtr Tiefgang. Das Schiff fährt, was der Tiefgang hergibt und der Kran versenkt sich soweit möglich (daher max. 2mtr). Anschliessend Gurte hoch und nach oben und rückwärts aus dem Wasser fahren. Der Kranoperator versenkt den Kran bis er (fast) nasse Füsse bekommt. Einfach und dennoch wirkungsvoll. Scheint auch wegen der bei Ebbe abtrocknenden Algen keine rutschige Fahrbahn zu sein. Ich kann mir bei deutschen Abnahmebehörden / BG's eine solch pragmatische Möglichkeit allerdings nicht mehr vorstellen. Aber so gehts wohl seit Jahren. Die fortwährenden Kranaktionen zeigen dennoch deutlich: Es ist Herbst in Dünkirchen !

 

 

Samstag, 02 Oktober 2021 15:37

Die unendliche Geschichte (Finale)

Mittwoch

Wie angesagt erscheint der Monteur. Kaum haben wir das halbe Schiff zerlegt, schon sind die neuen Schaltzüge drin. Danach werden die Züge justiert und schon steigt die Spannung ins nahezu Unermessliche ! Ist nun wieder alles gut ? Antwort: NEIN. Die neuen Züge haben zwar eine wenig leichtgängigere Schaltung erzeugt, die Gänge werden nun auch einigermassen eingelegt (so hatten wir das in Glückstadt auch schon mehrfach hinbekommen) aber das Zusammenspiel der beiden Steuerungen und Gänge einzulegen klappt noch immer wie vorher. Mal gehts, mal nicht - Status Quo des alten Getriebes mit den alten Zügen erfolgreich erreicht .-) Daran scheint es wohl nicht gelegen zu haben.

Donnerstag

Sabines GeburtstagskuchenNachdem wir Anfang des Monats unseren 40ten Hochzeitstag im schönen Dünkirchen feiern durften, feiere ich heute mit Sabine gemeinsam ihren 60ten ! Herzlichen Glückwunsch. Den hatten wir auf den Azoren geplant zu feiern. Gemeinsam mit Tina und Markus. Leider konnte das Dank unseres Getriebedisasters nicht stattfinden. Wir schaffen es auch zu zweit ein würdiges Fest draus machen. Seit heute habe ich ein "Sweet little Sixty" an meiner Seite ... und bin sehr stolz drauf mit dieser Frau all die vergangenen ... und hoffentlich noch viele künftige ... Jahre erleben zu dürfen !

HAPPY BIRTHDAY Sabine !

Freitag

Regen, Regen, Regen ...

Ralph nutzt die Zeit seinen "Hausmeister Krause" Aufgaben nachzukommen. Bei dem zu erwartenden Wetter und der Strecke: Heizung reinigen. Brauchte unsere WEBSATO bislang ein wenig häufiger als alle anderen. Verrusste bislang recht ordernlich. Heute ? Nachdem Ralph diese Aufgabe vor einigen Monaten bei deutlich negativen Minusgraden wöchentlich üben durfte gehts auch recht flott. Grosse Verwunderung. Die Steuerung der Heizung scheint deutliche Verbesserung gebracht zu haben. Keine nennenswerte Verrussung mehr im Brennraum ! So solls sein. Vielen Dank an dieser Stelle an die Firma Schlüter & Söhne. Die sehr hilfreichen Tipps über die Eigenarten dieser Heizung habe ich in meiner Steuerung berücksichtigt. Bei der Gelegenheit auch gleich den Dieselfilter gewechselt und schon wirds wieder mollig warm in der BELUGA.

Ausreichend Zeit und mollige Bedingungen um unser Iridium Telefon in Betrieb zu nehmen. Telefon geht schon länger, aber Wetterdaten und Mailservice muss noch eingerichtet werden. Kaum 10GB Anleitungen runtergeladen und gelesen, schon kann man anfangen. Ich mache nun schon länger IT und alles was ich hier sehe und lese kommt mir sehr bekannt vor. Vorallem aus den 80er und 90er Jahren. Nur die Stecker sind neu. Alles USB. Allerdings die guten alten, welche seit mehreren Jahren kaum mehr zu finden sind. Dennoch stelle ich fest, dass "Dino-Kenntnisse" auch von Vorteil sind. Wer serielle Kommunikation (9-pol D-Sub Stecker) kennt, fühlt sich bei iRIDIUM gleich zu Hause. Treiber hier und Update da, schon gehts los. Mit der rasenden Geschwindigkeit eines Akkustikkopplers. Eben wie in den 90ern. Ich bin überrascht, dass Windows 10 damit klar kommt. Gegen 18:00 gehts dann ! Zur Belohnung bereitet Sabine Spaghetti "Vorarlberg" zu. Mit Käse-Sahnesosse aus Zwiebel und Rasskäse ! Echt lecker !

Samstag

Es regnet auch heute bereits ab 09:00. Nicht viel aber dauerhaft. Das erste Jubeln des Tages betrifft den Wetterbericht. Es soll sich ab Mittwoch ein Hochdrucksystem aufbauen. Mit E bzw. NE Winden ! Whow dieses Hoch nehmen wir doch gerne mit ! Hoffentlich bleiben die Vorhersagen so. Sicher noch besser wäre, wenn das Wetter dann auch so wird, wie die Vorhersagen dies beschreiben. Wir würden uns sehr drüber freuen. Am Mittwoch früh starten, würde der Wind von hier bis A Coruna reichen. Dort würden wir dann am Montag ankommen. Dann wäre zumindest ein sehr grosser Stein von unserem Herzen gefallen. Wir wollen dies weiter im Auge behalten.

Dienstag, 28 September 2021 10:25

Die undendliche Geschichte (Part x-1)

Dienstag

Es wird Herbst in Frankreich. Seit gestern nachmittag läuft die Standheizung. Nachts springt die Heizung ein- oder auch zweimal an. Unter Tags eher nicht. Zwischenzeitlich scheint die Heizung - dank meiner Steuerung - auch zuverlässig zu schalten und zu laufen. Keine zigfachen AN/AUS Tiraden, welche die Heizung in der Vergangenheit stark verrussen liessen. Gestern stand der Wind mit 30kn und mehr genau auf den Auspuff. Das hatte ab und an die Folge, dass es nach Abgas roch. Vorallem im Cockpit, manchmal auch im Pilothouse. Je nachdem wo und wie stark die Böen einfallen. Ab und an war Lüften angesagt. Ging soweit jedoch ganz brauchbar. Auch wird das Trinkwasser deutlich wärmer, was Ralph zu einer sehr ausgiebigen heissen Dusche nutzen durfte.

Wegen meiner senilen Bettflucht hatte ich heute morgen Zeit gefunden mir was für diesen Fall der Geruchsbelästigung zu überlegen. Doch bevor ich eine aufwändige Konstruktion betreibe war erstmal ein Versuch angesagt. Also: Schätzeisen raus und Durchmesser des Auspuffs feststellen. Bei 55mm Aussendurchmesser war die Frage: "Wo finden wir an Bord gute DIY Teilchen für einen Prototypen ?" Antwort: "In der Kühlbox !"COLAMIN am Auspuff der BELUGA Standheizung
Eine unserer 0,33ml Coladosen passt (fast) genau drauf. Das bedeutet Opfer bringen: Kurzerhand eine solche Dose (Opfer=ohne Rumzusatz) leergemacht, zugesägt und geformt. So entstand unser neuer COLAMIN (Zusammensetzung aus "COLA" und "KAMIN"). Noch bevor Sabine das Frühstück servierte war der COLAMIN fertig. Also Heizung einschalten und ausprobieren. Der COLAMIN scheint bislang gut zu arbeiten. Durch entsprechende Drehung kann der COLAMIN auf die jeweilige Windrichtung eingestellt werden. Kein Geruch mehr im Cockpit und/oder Pilothouse, Löppt ! und, wie die Norddeutschen sagen, "Nicht fummeln wenns löppt !". So geht der COLAMIN auf die "Erprobungsstrecke". Bewährt sich die Konstruktion, dann werden wir uns jemanden suchen, der das Ganze aus massivem Edelstahl herstellt. Ein wenig formverändert und wahrscheinlich ohne Coca-Cola Aufdruck :-) "Bluewater means repairing your boat in exotic places" gilt anscheinend für schwäbische Tüftler umso mehr - auch wenn der "place" Dünkirchen nicht zwingend "exotic" sein mag. So bringen wir die BELUGA jeden Tag ein wenig näher zu unserer Perfektion.

Die MiniTransat ist in der Biskaya gestartet. Die WebSite beschreibt das Thema Wetter der Biskaya wie folgt:

Entstehung eines Sturmtiefs / Hurrikanes mit 89kn WindNach der Startverschiebung um einen Tag wegen einer durchziehenden Front wurde am Montag noch einmal um eineinhalb Stunden verschoben. „Die Teilnehmer werden bei Nordwest mit 18 bis 25 Knoten in See stechen. Der Wind lässt im Laufe des Nachmittags allmählich nach und stabilisiert sich am Abend auf etwa 15 Knoten“, erklärt Christian Dumard, der Meteorologe der Regatta. Anspruchsvoll wird es dann schnell: „Die Passage der Biskaya wird voraussichtlich nicht so einfach sein“, so Dumard.

Eine erste Front soll in der Nacht von Dienstag bis Mittwoch über das Feld hinwegziehen – 35 Knoten Wind und chaotische See erwarten die Mini-Segler dann. Anschließend gilt es, so Dumard, einen Winddreher nach Nordwesten zu nutzen, um einen südlicheren Kurs entlang der spanischen Küste zwischen Kap Ortegal und Kap Finisterre einzuschlagen.

Gut, dass wir als geduldige Skipper die Zeit haben auf unser Wetterfenster warten zu können. Wie ihr nebenstehendem Bild entnehmen könnt, ist vom N-Atlantik wieder ein Sturmtief unterwegs. Mit bis zu 89kn Windgeschwindigekit und Bergen von Wellen. Das lassen wir noch durch und dann gehts los :-)) hoffentlich !

Montag, 27 September 2021 15:18

Die undendliche Geschichte (Part x-2)

Sonntag

Kaum ist nach wochenlangem Warten auf den YANMAR Angelshop unser Getriebe drin, schon besuchen uns die Ex-Hurrikanes nach und nach. Heute haben wir die ersten Vorboten: Strahlend blauen Himmel und wunderschönes Wetter mit feuchtwarmer Luft. Moderate Winde aus der selben Richtung in welche wir fahren wollen. Losfahren ist also nicht sinnvoll. Ab Montag sollen die ersten Sturmtiefs im englischen Kanal eintreffen. Warten wirs also ab ! So haben wir heute Zeit genug uns um die Restlichen der tausend Kleinigkeiten auch noch zu kümmern. Watermaker spülen, Rückschlagventile einbauen, Scharniere nachziehen .... und last but not least auch noch ausreichend Zeit für ein Bierchen zwischendurch. Grosse Freude auf die zweite Nacht bei der ich endlich wieder durchschlafen kann ... und das mache ich auch ! Allerdings scheint der Wahlsonntag auch bis tief in die Nacht spannend genug erst spät damit zu beginnen.

Heute konnten wir auch den Druckschalter unserer DOMETIC Druckwasserpumpe reparieren. Der integrierte Druckschalter wollte die Pumpe nicht mehr einschalten. Mit wackeln gings manchmal, manchmal aber auch nicht. Jedoch wollte weder Sabine noch ich so duschen: eingeseift an der Pumpe wackeln :-)) Soweit musste es dann doch nicht kommen.
Wir haben für jeden der beiden Trinkwassertanks eine separate Pumpe. Also Pumpe umschalten und die defekt Pumpe ausbauen. Diesen Teil der Übung hatten wir bereits am Mittwoch erledigt. Der Grund des Ausfalls: Der Druckschalter soll im drucklosen Zustand den elektrischen Kontakt zwischen 12V Versorgung und dem Pumpenmotor einschalten (NC) und bei Erreichen des Zieldrucks wieder abschalten. Einschalten wollte unser Schalter allerdings nicht mehr. Also das Gehäuse des Druckschalters von der Pumpe abschrauben und begutachten a) woran das liegen kann und b) was da noch zu reparieren ist. Also gut, Druckschalter als Ersatzteil aus dem Dometic-Programm suchen. Nachdem diese Pumpe aus 2019 ist, gibt es dieses "veraltete" Pumpenmodell natürlich nicht mehr und daher gibt es für derart "alte" Pumpen auch keine Erstzteile mehr. Aber für den Vorzugspreis von 95€ (statt 150€) könnte ich das neue Modell erwerben. Das alte Modell fliegt halt dann raus, weil kaputt und auch schon soooo alt :-(( Soweit solls aber nicht kommen ! Ich will hierbei über Themen wie Nachhaltigkeit bei DOMETIC nicht nachdenken. Scheint das Marketing bereits gemacht zuhaben, das sollte ausreichen um ein grünes Mäntelchen zeigen zu können.

Den Druckschalter zerlegt trifft mich schier der Schlag! Die Schaltfunktion wird von einem Microschalter aus der Möbelindustrie bewältigt. Von wassergeschützt ist dieses Teilchen Lichtjahre entfernt. IP00 steht sogar drauf. Das bedeutet gegen nichts und niemanden geschützt. Sollte selbst DOMETIC lesen können. Es scheinen jedoch die Druckschalter aller Hersteller so gebaut. Die Druckschalter meiner 30 Jahr alten Trinkwasserpumpe war noch vergossen und geht bis heute noch wie ne Eins, obwohl damals keiner mit Nachhaltigkeit und grünen Mäntelchen geworben hatte. Ein Schelm wer hinter grünen Mäntelchen Böses vermutet.

Da ich diese Microschalter aus dem Möbelbau kenne, sollte ein Lieferant zu finden sein. Bei den üblichen Verdächtigen finde ich als Hersteller unter anderem auch die Firma "ZF". Nach meiner ZF-Getriebe Erfahrung suche ich mir einen Hersteller der möglichst nicht ZF heißt. Am Ende ist noch ein Getriebe drin :-) Ich finde allerdings bei Amazon denselben Schalter, den DOMETIC verbaut für 8€ pro 5 Stück. Da es sich hierbei voraussichtlich um Chinaprodukte handelt bestelle ich erstmal 10 Stück für ca. 16€. Am Samstag nachmittag zugestellt, war heute der Tag der Wahrheit. Eingebaut und geht sofort ! Von deutschen und/oder europäischen Produkten habe ich seit ZF Getrieben nachvollziehbar erstmal genug. Ich habe diese Qualitätsware "Made in Germany" derzeit eher als umetikettierte Chinaware zum vielfachen Preis, oder wie meine WEBASTO Heizung als gut beworbene aber undurchdachte Lösung für den 15fachen Preis (2500€ statt 170€) bei einem Bruchteil der Funktionen kennen gelernt. Nun können wir anhand unserer neuen günstigen Microschalter austesten wie sich diese Chinakracher schlagen. Wenn wir im Schnitt von einer Haltbarkeit von 1-1,5 Jahre pro Schalter ausgehen, sollte uns dieser Vorrat einmal rund um Amerika ausreichen :-) Wir werden berichten.

Montag

Heute langer "Bundestagswahl-Schlaf" ... also bis 08:00. Nach dem Frühstück kommt der angekündigte Besuch vorbei: Das erste Sturmtief ! Morgens mit Regen und danach mit Wind. Altes Sprichwort sagt: "Kommt erst der Regen, dann der Wind, reff die Segel ein geschwind". So kams dann auch: Wir liegen heute bei über 30kn Wind auf den Mors - zum Glück im Hafen. In Böen auch gerne mal bis knapp 40kn. Diesmal ohne spektakuläre Welle. Losfahren am vergangenen WoEnde wäre also kein guter Rat gewesen. Hatten wir auch nicht vor. Wir sind ja schliesslich geduldig ... geworden. Danke auf diesem Weg an unseren Lieblings-Angelshop :-((

Die Biskaya zeigt sich mit über 6mtr Welle als ein Seegebiet in dem man derzeit nicht unbedingt sein möchte. Leider müssen wir dort aber noch durch. Also weiterhin geduldiges Warten, nur diesmal auf das Wetter. Hätte die letzten 6 Wochen so schön sein können, aber hätte hätte Fahrradkette. Danke auf diesem Weg nochmals an unseren Lieblings-Angelshop :-(( Wir bauen auf die gute Wetterberatung der WetterWelt und das Glück der Fleissigen :-))
WetterWelt haben wir als frühesten Abfahrtstermin den 1. Oktober genannt. Dort sollten unsere Besucher dann alle vorerst mal durch sein ... bevor die Neuen kommen. Geduld muss man echt lernen wenn man aus einem beruflichen Umfeld kommt wie ich, in welchem Fehler und Verzögerungen nicht toleriert wurden. Wie ich von Bert, einem Segler der TransOcean, gelernt habe: "Ein geduldiger Skipper hat immer guten Wind". Also üben wir uns weiter in Geduld und warten auf gutes Wetter :-)) 

Gegen 14:00 sind die Wolken allesamt weggeblasen und Sonne scheint. Echt schön hier in Dünkirchen ... wir denken schon wieder über Christbäume in Dünkirchen nach und machen eine erste Einladungsliste fürs Fest. Unser Lieblings-Angelshop steht als Begünstigter ganz oben auf dieser Liste ! In der Sitzordnung zum Festmahl neben Lepra-, Pocken- und Pestkranken. Da wir nicht nachtragend sind, sollen doch alle was vom Fest der Freude haben :-)) Danke auf diesem Weg an unseren Lieblings-Angelshop :-((

Fortsetzung folgt ...

 

Freitag, 24 September 2021 11:46

... nicht schon wieder ein Licht ...

Freitag

Bei einem unserer zwischenzeitlich täglichen Besuche bei DB Moteurs erfuhren wir, dass im allerbesten Falle bereits heute nachmittag ein Monteur vorbeikommen könnte. Wenns ihm dann noch reicht. Ansonsten sicher am Samstag vormittag ab 09:00. Vor Wochen hätten wir über eine solche Nachricht gejubelt und uns sehr gefreut. Nachdem jedoch mehrere solcher oder ähnlicher Nachrichten ohne Bescheid bzw. Zu- oder Abzusagen sämtlich erfolglos verstrichen sind, können wir uns hier mit dem Jubel "zurückhalten". Im Gegenteil: Wir witzeln, dass es wahrscheinlicher wird einen Weihnachtsbaum in Dünkirchen kaufen zu müssen als dass ein solches Versprechen eintritt. Der YANMAR Europe "Angelsportverein" hat sich bislang durch Unglaubwürdigkeit und Unfähigkeit ausgezeichnet. Ist DB Moteurs etwas verlässlicher ? Seit mehr als einer Woche kommuniziert YANMAR gar nicht mehr mit uns. Was ich als konsequentes Handeln beschreiben würde: Kunde ist sauer, ein Missgeschick nach dem nächsten, worauf Kunde noch sauerer geworden, zwischenzeitlich mit Anwalt droht. Spätestens jetzt kann ich meine Talente als YANMAR Kundenservice beweisen: Kopf in den Sand und warten ! Ist das der gewünschte YANMAR Kundenservice ?

Aber wollen wir mal nicht so negativ sein und warten gespannt ab. Handelt es sich bei diesem Versprechen doch schliesslich um DB Moteurs. Die waren bislang einigermassen zuverlässig. Für den unwahrscheinlichen Fall dass tatsächlich bereits am Freitag Nachmittag ein Monteur vor dem Schiff steht, wollen wir nicht durch Abwesenheit glänzen. So beschliessen wir heute auf der BELUGA zu bleiben.

Samstag

Ein Wunder tritt ein ! Kurz nach 09:00 taucht jener Monteur auf, welcher das Getriebe bereits entnommen und befundet hatte. Mitsamt einem Getriebe, Werkzeug und Zubehör ! Whoow ! Auf DB Moteurs scheint Verlass zu sein. So beginnt der Monteur den Einbau des Getriebes und gegen 12:00 brummt auch unser YANMAR wieder. Ich zwicke mich, ob das nun nochmals ein Traum sein sollte ? Kaum wartet man 6 Wochen schon gehts ! Der Monteur bemerkte beim Vorbereiten, dass ein Motorfundament gar nicht angezogen war. Das hat er bei der Gelegenheit auch noch gleich korrigiert. Beim Einbau des Getriebes war der kritische Punkt beim Anflanschen der Welle ans Getriebe. Muss doch die Welle wieder ins Schiff gezogen werden, was die Wellen-Dichtung streckt und somit öffnet = undicht macht. Ein grosser Schluck des Atlantiks kommt ins Schiff und die Welle war auf dem Getriebe. Nachdem die Pumpen wieder schwiegen starten wir die Maschine. Gänge gehen rein und raus. Vorwärts wie Rückwärts. Grosse Freude im Hause BELUGA ! Das Licht schien tatsächlich das Ende des Tunnels gewesen zu sein.

Leider können wir wegen der Wetterverhältnisse in den kommenden Tagen denoch nicht ablegen. Wind aus West. Teilweise sogar mit über 30kn angesagt. In der Biskay mit über 5 mtr Welle! Das wollen wir uns nicht antun. Wir hatten gestern bereits Wetterberatung bei Wetterwelt beauftragt. Die werden uns sicherlich ein gutes Startfenster vorschlagen. Allerdings erst nach dem 1.10. solange braucht der Ex-Hurrikan bis er hier vorbeigezogen ist und solange bleiben wir noch hier ... und suchen Christbäume :-)

Nach diesem sehr erfreulichen Tage haben wir uns einen Ausflug nach Dünkirchen gegönnt. Dabei durften wir einer französischen "Anti-Corona" Demo beiwohnen. Ganze 40 verlorene Personen (max) versuchen mit Megafon und viel Trara auf sich aufmerksam zu machen. Die 3 begleitenden Polizisten machten einen eher gelangweilten Eindruck. Nach ca. 30 Minuten war das Trara vorbei. Ich lästere: Gleich kommt ein Bus und bringt die Leute zurück ins Heim :-)) Ein Bus kam und lud die Leute ein. Wohin er fuhr weiss ich nicht.

Na endlich die BELUGA ist wieder fahrbereit. Leider ca. 5 Wochen zu spät, denn das Wetter wird unsere nächste Aufgabe .. es bleibt spannend.

Fortsetzung folgt ....

Donnerstag, 23 September 2021 11:24

Mitja

Mija, an Bord der Inbegriff für "Murks"

Wir haben in den alten Logbüchern der Erstbesitzer vieles an interessanten Informationen und Details gefunden. Was sich wie ein roter Faden durchzog war Mitja. Er schien sowas wie der Bootsmann der damaligen "MARION" zu sein. Jedes Jahr im Herbst war nachzulesen, was unser Vorbesitzer an Aufgaben für Mitja hatte. Diese wurden über Winter durch Mitja ausgeführt und im Frühjahr stolz vorgezeigt. Im Laufe der Saison ist nachzulesen dass alle diese Aufgaben nicht richtig oder manchmal gar nicht ausgeführt wurden. So hatten die Besitzer der Marion die Notwendigkeit diese Aufgaben unterwegs bei Fachleuten erledigen zu lassen, oder teilweise selbst zu erledigen. Was auch erfolgreich passierte. Im Herbst gabs dann neue Aufgaben für Mitja und ... siehe oben !

Highlights aus unserer Mitja Kiste:

  • Klospülung geht nur, wenn zuvor die Navigationsinstrumente eingeschaltet wurden.
    Wir hassen "Stromdiebe", kleine Clipse mit denen man Leitungen anzapfen kann.
  • Membranpumpe repariert. Leider wurde die Membran vergessen einzusetzen.
    Pumpe entleert sich somit ins Schiff.
  • etc..

Aus diesem Grund haben wir das Wort "Mitja" als Inbegriff für Murks verwendet. Wir möchten uns im Voraus bei allen Menschen die diesen Namen tragen entschuldigen. Bei der Bordverwenndung des Wortes "Mitja" ist nicht der Namensträger sondern die Art der Ausführung gemeint. Auch wir selbst haben uns mehrfach ertappt "Mitja" zu sein.

Dienstag, 21 September 2021 19:21

Another day in Paradise ...

Dienstag

Paradise: Blick nach W auf die Industriekulisse11:00 Besuch bei DB Moteur dem YANMAR Händler und ZF Center. Getriebe ist immer noch da ! Hurra ! Aber leider keine Monteure, welche dieses einbauen können. DB Moteurs will sich melden, wenn sie heute Abend mit ihren Monteuren gesprochen haben. Unser Fazit in der zwischenzeitlich 6ten Woche in Dünkirchen: Sollte jemand der Leser über intensive Selbstfindung nachdenken, können wir ihm YANMAR wärmstens empfhehlen. Man hat hierbei die seltene Chance, ohne jeglichen störenden Kontakt zur Aussenwelt in unbekanntem Gebiet zu sich selbst zu finden. In tagelanger Stille und völliger Selbständigkeit darf man das YANAMR Netzwerk inkliusive lustiger Angelshops kennenlernen. Ein Erlebnis, das man micht jeden Tag geboten bekommt !

Heute mittag war "Essen wie Gott in Frankreich" angesagt. Wir haben ein sehr ruhiges Kaffee in Dünkirchen gefunden, welches auf dem Weg zwischen BELUGA und Bäcker liegt. Hatte bislang leider immer zu. Heute nun mal offen ! Da gehen wir heute Paradise: Blick nach S auf die Fischreiflotte, die morgens ab 03:00 lautstark agiertmal rein. Mittagskarte mit "Filet Mignon". Lecker ! Dazu gibts Fritten und Salat. Hört sich gut an ... war auch gut. Ich vermute allerdings, dass das Filet statt "Mignon" eher "Min Jung" hätte heissen sollen. Das Filet schien mehrfach die weisse Fahne gehoben zu haben und dem Koch zugerufen "Min Jung, Gnade, ich gebe auf !". In den heutigen Zeiten soll ja "gut durch" en vogue sein, aber sooo gut ? Wenn Gott das in Frankreich so haben will ! Der Rest war echt lecker, kann aber gegen unsere Bordküche nicht anstinken. Zumindest waren Sabine und ich uns darüber einig.

Mittwoch

Heute morgen um 07:30 steht ein Monteur vor dem Schiff. Mit Getriebe unterm Arm. Montiert das Getriebe, findet die Ursachen der anderen Fehler auf Anhieb und kann diese direkt beseitigen. Ersatzteile hatte er bereits alle dabei. Um 12:00 ist die BELUGA wieder abfahrtbereit ! Gerade wollte ich JUHU rufen, da bin ich aufgewacht. Das Ganze war leider nur ein Traum. Wenngleich ein schöner !

Bedrohlich Lage in der Pantry !

ALARM: Abfall in der Essenqualität der Bordküche ! Heute wollen wir Gemüse "sous vide" machen und dazu Garnelen nach mediteraner Art. Alles beim Händler in sehr guter Qualität eingekauft. Danach - natürlich - noch ein Käffchen in der Stadt. Das machte die Rückkehr ein wenig später als geplant. Alles sous vide verpacken und rein in den Topf. 45min bei 60° sollten sowhl für den Blumen- als auch für den Rosenkohl reichen. 10Min vor Schluss knurrten unsere Mägen derart, dass wir beschlossen an dieser Stelle sei das auch schon ausreichend. Ein verhängnisvoller Trugschluss ! Der Blumenkohl war sehr knackig und gerade so essbar, der Rosenkohl war eher "nicht mehr ganz roh". Von gegart war der Rosenkohl noch Lichjahre entfernt. Der Smut (Ralph) befürchtet, dass Gott mit den Franzosen aufholen könnte ! Bedrohlich Lage auf höchstem Niveau :-))

Fortsetzung folgt ...

 

Montag, 20 September 2021 10:16

... und täglich grüsst ....

Montag

Heute habe ich mit Anwälten telefoniert. Einige gute Telefonate dabei, aber auch Anwälte welche im Internet recht vollmundig Werbung machen, sich aber dann - warum auch immer - nicht mehr melden. Meine Erkenntnis: YANMAR ist überall. Um 15:00 bei unserem Hoffnungsträger DB Moteurs. Tatsächlich das Getriebe ist im Hause DB Moteurs. Bezahlung der Tauschaktion ist dank der Mail der Yachtwerft geklärt - YANMAR hat sich hier noch immer nicht diesbezüglich bei DB Moteurs gemeldet ! Das scheint sich noch immer durchzuziehen wie ein roter Faden: Recht markige Sprüche, grosse Versprechungen und weder Kompetenz noch Durchsetzungvermögen. Angelshop eben !

Ich habe DB Moteur gebeten bei der Einplanung des heute Nachmittag angekommenen Getriebes meine Situation (seit Wochen keinen durchgehenden Schlaf) zu berücksichtigen und diese Woche noch einzubauen und fertig zu machen. Morgen soll ich verständigt werden, wann genau der Einbau passieren soll. Wäre am Samstag gegen Mitternacht ein gutes Wetterfenster um bis Cherbourgh zu kommen. Diese Wetterfenster werden sehr schnell weniger. Durch die Biskaya wirds immer gefährlicher aufgrund der Herbststürme, welche durchziehen. Das scheint YANMAR ziemlich am A... vorbei zu gehen. Gehts doch "nur" um Kunden, die bereits bezahlt haben. Mein innerer "Reichsparteitag" der letzten beiden Wochen: Auf Nachfrage warum ich hier so lange liege habe ich bereitwillig von Kompetenz und Dursetzungfähigkeit der YANMAR Service Organisation erzählt, von Angelshops und verlässlichen Versprechungen. Mindestens 4 Schiffe (über 15 mtr), wobei 2 davon Motorboote mit mehr als 2x350PS, haben beschlossen die Re-Motorisierung im folgenden Winter mit VOLVO oder anderen zu machen. Das Theater wollen sie sich nicht antun. Nutzt mir zwar nichts, aber Rache ist dennoch süss. Der Wassersportmarkt ist eben ein Tratschmarkt. Mal kurz in Summe knapp ne halbe Million (Aussage der Eigner) an die Konkurrenz verschenkt. Gratuliere YANMAR, verdient "gewonnen" ! Ich jedenfalls mach gerne weiter "Werbung" für Euch !

Wie bereits erwähnt: Vertrieb=Umsatz, Service=Image. Verhältnis Umsatz:Image = 1:4.

Fortsetzung folgt ...

Samstag, 18 September 2021 19:55

Relax to the max

Samstag

Heute war, mangels Getriebe und anderen Dingen eher nicht viel los. Seeeeehr gemütliches Frühstück oder aber Brunch bis 13:00.Ein wunderbarer Tag meine Raspberry Pi Probleme nochmals anzugehen. Nach vielem Nachlesen habe ich die Kabel im verdacht. So verwende ich ein einstellbares  Netzteil, welches mir eine deustche Seglerin (Saskia) vor wenigen Tagen empfohlen und weitergegeben hatte. Echtes Teamwork unter Seglern. Alles einstellbar, Spannung und Strom bis max. 6A. Das sollte dem Raspi hoffentlich reichen. Alles aufgebaut, eingestellt und los gehts ... und siehe da, mein Raspi hat nur noch seeeehr seltene Drops. Und nur unter Last. Die CPU Spannung welche der Raspi so anzeigt steigt von 0,821V auf 0,8500V. Scheint auszureichen und rennt sogar mit USB Laufwerken problemlos.

Danach gehen wir mit dem Fahrrad auf Tour nach Dünkirchen. Brot kaufen und dann ins Kaffee. Dort trafen wir seit Tagen einen sehr netten Franzosen, der hier "zu hause" scheint. Dieser war in der Nacht zwischen Freitag und heute am Steg vor uns gelegen. Er lebt ebenfalls auf seinem Schiff. Wir hatten einen sehr netten Plausch und ich Angelunterricht. Heute trafen wir ihn wieder im Stammkaffee. Ein sehr herzliches Willkommen. Macht uns langsam Angst. Werden wir doch noch Weihnachten in Dünkirchen verbringen ?

Wenns schon nichts zu tun gibt, dann essen wir halt gut. Heute gabs einen seeehr leckeren Salat mit einem Nest aus Pilzen. Das ist lecker !! Mein Hausarzt empfahl mir eindringlich eine sogenannte Mittelmeerdiät. Diese werde ich heute besonders ernst nehmen und mir einen trockenen Weisswein dazu aufmachen. Diäten finde ich gut. Von manchen mache ich auch mal gerne mehrere, da ich von einer alleine nicht satt werde  :-))

 

Sonntag

Wegen aktuellem Bordstress sehen wir uns kaum in der Lage diesem standzuhalten :-)) Wir haben in unserer aktuellen Situation die Zeit genommen darüber nachzudenken was wäre, wenn wir noch im Berufsleben stehen würden und wenige Wochen Urlaub hätten. Wir gehen aktuell in die 6te Woche Liegezeit in Dünkirchen. mindestens 3 Wochen aufkosten der YANMAR Unorganisiertheit. Das würde mglw. bedeuten unbezahlten Urlaub nehmen zu müssen, weil YANMAR einen Angelshop beliefert ! Echt bitter ! Wir werden abwarten was der Anwalt rät. So beschliessen wir lieber ein üppiges Frühstück zu uns zu nehmen. Heute gibts "Pochiertes Ei auf einem Salzkartoffelnest". Schmeckt echt lecker, sättigt jedochganz ordentlich. Wenn schon seglerisch nix geht, dann wenigstens kulinarisch.

Aus lauter Verzweiflung hat Ralph die Kamera im Maschinenraum neu angebracht. So sehen wir künftig nicht nur graue Kisten, sondern auch unsere Instrumente , die Heizung und den Motor. Dies verlief zu seiner Überraschung sehr einfach und war deshalb schnell erledigt. Also kümmern wir us um die Trinkwasserpumpe des Bb Tanks, die seit Neuestem nicht mehr einschalten will. Kurzerhand demontiert zeigt sich das Problem: Der Mikroschalter der DOMETIC PP1217 scheint defekt. Er sollte normalerweise eingeschaltet sein, isser aber nicht. Wackeln hilft ... manchmal gehts. Diese Art der Schalter werden meines Wissens im Möbelbau verwendet und haben aus meiner Sicht mit Feuchtigkeit (IP00="Undicht") auf Dauer grosse Probleme. Die Installationsempfehlung sagt: Pumpemmotor kann horizontal oder vertikal, wenn aber vertikal, dann Motor nach oben ! Somit bedeutet dies: Schalter nach unten ! Wenn also irgendwelche Feuchtigkeit entsteht, kommt diese immer beim IP00-Schalter vorbei. Eine Frage der Zeit ... offensichtlich scheinen jedoch alle Hersteller (mglw. gibts da nur Einen "für alle") mit diesem "Leichtmatrosenschalter" zu arbeiten. Das Teilchen kostet weniger als 4€ und so überlegen wir uns gleich mehrere zusenden zu lassen. Anekdote am Rande: Auch ZF scheint diese Schalter herzustellen. Im Hinblick auf unsere Getriebeerfahrung haben wir Marquart Schalter ausgewählt.

Fortsetzung folgt wie immer ...

Freitag

Wir dürfen täglich neue Höhepunkte im Leben eines YANMAR Besitzers erleben ! So auch heute. Wir setzen uns um 16:00 aufs Fahrrad und düsen - vorbei am YANMAR Angelshop ... pardon: YANMAR Netzwerk - zu DB Moteurs um zu fragen wie es unserem Getriebe denn so geht. Haben wir ja bislang nichts gehört und fürchten einen Monteur, der unverhofft vor dem Schiff steht, keiner da und dann wieder geht. Bei DB Moteurs erklärt man uns, sie hätten die Bestätigung dass das Getriebe auf einem LKW der Firma TNT sei, aber angekommen sei das Ganze noch nicht. Tracking gäbs wohl auch nicht. Frühestens Montag ab 15:00 sei damit zu rechnen. Wir hoffen, dass es nicht im südlichen China einen weiteren Angelshop im YANMAR Netzwerk gibt. Bei diesem Verlauf ... wer weiss ?

Da diese Jungs von DB Moteurs so gar nichts dafür können halte ich mich mit Schreikrämpfen zurück und nehme das Ganz so zur Kennntnis. Wir wundern uns jedoch, warum eine Weltfirma wie YANMAR es nicht schafft, bei 6 Tagebn Versandverspätung dann eine Overnight Zustellung zu beauftragen. Sabine und Ich haben den Eindruck, dass ein YANMAR Kunde dieser Firma komplett am A..sch vorbei geht sobald er bestellt hat. Vielleicht sollte man YANMAR mitteilen was der Zusammenhang zwischen Umsatz und Image ist: Vrtrieb = Umsatz, Service = Image. Heute kein Service, Morgen kein Umsatz. Ein Aufstieg geht erfahrungsgemäss mühsam, der Fall geht deutlich schneller! Um kurz nach 18:00 geht meine Mail wie angekündigt an YANMAR und die Yachtwerft raus, dass ich ab Montag einen Anwalt einschalten werde um die weitere Vorgehensweise zu kommunizieren. Eine weitere gestohlende Woche und ein Kasperle Theater hoch 20 !

Ein solches Mass an Unfähigkeit haben wir echt noch nicht erlebt. Die schaffen es nicht mal nach 6 Tagen Versandverspätung (Freitag war von YANMAR Europe zugesagt. Mittwoch gings bei YANMAR France raus) eine Expresslieferung zu organsieren. Zum Glück geht das Getriebe nicht an den Angelshop .. pardon .. YANMAR Service Dealer ! Oder ?? Naja wissen kann man es bei den Profis nicht wirklich. Geschweige denn eine Info an den Kunden zu senden, dass sich was verspätet und wenn ja um wieviel. Was für ein leistungsfähiges YANMAR Netzwerk. Immer wieder ein Spass mit solchen Profis zu arbeiten !

PS: Erlebte Anekdote aus einem vereinten Europa: Wir hatten die Aufgabe eine vergessene Sonnebrille zum Bodensee zu schicken. Gut verpackt in einem wattierten Umschlag, welcher in ein kleines Päckchen gepackt wurde. Sabine hat sich dabei echt Mühe gegeben. Auf dem Postamt erfahren wir, dass man Päckchen in Frankreich ohne französische Wohnadresse jedoch nicht versenden kann. Welcome to Europe ! Also haben wir den wattierten Umschlag aus dem geschützen Päckchen rausgekramt. Eine französische Postlerin hat uns dabei liebevoll geholfen. Als sie den wattierten Umschlag sah, sagte sie: Das kann ich so wie es ist auch so verschicken - ohne Wohnadresse in Frankreich ?!? Beim nächsten Päckchen schreiben wir uns eine beliebige Adresse (Bäcker, Metzger, Hotel ...) auf und verwenden diese als einheimische Adresse. Kontrolliert wird das nämlich nicht. Was für ein Unsinn ! Welcome to Europe. Hauptsache, die Biegung der Bananen ist einheitlich !

Heute Brotzeit, zwei Viertel Rose und dann Bettenhausen und Federnball ! ... und somit beginnt ein weiteres völlig nutzloses YANMAR Wochenende in Dünkirchen. Wer einer Reise tut, der kann ewas erzählen. Wer einen YANMAR kauft geniesst Abenteuerurlaub und kann deutlich mehr erzählen ! 

Fortsetzung folgt ...

Freitag, 17 September 2021 12:01

Die Mischung machts ...

Donnerstag

Nachdem der Mittwoch ohne Rückmeldung verging haben wir am Donnerstag beschlossen das als solches benannte "YANMAR Netzwerk" (in unserem Fall NORD YACHTING) zu besuchen. Also: Hingeradelt und geklingelt ! Ein  sehr freundlicher Franzose öffnet. Er spricht fliessend englisch und erklärt uns, dass es sich bei NORD YACHT um einen Online-Angelshop handelt. Er habe seit Anfang des Jahres keine Mechaniker mehr und von einem Getriebe im Zulauf wisse er nichts. Er scheint über unsere Frage ebenso verblüfft, wie wir über seine Antwort ! Tri Tra Trallala der Kasperle ist wieder da ...

Da sich NORD YACHTING in unmittelbarer Nähe zu den bewährten DB Moteurs befindet beschliessen wir kurzerhand dort mal anzuklopfen. Dort wurde uns erklärt dass sie ein Lieferavis für unser Getriebe erhalten hätten. Dieses hat YANMAR France am Mittwoch (YANMAR Europe versicherte uns hoch und heilig den Versand am Montag) auf den Weg gebracht! Sobald das Getriebe bei ihnen sei, werden sie uns verständigen und schnellstmöglichen Einbau veranlassen. Was immer schnellstmöglich bedeutet ... allerdings zeichnete sich DB Moteurs bislang als kompetent und zuverlässig aus. Daher glauben wir Denen ein bisschen mehr als Anderen. Skepsis bleibt. Kurz vor Ende des Gesprächs wurde uns dann noch offeriert, dass es DB Moteurs nicht klar sei, wer diese Aktion zahlen wird und die Rechnung daher an uns gehen müsse. WAAAAAT ?
Liebes YANMAR Netzwerk: Wir lieben es mit Profis zu arbeiten ...

Nach Rücksprache mit der Yachtwerft haben diese sofort eine Kostenzusage an DB Moteurs gesendet. Ich sendete die Aufgaben, welche mit YANMAR bislang kommuniziert wurden. Diese Liste wurde sogar von YANMAR näher detailliert. In der Hoffnung dass DB Moteur für die gestellten 3 Aufgaben

  1. Getriebeeinbau und Inbetriebnahme
  2. Fehler "P0094" beheben
  3. Erwärmung des Diesels

eine Lösung finden, welche in weniger als 5 Wochen abgeschlossen werden kann. Mein Ultimatum gegen YANMAR läuft: Freitag 18:00 ! Wir finden uns in berühmter Gesellschaft mit Bill Murray: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

So langsam tun wir uns schwer, dieses angeblich so leistungsfähige YANMAR Netzwerk (dieser Begriff stammt übrigens von YANMAR) noch einigermassen ernst zu nehmen. Wir sehen das Ganze eher als Kasperleverein an, bei dem die Linke nicht weiss was die Rechte tut. Eine leistungsfähige Mischung aus unorganisiert, arrogant und dilettantisch. Bei unserer Rückkehr erreicht uns eine Mail vom YANMAR "Kundendienst" in welchem erklärt wird, dass Murphys Law zugeschlagen habe ... ich erwiedere das Mail nicht mehr, die Zeit bis zum Ultimatum läuft ! Der Anwalt steht parat ...

So schliessen wir den Tag mit einer Einkaufsrunde bei unserem Gemüsehändler und Bäcker ab. Wir machen uns ausgiebig über YANMAR lustig und versuchen die Stimmung hoch zu halten. Am Abend geniesen wir eine sehr leckere Pilzpfanne mit Spätzle. Schliesslich sind wir ja Schwaben und welcher Schwabe braucht Nudeln ! Ein wunderschöner Sonnenuntergang bei 20°C schliesst unseren Tag versöhnlich ab.

So verabschieden wir den Tag mit einem "Tri Tra Trallala der Kasperle ist wieder da ..."

Fortsetzung folgt ...

Mittwoch, 15 September 2021 11:21

... ein Wechselbad der Gefühle

Dienstag

Aus gemachter Erfahrung meinere Berufsjahre verfasste ich frühmorgens eine Mail in der ich das am Montag Besprochene und vorallem das von mir Verstandene nochmals zusammengefasst habe. Diese Mail geht an YANMAR Service und Yachtwerft. Sabine und ich fahren gegen 16:00 zu DB Moteur um zu fragen ob den das Getriebe bereits geliefert wurde. Antwort: NEIN !
Anschliessend telefoniere ich mit der Yachtwerft ob es zu meiner Mail noch Fragen gibt. Dort durfte ich erfahren, dass YANMAR bereits eine Antwort schickte in welcher sie mein Verständnis des Telefonats von Montag kommentieren und korrigieren. Da mir diese Mail nicht bekannt war, leitete die Yachtwerft diese freudlicherweise an mich weiter. War auch sofort da. Bislang ist mir unklar warum das Original von YANMAR nie bei uns ankam. Ein Schelm wer Böses denkt ...

Unter anderem war hier zu lesen, dass nicht DB Moteur das Getriebe einbauen wird, sondern Nord Yachting. Häää, klang am TEL aber anders ? Dort war dann ebenfalls zu lesen, dass der Fehler "P0094" welcher im Telefonat noch problemlos auf den Kanaren behoben werden konnte weil angeblich unkritisch, unbedingt von Nord Yachting behoben werden muss ! Aha, doch nicht so unkritisch ? Sei angeblich ein Sensorfehler. Noch einer ? War doch der Öldruck beim Einbau bereits ein Sensorfehler ! Wird dieser Sensorfehler dann auch per Firmware(FW)-Upgrade behoben, wie dies in Glückstadt durch einen YANMAR Servicedealer bereits behoben wurde ? O-Ton: "Jetzt geht wahrscheinlich ! Nix mehr Fehler, weil Firmware neu !". Ich erkante sofort: Hier spricht geballte Erfahrung und Kompetenz. Als der YANMAR Experte mitteilte dass er eine Meldung beim Auslesen sah, diese aber nach der FW-Aktualisierung nicht mehr wiederfinde bin ich mir sicher: Hier sind echte Experten am Werk !

Die Klarstellung zu meiner Mail-Zusammenfassung lautete:

... I asked them to ship the gearbox directly to OUR service partner Nord Yachting in Dunkirk and they will install and adjust and teh gearbox should probably arrive on Wednesday. Do note that we are not able to control the shipment when we put this in hands of DHL.

Neben anderen Relativierungen war dann am Ende des Textes die Anmerkung zu finden ...

... As mentioned we are trying to get the boat ready but this is also depending on the availability of our service dealer. 

Meine Leseweise: YANMAR kann die Lieferung durch DHL nicht kontrollieren. Vielleicht sollten sie einfach mal bei AMAZON nachfragen wie's geht ? Andererseits beauftragen sie ausschliesslich IHRE Servicedealer. Soweit Verständlich. Jedoch WAS der Servicedealer draus macht und vorallem WANN, scheint in IHREM YANMAR Netzwerk nicht steuerbar. Auch hier dominert Erfahrung und Kompetenz ! Echte Experten zu erleben ist nicht immer ein Vergnügen :-(( ...

Zu diesem Zeitunkt ist mir dann der Kragen geplatzt ! Ich habe YANMAR und der Yachtwerft in einer Antwortmail mitgeteilt, ...

a) dass es mir Sch..egal ist WER das Getriebe einbaut und die Fehler beseitigt. Wenn YANMAR meint sie haben einen ausreichend kompetenten und verfügbaren Servicepartner, dann kann auch dieser die Aufgaben lösen. Hauptsache: Er löst die gestellten Aufgaben ALLE in der zugesagten Zeit (O-Ton am TEL: bis spätestens Freitag könnt ihr wieder los). Zugesagt wurde am Wochenende mit der BELUGA abfahrbereit zu sein !

b) wenn die BELUGA bis Freitag Nachmittag nicht in der Lage ist ihre Reise fortzustetzen, kann die Yachtwerft als deutscher Vertragspartner und YANMAR in Folge den Rest mit unserem Anwalt besprechen. Mglw läuft das dann auf Alternative 2 raus ? Jedenfalls hab ich die Schnauze voll von dieser Mischung aus LMAA, Unfähigkeit und Arroganz.

So bleibt die Spannung bis Freitag erhalten, ob derzeit die Lok oder der Ausgang am Ende des Tunnels auftaucht. Sollte mich jemand nach einer Empfehlung für eine neue Maschine fragen (und das tun einige hier am Steg) dann kommt bei meinen Antworten YANMAR als Empfehlung eher nicht vor - dieser name dient eher als Abschreckung ! YANMAR bewirbt sich gerade #1 Kandidat auf unserer VUP Liste zu werden. Noch vor WEBASTO und das soll was heissen. Da muss man sich "seinen besten Fähigkeiten entsprechend bemühen" :-)

Fortsetzung folgt ...

Montag, 13 September 2021 19:25

... schon wieder ein helles Licht

WoEnde

Nachdem die vergangene Woche dynamisch begonnen hatte und YANMAR innerhalb kurzer Zeit den Sachverhalt klärte und ein neues Getriebe organisierte passierte aus meiner Sicht danach erstaunlich wenig. Keine Versandnachricht, keine Einbautermin ??? Mein lieber Schorsch, ich glaub ich riech den Braten ....

Daher hatte ich am Sonntag gemeinsam mit Sabine unsere Optionen durchgedacht. Diese fasste ich dann in einer Mail an YANMAR und die Yachtwerft zusammen um Kosten, Termine und Maßnahmen der für uns sichtbaren Alternativen darzustellen. Zusammengefasst sehen wir folgende Alternativen:

  1. Wir segeln weiter benötigen aber Wettercoaching durch Wetterprofis der Wetterwelt in Kiel. Mussten wir doch die letzten 5 Wochen zuschauen, wie bestes Wetter ohne uns vorbei zieht. Zwischenzeitlich sind die Ex-Hurricanes auf dem Atlantik spürbar und wir müssen die Biskay queren.  Profiwetter braucht aber ca. 2 Wochen Vorbereitungs- und Analysezeit. Das bringt uns von Mitte September schon auf Anfang Oktber. Daher muss eine Entscheidung JETZT Fallen. Erst geduldig auf das Getriebe warten und danach zu planen schiebt die Reise durch die Biskaya dann auf Ende Oktober. Da möchte allerdings keiner mehr freiwilig durch die Biskaya.
    Eine Enstcheidung muss aus diesen genannten Zeitgründen daher kommende Woche (15.9.2021) fallen !
  2. Wenn der 15.9.2021 noch kein Getriebe bringen sollte, dann werden wir eine Verlegung der BELUGA an Land veranlassen. Dort bleibt sie dann bis Ende März, wenn die Biskaya wieder ungefährdet gequert werden kann. Sabine und ich werden dann im Hotel wohnen, da der Aufenthalt auf sogeannten "a sec" Schiffen nur für Arbeiten am Schiff jedoh nicht zum Wohnen erlaubt ist. By the way: Auf hiesigen Stand-Plätzen wohnt keiner freiwillig.  Das scheint die zweifelsfrei teuerste der beiden Alternativen und auch diejenige welche wir am wenigsten bevorzugen. Aber ....

So haben wir unsere Erkenntnisse YANMAR und der Yachtwerft am Sonntag per Mail zukommen lassen und um ein Telefonat am Montag gebeten um die aktelle Lage zu besprechen.

Montag

Das Telefonat fand statt und war sehr informativ. Unser Getriebe sei am Montag Vormittag auf die Reise gegangen, um am Dienstag beim Händler vor Ort zu sein und am Mittwoch eingebaut zu werden. Juhu gute Nachrichten ! ... allein, ich bleibe skeptisch. Dennoch steruern wir offensichtlich auf die bevorzugte Alternative 1 zu, was uns sehr freut. Inwieweit Wunsch und Wirklichkeit übereinstimmen werden wir berichten. Leider beginnt aktuell dann auch die erste Westwindphase der Saison. Ich füge ein Bild bei was da derzeit auf uns zusteuert:

Das gelbe Boot ist nicht unsere aktuelle Position (Gott bewahre), sondern eine zeitliche Simulation eines möglichen "hoffentlich nicht Szenarios". Es soll darstellen, was ich zuvor meinte als ich "das will keiner" sagte. Übrigends dieser lila Knödel wird unser Wetter die nächsten Tage in Europa bestimmen wollen. Lazy Larry !

Wenns läuft, dann läufts eben ...

Freitag, 10 September 2021 07:04

So lazy ist Larry gar nicht

Donnerstag

Nachdem Warten zum Programm wurde, haben wir heute spät und gut gefrühstückt. Wie der Wetterbericht vorhersagte wird es sich im Laufe des Vormittags eintrüben. Das hat es auch gemacht ... und zwar binnen weniger Minuten gings von sonnig über bewölkt in einen heftigen Wolkenbruch über. Das mit Mash bestückte Cockpit wurde schnell noch mit dichten Wänden zugemacht und schon gings los.

 

Das aktuelle Entertainment-Programm unseres Wetters verdanken wir Hurricane Larry der aktuell auf den Bermudas vorbeischauen möchte. Seine Vorhut kündigt sich bei uns an. Er selbst - oder was dann davon noch übrig ist - soll uns kommende Woche besuchen. Laut Wetterbericht geht sein Besuch mit westlichen Winden ( Südseite des Tiefs ) bis Ende nächster Woche. Danach setzt sich der "Hausherr" das Azorenhoch langsam wieder durch. Mit diesen Aussichten - derzeit ohnehin nicht fahren zu können - wartet es sichs viel entspannter.

 

Das heutige Wolkenbruch-Spektakel dauerte 20 Minuten. Der Rest des Tages blieb dann trocken und sonnig. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei der Firma Lewmar für die durchweg undichten Luken bedanken. Bei ausnahmslos allen Luken tropfen die Scharniere. Bei manchen auch die Riegel. Das macht dem Fensterprogramm "Ocean" alle Ehre. Wir überlegten uns, ob wir das möglicherweise falsch verstanden hätten, ob Lewmar die Luken deswegen "Ocean" nennt, weil sie für diesen Zweck ungeeignet sind. Hätten wir vielleicht die Modellreihe "Indoor" nehmen sollen :-) oder war nur die Übersetzung dieses britischen Qualitätsproduktes der Fehler ? Diese Luken werden wir auch noch dicht bekommen ... im Laufe der Zeit. Andererseits ist es sehr ärgerlich wenn man nennenswert viel Geld an eine Firma bezahlt, die eine solche Glanzleistung abliefert. Es war es uns daher ein Vergnügen, die Firma Lewmar in unsere Empfehlungsliste der vermeidbaren Produkte aufzunehmen: unsere VUP Liste.

Bei einem schönen Fussmarsch haben wir - so meinen wir - die letzten uns unbekannten Viertel Dünkirchens auch noch erkundet. Nachdem Ralphs HP Netzteil abgeraucht ist, hat er sich dort gleich ein neues und leistungfähigeres Netzteil zugelegt. Obligatorischer Besuch in einem Kaffee und dann zurück zum Schiff. Abendessen ruft !

Zurück am Schiff war alles in Ordnung. Dicht von oben und unten, keine Alarmmeldungen, ... was für ein Zustand. Unsere Basteleien der letzten Tage scheinen sich auszuzahlen. Die BELUGA schnurrt wie ein Kätzchen und läuft zwischenzeitlich völlig fehlerfrei und durch Sabines Tuning-Massnahmen sehr funktionell. Selbst unser Bordweb (Raspberry Pi 4) scheint seinen Dienst wieder klaglos zu verrichten. Ich hab nach meinem Aufruf der Hilfe von seeehr vielen Menschen sehr gute Anregungen bekommen.Vielen Dank an alle Supporter !

Ich bin (fast) allen Tipps nachgegangen und habe folgendes festgestellt:

  • Ausgangspunkt
    • Wir betreiben ein Bordnetzwerk.
    • Hierfür gibt es einen Zugangspunkt, welcher via http:// sehr schlechte Antwortzeiten lieferte
    • Dahinter steckt ein Raspberry Pi4 (RPi 4) mit ...
    • ... SAMBA Server mit MySQL und WEB Services
    • ... 4TB Festplatte über USB3 mit SAMBA Freigaben
    • dieser Server verliert ca. 20% der PING Pakete (no response / timeout)
    • daher ist die Response der WEB Services bei bis zu 20sec (eher Lieferfrist als Antwortzeit)
  • Der Raspberry Pi 4 braucht einiges mehr an Energie als sein Vorgänger (RPi 3B+)
    • offiziell verbraucht der RPi4 2,4A bei 5,2V
    • ich gehe bei Last allerdings von etwas mehr (2,8-3A) aus
  • Das USB Netzteil aus Amazons asiatischer Glückskeks-Abteilung (3A) scheint immer am Limit gearbeitet zu haben
    • offiziell war das Limit 5,2V bei 3A
    • ich denke bei 3A Leistungsanforderung bleiben vielleicht noch 4,8V übrig, was nur bei bei asiatischer Glückskeks-Auslegung ausreicht
    • das original Raspberry 230V-Netzteil des RPi3 funktionierte bei der Entwicklung völlig problemlos
  • Nachdem ich den Chinakracher gegen ein an Bord vorhandenes Produkt (8A) austauschte gings besser
  • Beim angeschlossenen Custard Pi Relaisboard die Stromversorgung getrennt
    • Relaisboard und RPi haben nun eigene Stromversorgungen
    • Die Relais zu halten sollte der Chinakracher ganz gut hinbekommen
  • Anschliessend den Überwachungsservice (WatchDog) gestoppt
    • Dieser überwacht RPi CPU-Temp und schaltet Lüfter AN/AUS
    • Nach Stopp ist eine deutliche Verbesserung eingetreten !

Seit dem Stop des WatchDog Service sind nur noch selten Drops von IP Paketen (ping) zu erkennen. Zwischenzeitlich ist eine 20minütige PUTTY Session wieder ohne Abbruch möglich. Ich vermute dass der WatchDog kurzeitig soviel Leistung forderte, dass der Chinakracher mit Energienachschub überfordert war. Aufgrund der Architektur wirken sich Spannungsschwankungen beim RPi vorallem auf Netzadapter und USB-Interface aus. So erkläre ich zumindest die vielen IP-Drops. So lazy ist auch dieser Larry zwischenzeitlich nicht mehr, da zwischenzeitlich weniger Leistungsanforderung bei mehr Netzteil-Leistung. Das scheint deutlich besser zu laufen.

Meine Empfehlung an die Beeren-Entwickler wäre: Bei der ansprechenden Leistung des RPi4 sollte hier entweder eine Anforderung mit mehr als 3A auf den Specs stehen oder wahlweise eine 12V Stromversorgung, dann kann der RPi4 aus dem Vollen schöpfen. Im Zusammenhang mit dem Erlebten werde ich die anderen 5 Beeren nochmals prüfen müssen. Ich werde berichten.

 

Donnerstag, 09 September 2021 08:40

... die unendliche Geschichte (Part 1)

Mittwoch

Heute ist ein extrem wichtigerTag: Unser Enkel Tizi, der mit uns bis Dunkerque segelte, hat heute seinen 17ten Geburtstag. Da müssen wir als erste Handlung des Tages gratulieren. Was wir dann per Video mit viel Freude machen ! In diesem Videonat war auch sein jüngerer Bruder Emilio zu sehen. Mundbewegungen aber kein Ton. Ist die Verbindung eingebrochen ? NEIN, scherzhaft stelllen wir fest, dass Tizi zwischenzeitlich die Mute Taste bei seinem Bruder gefunden hat. Doch nach wenigen Sekunden legt das Energiebündel Emilio wieder in alter Gewohnheit los. War ne echt gute Idee um die Grosseltern auf diese Art aufs Glatteis zu führen !

So machen wir uns heute über die tausend Kleinigkeiten her, welche wir noch machen wollen. In gewohnter "Bordhektik": Nicht ohne gutes und ausgiebiges Frühstück mit einem kleinen "Besprechnungskäffchen" und anschliessendem "Nun gehts los"-Käffchen. Stress pur eben !

Wasserspiele mit dem Watermaker

Die Membranen des AquaTec Watermakers sind seit der Lieferung konserviert und halten in diesem Zustand recht lange durch - solange sie nicht austrocknen. Diesen Zustand haben wir maximal in die Länge gezogen indem wir die Membranen so lang als möglich verschlossen hielten, müssen die Membranen nach Inbetriebnahme spätestens alle 2 Wochen gespült werden. Das wollten wir erst dann starten, wenn wir auf dem Schiff leben und keine längeren unbeaufsichtigten Liegezeiten anstehen. Deswegen: Einbau im Februar und Inbetriebnahme im August. Zwischenzeitlich brauchen wir ja auch mal Wasser für die Tanks. Den Funktionstest (ohne französisches Hafenwasser) haben wir heute gemacht. Frischwasser gibts hier in ausreichender Menge wenige Meter neben der BELUGA. Also einschalten, Trinkwasserzulauf öffnen und warten. Das Warten blieb kurz, schon spritzt der Seewasservorfilter. Sch... wer hat das installiert ?! Kleinlaut stelle ich fest: die Watermaker Installation ist vollständig von mir. Na dann wars ja gar nicht so schlimm :-) Wasserzulauf stop und Filter richtig zudrehen. Schon gehts weiter.
Erwartungsgemäss lecken die Feinfilter mit 20 und 5 mikron ebenfalls. Der Eine, weil er nur 2 Gewindegänge aufgesetzt war, der Andere weil nicht fest genug zugedreht. Aber alles kein Problem, sondern eher Anlaufprobleme die sich sehr schnell beheben lassen. Kurz drauf blubbert unser Auslass am Waschbecken - und nur der ! Hurra der Rest ist dicht. So lassen wir das System erstmal laufen, spülen und entlüften. Zeit für ein "war doch gar ncht so schlimm" Käffchen. Nach ca. 30 Minuten des Betriebes ausschliesslich mit der Förderpumpe waren die Blasen weg. Das System scheint nun entlüftet. Also die Hochdruckpumpe zuschalten um aus französischem Trinkwasser deutsches Trinkwasser zu machen. Kaum an steigt der Druck und steigt und steigt ... am Druckregler war nichts aufzuhalten ... plötzlich ein lauter Knall ! Ein Schlauch war geplatzt ! Nur welcher ? Die Suche ergab, dass der Zulauf zur Konservierung das Problem war. Dort sollte jedoch das Wasser gar nicht hin ???
Des Rätsels Lösung war ein falsch beschrifteter 3-Wege Hahn für die Brine (Abwasser). Wer hat das nochmal installiert ? ... kaum den Hahn umgestellt (PS: auch die Beschriftung :-) ) schon gehts wieder. Das deutsche Wasser sprudelt munter aus dem Kontrollauslauf des Waschbeckens und das französische (Brine) geht aussenbords - so solls sein ! Den Druck noch ein bisschen höher und unser Druckwasserpumpe hört nicht mehr auf zu förden. 19-30 l/min bestes Trinkwasser laufen durch die Anlage in die Nordsee. Und das weitere 30 Minuten lang. Man könnte hier von Verschwendung reden, wenn man nicht wüsste was das Konservierungsmittel anrichtet: Mindestens einen Dünnpfiff der allerfeinsten Sorte ! Daher lieber einmalig ein bisschen "Verschwenden" und dafür nachhaltig ein sauberes System, das feinstes Trinkwasser produziert.

Man sollte meinen ein Segelboot kann auch ohne ...

Sicherlich hast Du beim Lesen des Titels festgestellt, dass eine unendliche Geschichte nicht unterteilt werden kann. Deshalb macht ein Part1 einer unendlichen Geschichte gar keinen Sinn. Apropos gar kein Sinn: Auch Douglas Adams hat fünf Teile in einer Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis" veröffentlicht auch dieses Werk macht keinen Sinn. Auch YANMAR hatte bislang das Zeug für lange literarische Ergüsse ohne Sinn=>Wirkungsgrad. Nachdem wir gestern einen Lichtblick in Sachen Getriebelieferzeit und -einbau hatten, wird dieser sinnhafte Lichtblick heute nochmals bestätigt. YANMAR antwortet auf meine Frage wie lange es denn dauern kann, mit der Mail: "... binnen einer Woche ...". Das hört sich doch mal besser an als das "... kann ich nicht sagen ..." der letzten Wochen. Nun warten wir ab, wie lange eine YANMAR Woche gehen mag. "YANMAR Woche" was soll das denn sein ? Naja, sicher kennst Du die Microsoft Sekunde. Diese läuft, wenn Dein Dateimanager 30 Minuten lange statiert, dass er in ca. einer Sekunde fertig wäre. Zeit ist eben relativ :-) Auf See relativ kurz, an Land (speziell ohne Getriebe) kann die zeit seeeehr lang werden. Daher rufen wir die Heiligen der Stadt Dünkirchen an. Wenns hilft ...

Fortsetzung folgt ...

Montag

Meine empörte Mail vom Freitag hatte wohl Aufmerksamkeit im Hause YANMAR erzeugt. Binnen 90 Minuten wurden per Mail Getriebe-Diagnose, Vorgehen und -Lieferfristen (zwischen 7 und 23 Wochen) ausgetauscht. Diese Lieferzeiten wurde von YANMAR dann auch als unzumutbar angesehen. Na geht doch ...
Nach den gemachten Erfahrungen sind wir jedoch ein wenig skeptisch, ob dies nur ein Strohfeuer zur Erhellung der Kundenstimmung war ? Wir werden abwarten. Gelöst ist die ganze Geschichte erst, wenn die BELUGA wieder in der Lage ist zu fahren !

Dienstag

12:00 Noch immer keine Reaktion der Beteilgten. Gestern stürmische Mails, heute totale Flaute diesbezüglich.
14:00 So versuchen wir bei einem Besuch im Hause DB Moteur etwas rauszukriegen. Dort konnten wir erfahren dass YANMAR derzeit ein Getriebe sucht, welches schnellstens zu DB Moteur geliefert werden kann. Mehr wüssten sie aber auch (noch) nicht ! Leider ! Kaum das Gebäude verlassen vibriert mein Handy. Eine Mail von YANMAR und eine der Yachtwerft gehen (fast) gleichzeitig ein. YANMAR erklärt, dass ein Getriebe im Hause YANMAR France vorrätig sei. Dieses sei bereits bestellt und würde im Laufe des Tages an DB Moteur versendet.

Na geht doch so langsam .... Skepsis bleibt, aber Hoffnung keimt :-) Wir haben einfach keine Lust auf Weihnachten in Dünkirchen, so schön das auch sein mag ...

Freitag

Am heutigen Freitag wollte sich die Yachtwerft melden wie's weiter geht. Gegen Mittag habe ich dann eine Mail (alle anderen Kanäle waren bereits ohne Erfolg) losgeschickt mit der Bitte sich bis spätestens 16:00 zu melden. In Sachen Kommunikation scheinen sowohl die deutsche als auch die französische Partei noch ein wenig Verbesserungspotential zu haben. Um 15:59 erhielten wir dann eine Mail von der Yachtwerft. Inhalt in Kurzform: Wir haben die Wahl zwischen 7 Wochen für Ersatzteile oder 23 Wochen für ein neues Getriebe zu warten, weil DB Moteur die Teile angeblich nicht schneller geliefert bekommt ! Diesen Kundenservice können wir echt weiterempfehlen :-( Danke YANMAR !

Bislang waren die Kosten eines neuen Getriebes (~2K€) immer ein Argument der Yachtwerft keine unnötigen Reparaturen zu machen, da alleine der Arbeitsaufwand die Neuanschaffung übersteigen könnte. Daher stehen sie (so die Aussage am Tel) parat im Notfall ein neues Getriebe in den Kofferraum zu packen und mitsamt einem Techniker hierher zu fahren. Nun, da es soweit zu sein scheint, entwickelt sich das offensichtich zu einem Lippenbekenntnis. Ein neues Getriebe dauert 10 Tage bis Glückstadt, und muss von dort dann durch die Yachtwerft nach Dünkirchen gesendet werden. Also weitere 20 Tage mindestens ! Aber nur, wenn DB Moteur bestätigt, dass das Getriebe getauscht werden muss und und und ...

Da unsere Antriebswelle ohne Getriebe lose im Maschineraum hängt (mit Gurten verklemmt, aber nicht dauerhaft sicher) besteht die Gefahr dass nach Abrutschen der Rumpfabdichtung (=Stopfbuchse) Wasser in grosser Menge ins Schiff kommt. Das bedeutet für uns, wir müssen diese Situation sehr engmaschig kontrollieren. Tag und auch Nachts. Ich hatte der Yachtwerft daher mitgeteilt, dass sich nicht bereit bin die nächsten 2 bis 23 Wochen eine "Stopbuchsenwache" durchzuhalten. Daher muss das Schiff beim vorgeschlagenen Zeitplan an Land - oder aber der Zeitplan ändert sich ... und zwar schnell. Ich gehe davon aus, dass eine, unter diesen Umständen notwendige, französische Kranaktion weit mehr als ein Getriebe finanzieren könnte. Abgesehen von den Folgekosten eines Standplatzes .... by the way: Wir haben immer noch das Problem einer unerfindlichen Alarmmeldung der Maschine. Dauert diese Aktion dann nochmals 23 Wochen ?

Auf diesen Schreck gabs Abends einen Schluck leckeren französischen Weisswein. Gemeinsam mit deutschen Umliegern im Cockpit der BELUGA. Als sich einer der Teilnehmer sehr interessiert an unserer Story zeigte, fand ich heraus, dass er sehr enge Verbindungen zur Redaktion der Zeitschrift YACHT hat. Gerne erzähle ich dieser Zeitschrift welch grandiosen Service ein YANMAR Kunde mit einem weltweiten Servicenetz erleben darf und (hoffentlich nicht) noch erleben wird. Wir beschliessen in Kontakt zu bleiben ...

Fortsetzung folgt ...

 

 

Donnerstag

Seit gestern fehlt uns einfach der Antrieb ! Nicht weil Sabine und ich lustlos wären, sondern weil uns der Monteur der Firma "DB Moteur" das Getriebe entnommen hat. Endlich ! So warten wir geduldig bis uns der Antrieb wieder heile wieder eingebaut wird. Zwischenzeitlich führen wir konsequent unsere "Hausmeister" Tätigkeiten fort. Pumpe hier, Schalter da, Ablage dort und zwischendrin mal ein Päuschen. Echter Bordstress also.

Wir warten heute geduldig auf eine Mail der DB Moteur aus welcher die Diagnose der ZF Experten hervorgehen soll - so gestern vereinbart. Diese Diagnose wird dann das weitere Vorgehen bestimmen: Neues oder revidiertes Getriebe ! DB Moteur hatte uns gestern mitgeteilt, dass sie uns informierem sobald die ZF sich bei ihnen gemeldet hat.

In Sachen Geduld haben wir ja bislang ausreichend Erfahrung sammeln können. Gegen 15:30 wird Ralph dann skeptisch bzw. undgeduldig weil noch immer keine Infos eingingen. Anruf bei DB Moteur. Ralph durfte dann erfahren, dass die notwendigen Ersatzteile (Kupplung & Co) ca. 7 Wochen Lieferzeit haben. Worauf Ralph erklärte, dass dies so nicht akzeptiert wird: Ein neues Getriebe muss her ! DB Moteur meinte, dass sie vielleicht mal anfragen könnten wie lange die Lieferzeiten hierfür wären. Worauf Ralph dann mit einer etwas bestimmten Mail die beiden Verantwortlichen, DB Moteur und die Yachtwerft in Glückstadt, aufforderte sich in Verbindung zu setzen, um das bereits durch die Yachtwerft optionierte und für diesen Fall zugesagte Getriebe schnellstmöglich hierher zu karren.

In einem anschliessenden Telefonat mit der Yachtwerft wollten diese gleich tätig werden, um das Ganze auf den Weg zu bringen - wir haben schliesslich schon Donnerstag. Wir bleiben gespannt ob das so klappt oder einer der Beteiligten kurz vor Schluss noch einen Rückzieher macht. Wir hoffen es nicht ! Wir müssen bei dem Schneckentempo nochmals ne Woche den Liegeplatz verlängern. Damit wären dann fast die Hälfte des Getriebepreises bereits durch Liegegebühren bezahlt. Das rechnet sich schnell und wir haben nicht vor, diese durch unkoodiniertes Vorgehen seitens YANMAR und Trödelei verursachte Liegezeit selbst zu bezahlen.

Ganz abgesehen, dass wir ein grandioses Wetterfenster für unsere Strecke nicht haben nutzen können. Ohne den ganzen Sch... wären wir sicherlich bereits in A Coruna. 10°C wärmer und bessere Winde. So langsam laufen in diesem Jahr bereits die ersten Wirbelstürme im Atlantik auf. Zwar weit ab von unserer Route, aber Sturm und Welle werden uns noch treffen. Zumindest werden die N oder NO Lagen schnell immer seltener ! Daher sind 7 Wochen (Ende Oktober) für Ersatzteile völlig ausser jeder Diskussion.

Fortsetzung folgt ...

Liste der Hersteller und Produkte, welche wir jederzeit weiterempfehlen können

oder auch VIP-Liste => "Very Important Products and Partners"

Wir versuchen an dieser Stelle unsere Erfahrungen mit Produkten, welche wir im Rahmen des Refits unserer Nauticat 52 BELUGA machen konnten, darzustellen. Es handelt sich bei dieser Darstellung nicht um fachliche Produkttests, sondern um gemachte Erfahrungen im Bordalltag. Da wir auf unserer BELUGA über eine längere Zeit leben mögen diese intensiver sein als dies bei Wochenendseglern der Fall sein mag. Wie gesagt: Kein Produkttest, sondern ein Erfahrungsbericht. Da wir nicht nur Tadeln, sondern auch loben möchten, haben wir eine Liste der aus unserer Sicht empfehlenswerten und bewährten Produkten zusammengestellt. Im Gegensatz zur VUP-Liste.

SOLBIAN Solarzellen

Auf unserem Dach des Pilothouses haben wir Solarzellen installiert, welche von der Firma SOLBIAN geliefert wurden. Sehr effizient ! Selbst auf dem Breitengrad Hamburgs konnten wir bei normeler Helligkeit unseren Energiebedarf weitestgehend decken. Die Module sind fexibel, aufgeklebt, sind Barfuss begehbar und taugen dank rutschfester Oberfläche auch als Deckbelag. SOLBIAN bietet an, die Zellen auf Mass (am besten per 1:1 Schablone) zu fertigen und anzuliefern. Haben wir so wahrgenommen und passte. Wir waren bei diesem Vorgehen noch sehr am Anfang des Angebotes, daher haperte es ein wenig mit der Form. Am Ende hat jedoch das unpragmatische Vorgehen seitens SOLBIAN zu einen sehr guten Ende geführt. Vorallem: SOLBIAN hat daraus gelernt und ihr Vorgehen zwischenzeitlich verbessert. Eine Lösung - wenn Du den Platz findest - um ohne Lautstärke mehr Enegerie zu produzieren als jeder Windgenerator ... und soviel Platz brauchts da gar nicht. Wir haben sehr freundliche und kompetente Beratung erlebt.

Unsere Bewertung der Solarzellen: Effizient und durabel, was will man mehr !


BOSSE Verdecke

Die Nauticat 52 BELUGA hat ein offenes Cockpit. Während des Segelns sitzt man daher sehr "im Freien" und bekommt viel Wind und auch viel Spray ab - eher ungemütlich. Wir haben daher das Cockpit mit einer Sprayhood geschützt. Diese Sprayhood kann mittels einem Bimini bei viel Sonne erweitert werden bzw. für die Liegezeiten (im Hafen und vor Anker) mittels Seitenelementen zu einer Kuchenbude umfunktioniert werden. Diese Konstruktion wurde von Bosse Verdecke auf Maß gefertigt. In sehr hoher Qualität und mit viel Verstand konstruiert. Der Chef selbst hat uns hierbei mit all seinem Wissen ausführlich beraten, Mass genommen und das ganze Verdeck in handwerklich hochwertiger Arbeit gefertigt. Mit seeehr viel Liebe und Verstand für Details. So sind die Reissverschlüsse (RV) mit grünen und roten Bändseln zur einfacheren Unterscheidung der Seiten versehen, alle RV sind abgedeckt, die Zipper gesichert und alle Seitenteile wahlweise als Mash oder festes Verdeck ausgeführt. Diese Kuchenbude ist zwischenzeitlich ein geschätzter Bereich der BELUGA, mit sehr viel Schutz bei Regen und sehr luftig bei Sonne. Ein lieb gewonnenes Verdeck, sehr gut durchdacht und handwerklich solide ausgeführt. So soll es sein ! Danke an Bosse Verdecke für diese Arbeit. Dieses Verdeck trägt bei uns den Namen "Kathedrale" statt einem abwertenden "Kuchenbude". Eine Wertschätzung dieser tollen Arbeit !

Unsere Bewertung der Kathedrale: Ein handwerklicher Traum.


 

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Liste der Hersteller und Produkte, welche wir NICHT weiterempfehlen würden

oder auch VUP-Liste => "Very Unpleasant Products"

Wir versuchen an dieser Stelle unsere Erfahrungen mit Produkten, welche wir im Rahmen des Refits unserer Nauticat 52 BELUGA machen konnten, darzustellen. Es handelt sich bei dieser Darstellung nicht um fachliche Produkttests, sondern um gemachte Erfahrungen im Bordalltag. Da wir auf unserer BELUGA über eine längere Zeit leben mögen diese intensiver sein als dies bei Wochenendseglern der Fall sein mag. Wie gesagt: Kein Produkttest, sondern ein Erfahrungsbericht. Sollte sich einer dieser Hersteller auf den Schlips getreten fühlen, dann zurecht. Produkte, welche nur "so ein bisschen schlecht" sind, tauchen hier nicht auf - nur echte Highlights. Andererseits würden wir uns drüber freuen, wenn mit diesen Erfahrungen zur Verbesserung der Produkte bzw. des Kundenservice beitragen zu könnten.

Um eine Gewichtung der Erfahrungen darzustellen, haben wir "Unsere Bewertung ..." am Ende der Beschreibungen angehängt.

YANMAR

Ende April 2021 wurde der nagelneue YANMAR 4JH110 mit einem ZF30M im Bauch der BELUGA in Betrieb genommen. Erster Erlebnisse: Keine Öldruckanzeige bzw. bei 0 Bar trotz laufendem Motor. Yachtwerft kümmert sich und kam mit der Aussage: Da musste nur ein Kabel aufgelegt werden, was werkseitig wohl nicht/nicht korrekt erfolgte. BELUGA macht erste Probefahrt: Gänge gehen nicht immer rein, was aber noch besser war: nicht immer raus ! Züge neu einestellen. Ich sah das als "Einlaufphase". Das muss getestet, erlebt und behoben werden. Ich teilte der Yachtwerft mit, dass sie nun Zeit von Anfang Mai bis Mitte July haben alles in Ordnung zu bringen. Dort fahren wir dann los.
Mitte July: Wir fahren nach HH und Helgoland. Bei der Rückfahrt von Helgoland geht uns mitten in der Elbe ein Alarm der YANMAR Maschine runter. Wir ankern sicherheitshalber auf schnellsten Weg an der Seite der Elbe um die Maschine nicht zu gefährden. Maschine aus, mögliche Fehlerquellen oder -auswirkungen suchen ... keine zu finden. Sprit klar, keine Undichtigkeiten, Stecker scheinen alle dran etc .. Also Maschine wieder starten .. Alarm ist weg. Das war aber leider nur ein kurzes Vergnügen, da dieser Alarm kurz drauf wieder lärmt. Zwischenzeitlich die Yachtwerft darüber informiert. Beim Einlaufen in Glückstadt geht kein Vorwärtsgang mehr rein ... Sch ... also rückwärts durchs Tor an den Liegeplatz. Yachtwerft stellt noch am gleichen Tag die Züge neu ein und organisiert einen "Experten" welcher am nächsten Tag aufschlägt und in seiner Hilflosigkeit erstmal einen Firmware Upgrade macht. Alles wieder Palletti, so seine Aussage. Das mit dem Vorwärtsgang klappt aber immer noch nicht zuverlässig. Im Laufe der Zeit wirds immer schlimmer. Auf Höhe Dover müssen wir unsere Weiterfahrt abbrechen, da bei Strömung, Wind von Vorn und ohne verlässliche Schaltung keine sichere Weiterfahrt möglich ist. Unter Segel nach Dünkirchen. Diagnose durch französischen ZF Spezialisten: Das Getriebe ist kaputt ! In Summe bedeutete diese Entscheidung eine Odysee durch unklare Zuständigkeiten, Inkompetenz und Arroganz der YANMAR Organisation. Bislang mit einer Liegezeit von über 5 Wochen mit Potential für mehr (leider nicht: Meer)! Zeitweise auch mal mit 7 bis 23 Wochen veranschlagt ... und täglich neue Überraschungen. Die ganze Wartezeit ist umso unverständlicher, als dass ein Getriebe bei YANMAR France verfügbar war und die Zeit von Wochen dafür gebraucht wurde dieses in benachbarte Dünkirchen zum richtigen Händler zu schicken !

Unsere Erfahrung mit YANMAR: Hast Du ein Problem, dann hast Du ein richtiges Problem !


WEBASTO

Hersteller von Standheizungen. Wir haben eine DBW2016 im Einsatz. Wir wollten hierbei nicht sparen und auf "deutsche Wertarbeit" setzen. Die "Chinakracher" kosten ein Drittel und haben auch noch mehr Funktionalität. Die Frage welche wir vor dem Kauf stellten: "Wann brennt unser Schiff ab, bei einem solchen Billigheimer ?". Daher WEBASTO! Leider mussten wir (im Nachgang haben uns diese Erfahrungen auch andere Segler bestätigt) feststellen, dass es sich bei WEBASTO Warmwasserheizungen um unzureichend abgestimmte Lösungen handelt. Beispiel: Anschlüsse für Schläuche sind an der Heizung auf 19mm = 3/4 Zoll ausgelegt, bei Wärmetauschern auf 16mm, bei anderen Aggregaten auf diverse andere Durchmesser. Konsequenz ist in der Folge: Inkontinenz = Undichigkeiten bei den Schlauchanschlüssen. Ein Fehler der sehr einfach vermeidbar wäre, würde sich einer drum kümmern. Weiteres Beispiel: Jede Menge Senorik an den Heizungen. Leider sind die Sensoren nicht ausreichend auf einander agestimmt. Fällt dann einer aus, stellt die gesamte Heizung den Betrieb ein. Ein Hitzesensor misst die Temperatur der Heizung im Brennraum. Ist eine Luftblase im System, dann brennt dieser druch. Neuer Sensor: 60€ ! Das  kann allerdings auch gerne mal mehrfach in einem Winter passieren. Bei uns sogar mehrfach auch ohne Luftblase. Mögliche Lösung wäre hier ein rücksetzbarer Sensor. Kostet WEBASTO sicherlich nur im Cent Bereich, den Kudnen ein Vermögen.

Unsere Bewertung der WEBASTO Heizung: NIE MEHR WIEDER !


TECHIMPEX Edelstahl-Gasherd DELUXE

Wir haben uns den TechImpex DELUXE ausgesucht, weil wir sehr gerne frisches Brot backen. Der DELUXE hat eines der grössten Backräume. Die 2 Plattenversion hatten wir und ausgewählt, weil der alte 3 Flammenherd aufgrund der geringen Kochfläche eh nicht mit 3 Töpfen zu betreiben war. Die 2 Plattenversion ist hierbei sehr hilfreich. Leider haben beide Brenner eher keinen Dampf. Der kleine Brenner kann zum Warmhalten benutzt werden. Der grosse Brenner braucht für 1 Liter Wasser immmerhin mehrere Minuten bis das Wasser kocht. Der Backofen ist nicht zu gebrauchen. Brot ist nach 90 Minuten backen auch bei Vollgas innen noch teigig = nicht fertig gebacken. Mglw. liegt der Mangel an Leistung an den 0,4 Bar. Eine Druckerhöhung wollten wir allerdings nicht eigenmächtog ausführen, da dies explizit untersagt ist. Wir denken daher aktuell über ein Wettbwerbsmodell nach. Bislang waren wir mit Techimpex recht zufrieden. Das aktuelle Modell ist allerdings nicht wirklich sinnvoll zu gebrauchen.  Die Erfahrugen sind aber eher sehr mässig als DELUXE. Eine sehr undurchdachte Konstruktion, welche die Wärme nicht nur schlecht, sondern gar nicht verteilt. Die 270°C der Skala werden nicht mal ungefähr erreicht. Wir hatten max. 185°C messen können. Die Verarbeitung ist ausgesprochen schlampig. Nach den ersten Backversuchen fielen die Dichtungen der Backofentür raus. Um dennoch was backen zu können mussten wir einen Pizzastein einsetzen. Das bedeutet ca. eine Stunde vorheizen, bis dieser mal warm wird. Welche Energieverschwendung !

Unsere Bewertung des Herdes: Taugt nur für Daysailer, Kneipenesser oder fürs Design


QUICK Bilgenschalter EBSN

Dringender Rat: FINGER WEG !
Nicht nur dass dieser Schalter auslöst wann immer er will. Mit dem Wasserstand hat sein Verhalten jedenfalls nichts zu tun. Wir hatten 3 Stück an Bord, alle mit dem gleichen Verhalten. Scheint also kein Einzelfall des einzelnen Schalters zu sein, sondern ein genereller Fehler. Den Gipfel war dann ein Brand im Schiff, als das QUICK EBSN 20A Modell eine kleine Rule 500 (max. 3,5A) Bilgenpumpe auslösen wollte und dabei einen Kurzschluss innerhalb des EBSN Schalters verursachte. Wie bereits erwähnt, hatte der Auslösezeitpunkt mit dem Wasserstand nichts zu tun. Der QUICK Schalter stand im Trockenen, aktivierte die Pumpe und im Anschluss einen Schwelbrand. Zum Glück waren wir an Bord und konnten den Schwelbrand löschen bzw. durch Trennung der Stromversorgung weiteren Schaden vermeiden. Wir haben alle 3 QUICK Geräte unbesehen rausgeworfen. Wenn Du also einen Versicherungsfall aus Deinem Schiff machen möchtest, dann setze diese Schalter ein aber halte Dich niemals auf Deinem Schiff auf. Wenn Dir Dein Schiff allerdings was Wert ist, dann vermeide QUICK EBSN Bilgenschalter egal mit welcher Leistung! Der Bilgenschalter war übrigens mit 32A abgesichert, brannte jedoch bereits kurz vor Auslösen der Sicherung. Material ? oder waren unsere Nasen einfach schneller ?

Unsere Bewertung dieses Bilgenschalters: LEBENSGEFAHR , Finger weg von diesem lebensgefährlichen Technikschrott !


LEWMAR Luken

Wir hatten alle alten Luken wegen Undichigkeiten durch neue LEWMAR Luken ausgetauscht. Leider sind die neuen Luken (fast) alle im fabrikneuen Zustand undicht. Bei Scharnieren und Riegeln tropft es gerne mal rein. Besonders zuverlässig wenns hart auf hart kommt. LEWMAR hat der Serie den Namen "OCEAN" verpasst. Offensichtlich ein Treppenwitz. Vielleicht um zu bezeichnen wo die Luken NICHT eingesetzt werden sollten. Kosten ein Vermögen und taugen nicht was "OCEAN" suggeriert. Selbst die Luken auf dem Pilothouse (2mtr über dem Wasser) sind bei Regen und Spray undicht. Könnte es sein, dass dieses britische Hightechprodukt nicht auf das kontinentale Wasser eingestellt wurde :-) Unser Vorschlag für den Namen dieser Serie: INDOOR, oder "Money for nothing".

Unsere Bewertung der Ocean-Luken: Nur für Binnengewässer, bei Flaute und ohne Nässe !


 

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Mittwoch

Sabine und ich fallen beinahe vom Glauben ab als der Monteur um 08:30 vor dem Schiff steht. Whow, es gibt noch Zeichen und Wunder ... selbst in Frankreich !
Der Monteur hantiert am Getriebehebel um manuell zu schalten. Mit dem gleichen Ergebnis wie ich bereits gemacht hatte: Rückwärts geht, Vorwärts nicht. Also holt er sein Werkzeug und seinen Transportwagen aus dem Fahrzeug und erscheint wenige Minuten später wieder gut ausgerüstet am Schiff. Ein paar Schrauben später wuchtet er das Getriebe raus. Aufregend fand ich das Zurückschieben der Welle. Die BELUGA liegt ja im Wasser. Das bedeutet, wenn die Wellendichtung abgeht, dann will das Meer mit aller Macht ins Schiff. Mit grosser Sorgfalt hatte der Monteur die Sache aber sehr gekonnt gemeistert. 2 kurze Spritzer (max. 1 Trinkglas voll) dann war wieder alles am Platz und auch wieder dicht. Der Einbau verspricht noch mehr Spannung, da dort die Dichtung nicht zusammengeschoben, sondern auseinandergezogen werden muss. Um keine weitere Gefahr zu erzeugen sichert er die Welle dann noch zusätzlich. Nach einer guten Stunde verlässt unser Getriebe mitsamt dem Monteur den Hafen um bei DB Moteur in der Werkstatt untersucht ggf. repariert zu werden. Wir bleiben gespannt.

Auf meine Frage wie die Sache weitergehen soll, meinte der Monteur er hat bis 15:00 die Befundung soweit fertig. Ich solle zu ihnen rüber kommen, dann könne er mir mehr sagen. Dieses Angebot werden wir mit Sicheheit wahrnehmen ! Wir glauben zumindest die Richtung einer Zielflagge zu erkennen. Die Frage wird nur sein: Ist an diesem Getriebe noch was zu retten, oder muss ein neues Getriebe her ? Sollte es sich um einen "Serienfehler" handeln, dann könnte auch ein neues Getriebe das gleiche Problem haben. Daher lieber das reparierte Getriebe, wenns Sinn macht zu reparieren. Dieser Spannungsbogen soll heute Nachmittag aufgelöst werden. Immerhin DB Moteur ist ZF Center. Auch oder speziell für diese Art Getriebe. Das gibt ein bisschen mehr Vertrauen in den erwarteten Befund. An alle ZFler unter unseren Bekannten: Haltet uns und "eurem Getriebe" die Daumen !

wink

Mittwoch 15:30 bei DB Moteur: Das Getriebe wurde zerlegt und befundet. Ausser stark abgenutzer Kupplungslamellen (nach ~100 Betriebsstunden !) ist wohl nichts Auffälliges zu erkennen. Allerdings ist das Getriebeöl (~50 Betriebsstunden) sehr dunkel, was auf Metallabrieb hindeutet. DB Moteur ist nun mit der ZF bzgl. des weiteren Vorgehens in Diskussion. Je nach Ergebnis (wird morgen erwartet) kann eine weitere Vorgehensweise festgelegt werden. Entweder neues Getriebe, oder Reparatur. Neues Getriebe macht aber nur Sinn, wenn ZF keine Probleme in der Serie hat (siehe oben). Wenn doch, dann andere Charge oder Reparatur.

Fortsetzung folgt ...

Montag

Tag der Erwartung. Heute ist der benannte Motoren-Spezialist wieder aus dem Urlaub zurück. Die Yachtwerft ruft 08:00 dort an, erklärt den Garantierfall, die Aufgaben und vereinbart den nächstmöglichen Termin. Wir werden da sein ! So zumindest lautet der vereinarte Plan !

Realität:

  • 08:00 Yachtwerft ruft dort an, keiner geht ran.
  • 10:00 gleicher Zustand wie 08:00
  • 19:00 Telefonat mit der fast schon verzweifelten Yachtwerft zum Thema "Masterplan: Wie gehts weiter"

Dieser Verlauf war einer der Gründe, warum wir die BELUGA in 2016 nach Glückstadt überführten. Die LMAA Mentalität mancher Franzosen ging uns auf den Wecker. Aber warum schon wieder / oder immmer noch ? Und warum scheinen die Franzosen auch im Norden nicht wesentlich besser unterwegs zu sein als die Franzosen im Süden ? Woran liegts ? Könnte ich diese Frage beantworten fände ich möglicherweise ein "Gaspedal" für unsere Aufgaben. Hätte hätte Fahrradkette ...

Übrigens heute ist der erste Tag mit echtem Sch.. Wetter. Himmel hüllt sich in dunkelgrau und scheint von Zeit zu Zeit für einige Minuten inkontinent zu sein. Zumindest die Temperaturen bleiben (bislang) über 20°C. Dann gehts ja nochmal. Während Sabine und Ralph ihre Hausmeisterarbeiten mit gewohnter "Hektik" erledigen klopfts gegen 16:00 an der BELUGA Bordwand! Whow der Monteur wird doch nicht da sein ?

Aber nein es ist Oliver von der TURICENSIS ! Er war monatelang in Glückstadt neben uns gelegen. Ein sehr freundlicher Eidgenosse. Zuletzt waren wir auf Helgoland im Päckchen gelegen. Er musste noch nach UK um einige Dinge zu erledigen ... und heute steht er vor der BELUGA ! Was für eine angenehme Überraschung ! Dank AIS bleibt kein Standort verborgen und so fand er uns wieder. Nach einem Käffchen verbringen wir gemeinsam den Rest des Tages. Am Abend in der "Zigarrenlounge" der TURICENSIS mit grossem Genuss: Eine seeeehr gute Zigarre mit einem seeeehr guten Whiskey dazu. Kann das Leben hart sein :-) aber da muss man eben durch.

Dienstag

Den ganzen Morgen warten auf den Monteur. Anscheinend geht das sowohl YANMAR als auch in Folge den YANMAR Stützpunkten hier am A.. pardon verlängerten Steissbein vorbei.

Um 13:00 dann Rückmeldung der Yachtwerft: Sie haben beim genannten Monteur mehrfach angerufen, der scheint aber keine Lust zu haben die gestellten Aufgaben zu übernehmen. Wir vereinbaren daher dass Sabine und ich nochmals zu DB Moteur gehen und versuchen diese zu beauftragen die Befundung zu machen. Sollten auch die keinen Bock auf Arbeit haben, dann rollt ein neues Getriebe aus Glückstadt an, so zumindest der vorgeschlagene Plan. Die Yachtwerft lässt in unserem Fall nichts unversucht, uns zu helfen. Hut ab und Danke dafür !

In unserer aktuellen Gemütslage kann ich YANMAR und deren "Nicht-Organisation" nicht wirklich weiterempfehlen. "Hast Du ein Problem, dann hast Du ein Problem" jedenfalls scheint das YANMAR nicht zu interessieren was bei uns los ist. Die Firma MARX als Generalvertreter in DE zeichnet sich durch "wir bearbeiten das ..." seit 2 Wochen aus. Raus kommt allerdings gar nichts. Ich denke alle Mitarbeiter dieses Konzerns sollten mal drüber nachdenken, wer den monatlichen Scheck so finanziert ?

Um den Frust nicht festfressen zu lassen beschliessen wir mit dem Bus in einen Baumarkt zu fahren. Also rein in Linie C4, nach 25min warten am Bahnhof in die Linie 18 und weitere 30 Minuten später aussteigen beim Baumarkt. Theoretisch ! In Frankreich ist es üblich, dass die Mitfahrer eines Busses einen roten Knopf drücken um den Halt anzufordern. Kein Knopf - Kein Halt. Genau das passierte uns. Vor unserer Haltestelle drücken wir das Knöpfchen. Wie wir später feststellen war dieser Knopf allerdings kaputt. Also Bus hält nicht. Wir sehen den Baumarkt am Horizont verschwinden und fahren mit dem Bus ca. 20 Minuten durch Frankreichs schöne Landschaft. Schliesslich stranden wir in einem Gewerbegebiet. 30 Minuten warten, bis uns der Bus zurück zum Baumarkt bringt. Wenns läuft, dann läufts halt ...

Um 17:00 schaffen wirs dann kurz vor Feierabend bei DB Moteur aufzuschlagen. Nach intesiver Diskussion in Holperfranzösisch und Stolperenglisch sagt uns DB Moteur einen Spezialisten für Mittwoch morgen zu. Sogar mit Uhrzeit ! Was ist denn jetzt los ? Zwischen 08:00 und 08:30 will der Monteur kommen. Endlich kommt Bewegung in die Sache ... der Lichtblick des Tages. Anscheinend hat sich doch jemand überlegt wo der Scheck herkommt :-) Misstrauisch warten den Mittwoch ab.

Einen kleinen Umtrunk mit TURICENSIS schliesst den Tag doch noch versöhnlich ab. Oliver versucht verzweifelt in der EU einzuklarieren. Schiff und Mannschaft sind ja Schweizer und kamen aus UK - Aliens in der EU :-) Anscheinend weiss der französische Zoll aber hier nicht wie damit umgehen und verweist auf Agenten. Die Agenten rühren sich jedoch überhaupt nicht ... nicht nur Getriebe auch andere Dinge brauchen in Frankreich eben Zeit :-)

Fortsetzung folgt ...

Freitag, 27 August 2021 08:56

Am Ende wird alles gut (Part 7)...

Freitag

Warten auf Godot. Nachdem uns anscheind nichts anders übrig zu bleiben scheint, warten wir auf unseren Monteur, welcher am Montag wieder aus dem Urlaub zurück kommt.
Wir beschliessen daher noch ein paar Kleinigkeiten an Bord zu erledigen, aufzuräumen, rauszusaugen ... eben alles was a) sein muss und b) die Zeit vertriebt. So bleibt uns noch einiges an Zeit Lebensmittel einzukaufen. Wir versuchen die verschiedenen Supermärkte in Dünkirchen zu finden. Idealerweise in einfach erreichbaren Lage. So haben wir einen Carrefour gefunden, welcher die wichtigsten Lebensmittel anbietet und direkt sich an der Bushaltestelle "C3" befindet. Busse in Dünkirchen sind eine ideale Fortbewegungsmöglichkeit, da Busse hier gratis sind. Auch so kann man Menschen bewegen sich mehr mit Öffis zu bewegen. Könnte das auch ein Vorbild für Deutschland sein ?

Samstag

Nach einen ruhigen Freitag werden wir heute nochmals einen aktiven Bordalltag starten: Sabine kümmert sich um Vorschiffskabine, Stockbetten und Nasszelle. Wäsche waschen reinigen und die eine oder andere Verbesserung wie Befestigungen, Ablagemöglichkeiten und Leesegel, die aus Netz bestehen. Ralph ist hierbei ein wenig skeptisch was die Haltbarkeit betrifft. Man wird sehen, wie siche diese Idee entwickelt. Potential hat sie allemal.

Wir haben unsere Verbindung der TransOcean genutzt und um eine Quelle unserer Scheuerleisten-Reparatur gefragt. Bert von der Heimkehr hat uns sehr prompt zurück gerufen. Wir haben einiges an möglichen Quellen für Getriebeversagen ausgetauscht, waren uns aber einig, dass all die Quellen innerhalb der Garantiezeit durch YANMAR untersucht bzw. behoben werden müssen. Andererseits machen Bert und Leni derzeit die gleichen verheerenden Erfahrungen zur "Qualitätsmarke" WEBASTO. Sie haben zwar ein anderes Modell einer Warmwasserheizung an Bord, das scheint jedoch die gleiche undurchdachte Sch... pardon: Lösung zu sein. Millionen von Sensoren, macht einer von diesen Zicken, geht die gesamte Heizung aus. Leider sind die Auslösewerte der Sensoren nicht aufeinander abgestimmt. Also nur eine Frage der Zeit bis die Heizung ausfällt. Zumindest in einer Umgebung wie Norwegen sollte die Heizung zuverlässig gehen. Wahscheinlich hat WEBASTO die Heizungen ausgiebig auf den Kapverden getestet um nicht frieren zu müssen. Die wissen ja was sie entwickelt haben.

Ralph kümmert sich um die Elektronik-Spielzeuge. Die BELUGA ist mit sehr viel moderner Technik und Computerei ausgestattet. Bekanntermassen sind das aber auch keine Selbstläufer. Jedoch ist keines der Computersysteme vital für den Betrieb der BELUGA. Bordnetzwerk, Bordwiki und eine Hafennetzverbindung sind sehr angenehme Dinge, wenn man sie hat. Geht aber auch ganz gut ohne dieses Spielzeug. So hatten diese Spielzeuge bislang keine Prio und wurden installiert aber nicht eigerichtet. Zeit für die Betrachtung der Details: Die Raspberries (6 an der Zahl) sind mit USB Netzteilen von Amazon ausgestattet. Angeblich 3A Leistung pro Netzteil. Leider beklagen sich die Beeren (Kosename für Raspberry Pi) über "Undervoltage". Netzteile scheinen Chinakram zu sein. Wer nichts investieren will kann wohl auch nichts erwarten. Amazon preist diese Dinger aber vollmunig u.a. für diesen Zweck an. Die Auswirkung: Die Beeren arbeiten mit zahlreichen kurzen Network-Drops = Miniausfälle. Das bedeutet, dass beipsielsweise unser "Musikplayer" in einem 3 minütigen Song alle ca. 20-25 sec einen 5 sekündigen Aussetzer hat. So möchte aber keiner Musik hören. Die Radioprogramme der Franzosen sind jedoch nicht so schlecht. Daher mehr Radioprogramm hören und zwischenzeitlich nach vernünftigen Netzteilen suchen. Wir nehmen gerne Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! !

Am Abend wurden wir mit einem Feuerwerk beglückt. Wir gehen davon aus, dass Frankreich dafür bedankt, dass wir nochmal eine Woche länger bleiben ... :-)

Sonntag

Heute steht 230V auf dem Programm. 2 Steckdosen gehen nicht so wie gewollt. Urasche suchen und beheben. Watermaker mit Frischwasser spülen um die Membran zu erhalten und die Konservierung rauszuspülen. Solange wir Frischwasser neben dem Schiff haben können wir hier ein wenig grosszügiger sein.

Auch will Ralph die Bilge nochmals sauber machen. Aufgrund der "Wasser im Schiff" Aktion aus CUX und diverser überraschender "Wasserquellen" im Schiff siehts in der Bilge nicht so sauber aus, wie Ralph sich das vorstellt. Hätte er die Bilge grau statt weiss gestrichen, dann wäre diese heute noch sauber genug :-) Das hat man nun davon.

Heute, Sonntag, werden wir nicht sehr viel Wert auf ausgehen legen. Da sind alle Franzosen unterwegs, die uns gestern das Feuerwerk widmeten :-) Danke dafür Frankreich ! Wir freuen uns auf den Monteur der morgen bei uns aufschlägt und das Getriebe, wei auch unseren Motorenalarm "P0094" behebt. Optimismus muss sein.

Fortsetzung folgt ...

Mittwoch, 25 August 2021 14:36

Am Ende wird alles gut (Part 6)...

Mittwoch

Rolf und Sigrid verlassen uns heute vormittag. Auch sie fahren mit dem Zug nach Hause. Dünkirchen Lille, dann Brüssel und dann mit der Deutschen Bahn über Köln in Richtung Hamburg bis nach Hause. Geplante Ankunft ist dann gegen 2200. 12h statt 4h Reisezeit für ca. 100km mehr als die Reise bis Strassburg ! Ob das am Streckenanteil der Deutschen Bahn liegt ? Die Antwort kannst Du selbst versuchen herauszufinden.

Heute ist Aufklaren angesagt. Sollte zumindest heute den grössten Teil des Tages in Anspruch nehmen - wir wollen unseren entspannten Tagesrhythmus ja nicht stören. Wenn am Ende der Arbeit noch Tag übrig ist, dann kann so ein Käffchen im Bistro auch kein Fehler sein. "Bordhektik" eben ...
Nach einem Telefonat mit der Yachtwerft benötigen wir unser Serviceheft der Maschine. Das Drama beginnt: Mehr als 3h mussten wir suchen, bis wir das Heft endlich gefunden hatten. Immerhin wir haben es gefunden .... phuuuu. Nun werden wir noch ca. eine Stunde anhängen, bis alles wieder zurück am Platz ist ... erstmal nen Kaffee und dann gehts los. Phuu das Leben an Bord ist einfach echter Stress :-)

Donnerstag

Großputz an Bord ! Sabine macht "nen Kessel Buntes" und Ralph kümmert sich um die Kleinigkeiten wie Pumpen, Technik und vieles mehr. Wir hatten seit unserer Wasserung in Glückstadt immer wieder Wasser in der Bilge. Nichts Beängstigendes aber unschön. Mal mehr mal weniger. Aufgrund der Wasserspuren schien das von achtern, also vom Antrieb zu kommen. "Im Auge behalten" war der naheliegende Ratschlag der Werft. Beim täglichen "Bilgenrundgang" kam der Zufall zu Hilfe: Während Sabine Zähne putzt schaut Ralph in die Bilge und sieht Wasser aus unserer Lenzpumpe plätschern. Durchaus nennenswert. Heute war der Tag diesem Umstand auf den Grund zu gehen. Dusche an, es plätschert. Die Pumpe scheint undicht, aber warum nur ? Also Pumpe raus und neue Pumpe rein. Plätschern beendet ! Die entnommene Henderson MK5 wurde an der Wartungklappe aufgeschraubt. Und siehe da: Die Lösung der Undichtigkeit und auch für das Wasser in der Bilge.

Diese Pumpe ist die einzige, welche wir noch nicht revidiert hatten, da sie immer tadellos arbeitete - vermeintlich. Unser Vorgänger "Mitja" (ein Insidername für einen Murkser, welcher das Schiff unserer Vorgänger in Kroatien wartete) hatte in dieser Pumpe vergessen die Membran einzubauen. Was nutzt also eine Membranpumpe ohne Membran ? Nichts ! und undicht ist sie auch. Das leckende Wasser ging in eine Bilge im Achterschiff. Von dort läuft die Bilge dann in die Hauptbilge und sammelt immer mehr Wasser. Dieser Überlauf geht konstruktionsbedingt vorbei an der Antriebswelle. Hatte jemand Zähne geputzt oder geduscht, wurde das Wasser in der Hauptbilge mehr. Wenn nicht, dann wurde bei Seegang das Wasser Schlückeweise in die Bilge gefördert. Unerklärliches wird so erklärt. Eben: Mal mehr, mal weniger Wasser in der Hauptbilge. Problem erkannt, Problem gebannt ! Nach Wechsel der Pumpe kommt kein Wasser mehr in die Bilge. Danke Mitja.

In Sachen Motor wirbelt die Werft im Hintergrund und versucht Gott und die Welt zu Aktionismus zu bewegen. Vielen Dank dafür. Es ist immer gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die einen nicht im Stich lassen. Solltest Du jemals einen Platz suchen, an dem Du Dein Schiff in guten Händen weisst, dann dort ! Am späten Nachmittag erreicht uns eine Mail der Yachtwerft. "Bitte nochmals Ölstand kontrollieren und Photo vom Ölstab machen". Ja hat denn YANMAR gar kein Vertrauen in seine Servicedealer ? Naja, dann machen wir das halt auch noch :-( Ölstab rausdrehen abwischen und reinstecken. Das Öl ist aber derart frisch und daher für die Kamera "unsichtbar", dass der Ölstand nicht aufs Photo möchte. Ich klebe daher ein Kreppband an den Ölstab und stecke diesen nochmals rein. Ergebnis: Zuviel Öl im Getriebe! War zuvor so nicht zu sehen. Anscheinend ist das Misstrauen der YANMARs nicht unbegründet. Diese Technik mit dem Kreppband werde ich mir merken. Geht supergut ! Falls jemand diese Idee aufgreift, dann bitte unbedingt berücksichigen: Das Kreppband muss danach wieder runter !
Im Internet hatten wir einige Berichte gefunden, bei denen zuviel Öl der Grund war, dass der Rückwärtsgang zwar geht, aber Vorwärtsgang eben nicht. ?!? Muss das YANMAR machen ? oder darf ich das slbst tun ? Ergebnis morgen ...

Fortsetzung folgt ...

Montag, 23 August 2021 18:47

Am Ende wird alles gut (Part 5)...

Montag

Zeit für das geplante Telefonat mit der Werft in Glückstadt. Die Werft hat bis zum Zeitpunkt des Telefonats bereits alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Klärung und Behebung einzuleiten. Vielen Dank dafür. Das Ergebnis meiner Tests am Sonntag (nämlich Vorwärtsgang geht nun gar nicht mehr rein) habe ich mit der Werft besprochen. Meine Recherchen haben ergeben, dass dieses Vorwärtsgangproblem auch bei anderen Besitzern der ZF Getriebe vorzukommen scheint. In vielen Fällen war entweder falsches Getriebeöl oder ein falscher Level die Lösung. Das wäre die am einfachsten zu behebende Möglichkeit. Könnte jedoch auch ein Problem der Schaltklaue oder ein Getriebeschaden sein, so zumindest die Aussage von YANMAR und will das einen Fachmann das Getriebe begutachtet. Danach werden die notwendigen Folgeaktionen festgelegt.

Dienstag

Heute morgen hat uns unser Enkel Tiziano in Richtung Heimat verlassen. Fast 4 Wochen auf der BELUGA haben ihn zu einem sehr verlässlichen Crewmitglied gemacht. Knoten gehen blind, die Systeme an Bord fest im Griff und Steuern klappt auch sehr gut. Danke für die schöne Zeit und bis bald auf den Kanaren.  Dünkirchen 0700 starten und um 1100 in Strassburg - und das alles sehr pünktlich. ca. 600km Strecke in 4h ist ein Wort ! Da sollte sich die Deutsche Bahn mal eine Scheibe abschneiden (siehe Mittwoch). Bereits am frühen Nachmittag konnten wir ihn von Zuhause per Duo in bester Laune sprechen. Vielen Dank noch für Deine Teilnahme Tiziano, wir sind echt sehr stolz auf Dich !

Wir waren, nach Absprache mit der Werft, bei der Firma DB Moteur in Dünkirchen und haben diesen unser Problem geschildert. Die Auslastung der Servicetechniker scheint jedoch enorm. "Kann bis zu 3 Wochen dauern" war die Aussicht. Aufgrund unserer Bitte einen Fachmann zu entsenden, der zumindest die weniger zeitaufwändige Begutachtung durchführt erhielten wir eine Nummer eines Technikers, der jedoch erst kommenden Montag (30.8.) aus dem Urlaub kommt. Techniker aus dem nahen Belgien dürfen unglücklicherweise in Frankreich nicht tätig werden. Soweit zum vereinigten Europa mit offenen Grenzen. Anspruch und gelebte Wirklichkeit scheinen hier auch noch ein wenige auseinander zu gehen. Naja, Geduld ist eben eine Tugend ...

Fortsetzung folgt ...

Sonntag, 22 August 2021 11:19

Am Ende wird alles gut (Part 4)...

Heute, Sonntag lief nicht viel in Sachen Problemlösungen. Daher widmete ich mich mal selbst, um mich dem Problem mit der Schaltung zu nähern. Zwischenzeitlich geht der Vorwärtsgang gar nicht mehr rein. Rückwärts geht wie ne eins. Aber wer will schon rückwärts über den Atlantik :-)Wir hatten bislang das Schaltgestänge im Verdacht. Dieses wurde druch die Werft vor der Abfahrt novhmalsd Re-Vidiert da bei der Einfahrt in den Glückstädter Aussenhafen der Vorwärtsgang erstmalig nivht mehr rein wollte. 2h Neu-Justage dann ging wieder alles. Beim Anleger in Den Helder gings wieder los, war aber am nächsten Morgen nicht mehr reproduzierbar. Beim Ableger in Den Helder ging wiedermal kein Vorwärtsgang rein, Danach gings mit Rütteln an der Schaktkullise wieder.

Ich hab daher mal alle Züge abmontiert und direkt am Getriebe geschaltet. Ergebnis: Gang Vorwärtsgang einlegen ist eher Glücksache, Rückwärts geht immer. Da dies eher ein Getriebeproblem zu sein scheint als ein Problem mit dem Gestänge beschliesse cih an dieser Stelle meine "Forschungen" abzubrechen. Ich werde ich mit der Yachtwerft Glückstadt als deutscher Ansprechpartner die Sachlage evaluieren. Anonsten gibnt es nur zu berichten, dass der Gestank brenneneder Elektronik weitestgehend aus dem Maschinenraum raus ist.

So haben wir einen sehr schönen und entspannten Tag in Dünkirchen verbracht. Hadern wollen wir sicherlich nicht: Bringt uns auch nicht weiter, löst keines der Probleme welche wir haben und versetzt uns dadurch nur noch in negative Stimmung, welche ja völlig unnötig wäre. Ausser der berichteten Dinge funktionieret die BELUGA bestens (=99% Erfolgsquote :-) ) und darüber freuen wir uns sehr. Ist besser für die Stimmung.

Am Montag werden wir uns um das Getriebe und die Maschine kümmern dann wird auch das in Ordnung kommen .... gut Ding will eben Weile haben.

Fortsetzung folgt ...

Samstag, 21 August 2021 08:54

Am Ende wird alles gut (Part 3)...

Heute haben wir den 21.8.2021. Unser Schanzkleid hat einen mächtigen Schaden und zu unserer Maschine gibts vor Montag nichts Neues von der Yachtwerft. Das Wetter ist zwischenzeitlich gut, die Sonne scheint, die Menschen freundlich und jede Menge Hafenkino. Also ist alles Bestens !?

Der Hafenmeister hat seine Kontakte durchtelefoniert um einen Holzwerker für uns zu finden, welcher unseren Schaden reparieren könnte. Leider bislang noch ohne Erfolg. Alle haben die Auftragsbücher voll und keine Zeit für uns.

Wir haben heute das Getriebe Thema nochmals in Eigenregie angegangen. Der Grund für die fehlenden Gänge scheint die Einstellung der Hebel an Schaltkulisse und Getriebe zu sein: Der Vorwärtsgang geht im kalten Zustand gerade so rein, wird das Getriebeöl dünnner dann halt nicht mehr. In einer 2 stündigen "Vorwärts - Rückwärts" Session testen wir unsere neue Schaltkulisse und deren längere Hebel. Nach vielen Versuchen stellen wir fest: Der Hebel am Getriebe muss eine Raste nach hinten gedreht werden. Das bedeutet eine weitere mehrstündige Feinjustage. Dazu haben wir aber heute keinen Bock mehr und beenden die Arbeiten des Tages.

Morgen ist ja auch noch ein Tag. Dort wollen wir das Ganze nochmals neu justieren. Also alle ab ins Cockpit und ein Feierabendbierchen öffnen. Beim anschliessenden Plausch über Gott, die Welt und unser Abendessen stellen wir "Schwimmbadgeruch" fest. Dieser wird immer intensiver. Wo kommt das denn her ? Hantiert hier jemand mit Chlor oder Schwefel ???

Bei unserer etwas schaukeligen Überfahrt kam einige male Wasser über. Soweit kein Thema. Leider scheinen die LEWMAR Luken allesamt nicht ganz dicht zu schliessen. Unter jeder Luke finden sich Wasserspuren. Scheint wohl eher für Schönwettersegler geeignet. Für einen Yachtausrüster wie LEWMAR eine echt stolze Leistung, derartigen Bockmist zu verkaufen. Keine Ahnung wie gut die anderen Marken sind. LEWMAR kann ich leider nicht weiterempfehlen.

Marina von Dunkerque 17:53 - ALAAAAARM !

Unsere Rauchmelder gehen runter. Im Pilothouse und auch im Maschinenraum. Das bedeutet dass wir - bevor wir die Feuerlöscher auslösen - erstmal schauen wo es denn genau brennt. Die Bordnetzkkamera zeigt dichten weissen Rauch aber kein Feuer im Maschinenraum. Die Nase sagt Elektrobrand statt Schwimmbadgeruch. Daher werden wir in den Maschinenraum reinschauen. Beim Öffnen der Tür ist die Quelle schnell entdeckt: Der Bilgenschalter der Firma "Quick" ist feuerrot und scheint gerade durchzubrennen. Neben der Tatsache, dass dieser sich bislang bereits durch sehr viel Unzuverlässigkeit in Sachen Auslösung auszeichnete ist das der Höhepunkt ! FINGER WEG VON QUICK PRODUKTEN ! zumindest von Bilgenschalter. Das scheint echter Schund. Wenn dann ein Bilgenschalter auch noch abfackelt, dann ist das Mass der Dinge überschritten. Wären wir nicht an Bord gewesen, hätte das gesamte Schiff abfackeln können. Der 20A Schalter scheint die 3,5A Leistung des Pümpchens wohl nicht verkraften ... spricht echt Bände über die Ernsthaftigkeit mit der man bei QUICK die Sache entwickelt.

Wir werden alle 3 vorhandenen Quick Schalter ohne Zögern entsorgen. Übrigens: Quick scheint eine Marke von Philippi zu sein. Eine gewisse Sicherheit stellt sich ein, dass diese Schalter die einzigen Philippi Produke an Bord der BELUGA sind. Die Elektronik an Bord ist von Mastervolt und lief bislang tadellos. Also: Stromversorgung des Schalters getrennt, hellrote Fläche am Schalter wird dunkel. Bilgenblower angeschaltet und nach 20 Minuten ist alles wieder in Ordnung. Dem Rauchmelder sei Dank, dass wir dies rechtzeitig entdecken und bekämpfen können. Wir beschliessen die nächsten Tage eine VIP und VUP Liste zu erstellen. Die VUP Liste soll alle Marken enthalten, vor deren Kauf wir aus unseren gemachten Erfahrungen dringend warnen möchten weil gefährlich, nicht durchdacht oder in einer anderen Form nicht für den Bordeinsatz geeignet sind. Unsere Top Favoriten bislang: WEBASTO, LEWMAR und seit heute QUICK !

Marina von Dunkerque 18:00 - Regen

Der idealer Zeitpunkt zu duschen und danach das Abendessen zu geniessen. Heute gibts schwäbischen Kartoffelsalat und Steaks bzw. Grillkäse für unsere Vegetarier.

Ein weiterer unterhaltsamer Tag geht zu Ende.

 

Fortsetzung folgt ...

 

 

 

 

Samstag, 21 August 2021 08:40

Am Ende wird alles gut (Part 2)...

Heute konnten alle mal wieder richtig ausschlafen. Landfest in Dünkirchen. Wir frühstücken spät aber dafür reichlich. Kontaktaufnahme mit der Yachtwerft in Glückstadt (YWG). Noch immer in Betriebsferien. Daher ein wenig langsamere Reaktionen. Aber immerhin ! Wir erreichen Mitarbeiter, die uns freundlicherweise aus ihrem Urlaubsdomizil antworten. Da dieses Domizil ebenfalls segelt ... jedoch auf der Ostsee ... scheint dies ein wenig aufwändig.

Also beschliessen wir unserer Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen. Aus der Zeit in Marseille haben wir einige Waren aus dem Carrefour noch in bester Erinnerung. Tiziano sucht sich die leckeren "Chipolatas" (Würstchen) und einen speziellen Multivitaminsaft. Sabine und ich kaufen Waren für Spaghetti mit Gorgonzola-Sosse ein. Ab 18:00 sind wir zurück auf dem Schiff und ab 20:00 sitzen alle am Tisch. Ich freue mich über das Lob für mein sehr leckeres Essen. Ein Glas Rotwein ... und geniessen !

Leider kam bislang noch kein Kontakt mit der YWG zustande. Ich beschliesse daher eine Mail an die Werft mit Beschreibung der Situation zu schicken.
Kurzfassung:

  • Maschine geht nach spätestens ~60 Minuten auf Alarm (Tinitusgefahr)
    Alarm P0094 = laut Handbuch: "möglicherweise ist die Hochdruckleistung undicht"
    keine Verunreinigung im Maschinenraum, klingt daher nicht ganz plausibel. Piept aber wie verrrückt
  • Es geht der Rück-/Vorwärtsgang nur eher zufällig rein. Eine Person steht im Maschinenraum und hämmert auf die Schaltung ein, bis der Gang sich vielleicht gnädig zeigt rein zu gehen.
    Wir hatten sehr viele An- und Ableger mit sehr brenzligen Situationen. Kannst Dir ja sicher vorstellen, wenn beim Anleger der Rückwärtsgang nicht mehr einlegt, oder umgekehrt
  • Allem Anschein nach scheinen alle Luken undicht zu sein. Bei überkommendem Wasser tropft es in Strömen von praktisch allen Luken
    Vielen Dank an dieser Stelle an die Sch...Firma LEWMAR.

... doch der Genuss des guten Essens war leider nur von kurzer Dauer. Rolf bemerkte auf dem Weg zu seinem Lieblingsplatz im Klüver, dass wir während unserer Abwesenheit gerammt wurden. Das hölzerne Schanzkleid fehlt auf ca. 4 mtr. Schrauben stehen vor, Einschlagsspuren sind sichtbar. Das muss im Laufe unseres Einkaufs zwischen 15:00 und 18:00 passiert sein. Am Vormittag hatten wir noch Wäsche aufgehängt, da war alles noch da. Morgen zum Hafenmeister ..

Wenns läuft, dann läufts ...

Fortsetzung folgt ...

Samstag, 21 August 2021 08:05

Am Ende wird alles gut (Part 1)...

Am 18.8. 2021 ging die BELUGA wieder auf Fahrt. Start im holländischen Den Helder. Beim Ablegen ein kleiner Schock, alle Leinen sind los, Wind von vorn mit 18kn und der Vorwärtsgang lässt sich nicht einlegen. Glücklicherweise war der Hafenmeister gerade auf dem Steg und konnte uns einfangen. Klopfen, Schieben, Rütteln am Schaltgestänge half schliesslich den Vorwärtsgang einzulegen. Nächster Stopp: Tankstelle Den Helder. Strecke: 50mtr. "Wird der Rückwärtsgang reingehen oder krachen wir gegen den Steg ?" waren die Gedanken, welche mir als Skipper durch den Kopf gehen. Aber alles ging gut. Dank der 22 Tonnen Gewicht der BELUGA kann man auch bei Wind ganz gut langsam manövrieren ... und der Rückwärtsgang ging diesmal rein. In Summe eine echte Scheiß-Situation !

Wir haben allerdings beschlossen, dass wir beim angesagten Wetterfenster ab der englischen Südküste sehr viel segeln können. Dann würde das Drama erst wieder in La Coruna beginnen. 5 Tage Zeit das Drama zu vermeiden ... wir beschliessen daher Volltanken und Losfahren. Um 16:00 haben wir den Hafen von Den Helder verlassen. Ziel: La Coruna ! Aufgrund der zeitlichen Vorgaben unserer Mitsegler müssen wir spätestens am Mittwoch, dem 25.8. in La Coruna sein um die Folgetermine nicht zu gefährden. Daher beschliessen wir am Freitag, dem 20.8. einen Meilenstein vor Cherbourgh zu setzen. Haben wir diesen Punkt rechtzeitig oder früher erreicht, dann segeln wir weiter, wenn nicht laufen wir Cherbourgh an um die Crew rechtzeitig zu den Verpflichtungen von Bord und nach Hause zu bringen. Es sollte jedoch ganz anders kommen ....

... am 19.8. - kurz vor Dover - piept unsere Maschine wieder auf. Wie bereits vor Tagen in Brunsbüttel. Damals wollten wir eh nach Glückstadt, wo die Yachtwerft - trotz Betriebsferien - einen Yanmar-"Spezialisten" organisierte. Dieser las den Fehlerspeicher aus und konnte eine Meldung erkennen. Danach startete er einen Firmwareupgrade. Ich als Softwerker kenne dieses Vorgehen. Hat aber leider keinen guten Beigeschmack nach dem Motto "Wenn ich schon keine Ahnung habe wo der Fehler liegt, dann mache ich geschäftige Hektik". Die Meldung des Fehlerspeichers liess sich übrigends nicht ermitteln. Der Yanmar-Spezialist konnte auch mit telefonischer Unterstützug die Meldung nicht mehr ausfindig machen. "Im Büro geht das dann" ... ich solle die Meldung per Mail erhalten. (Heute, 21.8., warte ich noch immer auf diese Mail).

... aber zurück zu Dover: Wir hatten auf dem Weg ins Verkehrstrennunggebiet (VTG, oder englisch VTS) auf die südliche "Fahrbahn" genau am besten Zeitpunkt eine deutliches Piepen der Maschine. ALAAAAAARM ! Die Maschine zeigt am Panel "P0094", das Handbuch sagt: "Sie haben möglicherweise ein Leck in der Hochdruckleitung". Oh Nein, diese Sauerei wollte ich eigentlich gar nicht sehen. Dennoch Maschinenraum auf und reinschauen ... alles Blitzesauber ? Ich beschliesse uns erstmal aus dem Weg zu bringen. Wir setzen Segel. Der Wind steht gut, mit Vollzeug und wenig Höhe segeln wir flott dahin. Bei 7 bis 9 Knoten über Grund ist alles im grünen Bereich.

Gegen Spätnachmittag schläft der Wind ein, wir wecken die Maschine wieder auf, nachdem wir zuvor vergeblich nach möglichen Ursachen suchten. Schnurrt wie ein Kätzchen. So haben wir sie lieben gelernt. Nach einigen Stunden Arbeit weckt uns die Maschine wieder mit obiger Meldung. Die Abstände zwischen den Alarmen scheinen immer kürzer zu werden. Nach kurzer Beratung waren wir uns alle einig: So wollen wir nicht bis La Coruna fahren. Also Abbruch an dieser Stelle ! Kurzer Funk mit der UK Verkehrsleitung und wir haben die Freigabe, die zwischenzeitlich 2 VTGs in nicht vorschriftsmässigem Winkel zu kreuzen - unter Segel. Der Wind ist zwischenzeitlich wieder gut. Wir laufen bei prächtiger Geschwindigkeit und halbem Wind mit 7-9kn in Richtung Dünkirchen. Dort machten wir gegen 22:00 fest. Hier bleiben wir erstmal bis der Fehler der Maschine behoben ist. Zwischenzeitlich fehlt ein Crewmitglied beim Anleger, weil dieser im Maschinenraum die Gänge auf Zuruf einlegt.

Fortsetzung folgt ...

Dienstag, 17 August 2021 10:59

Achterbahn für Fortgeschrittene ...

... am 15. August legen wir auf Helgoland um 10:00 morgens bei ca. 16°C ab. An dieser Stelle sei angemerkt: Wir sollten Hochsommer haben ! Der Plan war rechtzeitig bevor die Nordsee mit ihren Möglichkeiten glänzt und eine angesagte 4,5m Welle produziert wollen wir südlich von Ijmuiden das Ganze hinter uns lassen. So gehts in Rauschefahrt (der neue Yanmar muss richtig ran) in Richtung Holland. In der Nacht besucht uns ein Tief nach dem Nächsten. Immer mit 20kn Wind auf die Nase ! Na danke dafür !

Gegen 06:00 biegen wir ins VTG Vlieland ein. Endlich Südkurs ! Mache die Rechnung aber nie ohne den Wirt: Ab 06:30 dreht Aiolos ebenfalls auf. Wind aus West mit 25-30kn. Sein Kumpel Rasmus, der für Wellen zuständige Gott ebefalls auf. Mit 3 bis 4 mtr Welle von der Seite macht Segeln sehr begrenzt viel Spass. Im Laufe des Tages drehen die Jungs dann so richtig auf. Über 35kn Wind und Welle enstprechend. Die Wetteraussichten vermitteln keine Besserung. Daher beschliessen wir den nächten EU Hafen (Die UK's können bleiben wo sie sind :-) anzulaufen. Dies hebt die Stimmung an Bord schlagartig, lässt einige Mägen wieder bessern und schont das Material deutlich. Wir beschliessen den Rest des Sturms im Hafen von Den Helder abzuwettern. Gegen 14:00 liegen wir dann auf Den Helder fest. Alle müde, glücklich und hungrig.

Schiff fertig machen, aufräumen, ab in die Hafenkneipe. Die Gastronomie des königlichen Yachtclubs war übrigens echt lecker. Danach ab ins Bett, weil Kohlehydrate echt müde machen. Was bislang selten war, aber heute notwenig wurde: Ab 20:00 war die gesamte Crew im Bett und träumte von gutem Wetter. Na dann, gute Nacht ....

 

 

 

 

 

 

 

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Samstag, 14 August 2021 12:26

Hausmeister auf Helgoland

Basteln mit R&R ist angesagt !

Die Crew geht shoppen: Nahrung und Getränke, Klamotten und mehr. Alles chico. Rolf unf Ralph packen die Werkzeugkisten aus.
Bei einem Käffchen besprechen wir die Prioliste des Tages:

  1. Bilgepumpe(n) sollen auch laufen, wenn die Tür zu ist tongue-out
  2. Trinkwassersystem reparieren
  3. Überprüfung der Vorschiffstoilette
  4. Watermaker in Betrieb nehmen

Rolfs Aufgabe, die Überprüfung der Pumpen und Schläuche der Nasszelle im Vorschiff konnten mit sehr positivem Ergebnis abgeschlossen werden: Alles dicht und funktioniert. Ralph hatte dann die Aufgaben im Maschinenraum (1, 2, 4) gegen Spätnachmittag abgeschlossen. Dank der andauernd gebückten Haltung mit etwas "Ücken".

Danach gehts in die "Bunte Kuh" auf ein lecker Essen. Gegen 21:00 mussten wir das Lokal verlassen, da es zwischenzeitlich derart kalt wurde, dass wir befürchten mussten auf den Stühlen festzufrieren. Auf dem Heimweg bekamen wir einen Anruf vom Bodensee. Alle halbnackt und lautstark unter Hitze stöhnend. Wie ungerecht die Welt doch sein kann cry

Kurzer Sundowner und ab in die Heiha, bevor die Eiszeit kommt.
Morgen ist unser letzer Tag auf Helgoland, danach gehts ab in den Süden.

Samstag, 14 August 2021 11:33

Wasser ! Alles in die Boote, wir sinken !

... naja so schlimm  wars dann auch nicht, aber erschrocken sind wir dennoch !

Von Mittwoch auf Donnerstag warten wir in der City Marina in Cuxhaven auf unseren Einfahrservice. Netter Platz im Päckchen auf einer schönen Linssen. Alles easy.

Bei einem routinemässigen Besuch im Maschinenraum am Mittwoch stand die gesamte Bilge unter Wasser. Sinken wir jetzt ? Wenn JA, warum ? Das alles sind Gedanken, welche Dir in diesem Moment durch den Kopf gehen. Aber Eins nach dem Anderen.  Zur Analyse der Situation habe ich erstmal eine Geschmacksprobe (Finger ins klare Wasser und abschlecken) gemacht. Süsswasser ! Entwarnung !
Grund: Ein abgeplatzer Schlauch unserer Trinkwasserversorgung.

Bei der Gelegenheit hatte ich dann festgestellt, dass a) der Schwimmerschalter selbst schwimmt und dass b) die Pumpen so verkabelt sind, dass sie nur bei geöffneter Tür auslösen ???? Was für ein Unsinn ! Falsch angeklemmt. Wer war das ? Ralph outet sich als der verantwortliche Elektriker. Naja Shit happens ! Da im Rahmen dieser Inspektion ohnehin die Türe auf war, liessen wir diese offen und mussten das gute Trinkwasser leider in die Elbe pumpen. Die Entscheidung: Sinken oder Trinken oder Schlauch wieder aufsetzen, diesmal jedoch mit 2 Schlauchschellen befestigen. Passt ! Kleiner Fisch ....

Am Morgen darauf nochmals Kontrollblick in den Maschinenraum: Türe auf und Bilgepumpe geht schon wieder los. Was zum Teufel ... Zwischenzeitlich ist unser Einfahrservice dran. Daher müssen die weiteren Aktivitäten warten. Bilge leer, Trinkwasserpumpen aus. Erstmal Ruhe ! Nach Motorservice gehts dann nach Helgoland. Dort kümmern wir uns um die ganze Geschichte in aller Ruhe. Einen Basteltag ! ... aber Türe bleibt offen, wegen der Bilgepumpen :-)

Am Donnerstag um 16:00 geht die Klappbrücke "Cuxhaven Lock" auf. Mit ablaufendem Wasser und einer spiegelglatten Nordsee ging die Überfahrt recht flott. Um 21:00 waren wir im Päckchen fest. Bei einem Glas Wein liessen wir diesen schönen Tag ausklingen. Morgen ist Shopping- und Basteltag !

Mittwoch, 11 August 2021 18:33

... and finally it goes loose :-)

Nachdem wir eine sehr schöne Woche mit Familie in Hamburg und auf Helgoland verbracht hatten kehrten wir planmässig wieder nach Glückstadt zurück. Der Törn verlief für alle sehr schön ... bis Brunsbüttel. Dort behauptete die BELUGA:  Bei uns piept's !

Unser nagelneuer YANMAR geht auf "Safe Mode" und hupte wie bekloppt. Beim Bergen der Segel für einen Wartungsstopp flog dann auch noch die Sicherung der Segelwinch. Daher Kreise segeln bis die Sicherung gewechselt war. Segel bergen und vor Anker dann die Maschine untersuchen. Um ehrlich zu sein, konnten wir keine Fehler finden. Will die Maschine nicht von Glückstadt weg und hat einen eigenen Willen ? Könnte man fast meinen ?!

Auf dem Weg nach Glückstadt wurden wir wegen unserer Fahrmanöver von der WaschPo angehalten. Die Frage war "Wie kommt ihr auf die Idee vor Brunsbüttel im Schleussengebiet zu ankern ?" Wir erklärten was passierte. Die WaschPo konnte das dann doch verstehen und bot uns "Begleitschutz" an, damit dies nicht zur Gewohnheit wird und auch um heil nach Glückstadt zu kommen.

Kaum sicher in Glückstadt angekommen geht kein Vorwärtsgang mehr rein. Hat die BELUGA auch ein Eigenleben ? Nach Anruf bei der Werft waren (trotz Betriebsurlaub) sehr schnell helfende Hände auf der BELUGA. Vielen Dank nochmals für Euren Einsatz, Jungs ! Ralf hatte dann im Kopfstand in der Maschine die Kabellage neu justiert und: Alles geht wieder! Am Dienstag kam dann der Motordoktor von YANMAR. Fast wie beim echten Arzt: Alles untersucht - mehrere "Hmmm" und "ach so" waren zu hören. Dann wurde die Elektronik neu geflasht. Auf die Frage, was das Problem war: "Weiß ich auch nicht so genau, aber mit neuer Firmware sollte es weg sein". Flösst nicht gerade Vertrauen ein, aber es stellte sich heraus, das Problem ist bei Yanmar bekannt.

Nachdem dann alles wieder neu geflasht war (die Maschine, die Mannschaft und die Biervorräte) brachen wir am Mittwoch auf. Nächster Stopp: 50h Einfahrservice der Maschine. Den wollen wir in Cuxhaven machen. Mit YANMAR CUX telefoniert, Termin vereinbart und los gehts. 08:00 am Mittwoch morgen !

So verliessen wir am Dienstag gegen 15:30 Glückstadt mit derm Vorsatz, diesen sehr schönen Ort für lange Zeit nicht mehr wieder zu sehen. Nicht weil es uns dort nicht gefallen hat - ganz im Gegenteil ! Wir starten auf unsere CIRCAMERICA-Tour. Auf dem Weg reservierten wir unseren Liegeplatz in Cuxhaven telefonisch. Doch wir durften erfahren, dass alle Plätze in den Häfen von Holländern belegt sind. Daher ein früher Stopp im Binnenhafen Brunsbüttel ! Die Schleuse ist immer wieder ein Erlebnis. Nicht nur beim Rein- sondern vorallem beim Raus.

Am nächsten Morgen (Mittwoch) dann früh raus. Ziel 08:00 in CUX. Die Schleuse macht uns jedoch einen groben Strich durch die Rechnung. Fast 2h Wartezeit bis zum Schleusen und siehe da: Cuxhaven haben wir dann auch schon um 10:00 erreicht. Die Monteure sind bereits alle fleissig, aber leider auf anderen Schiffen. Daher Einfahrservice am Donnerstag um 08:00. Na dann schaun wir mal ...

An Bord ist die Stimmung noch immer exzellent. Die Schaltung funktioniert noch immer nicht zuverlässig. Durch eine DIY-Reparatur haben wir den Innensteuerstand nun zur sicheren Bank gemacht. Am Aussensteuerstand arbeiten wir noch. Als Besatzung biste hat nich nur Seemann, sondern auch Hausmeister ...

in diesem Sinne bis bald und Ahoi von der BELUGA

 

Mittwoch, 28 Juli 2021 20:26

Das harte Leben auf See ....

... fordert alles von Seeleuten wie uns beiden.

Alles am Platz ! Hurra !!!
Nach tagelangem Ein-, Aus- und Umräumen haben wir nun unseren Hausstand in einem ersten Wurf verstaut. Ergebnis: Wir finden nix mehr :-) aber wir wissen dass wir das Gesuchte an Bord haben. Allerdings werden die Suchaktionen immer weniger. Auch haben wir einige "Schätzchen" beim aufräumen gefunden: Artikel welche wir in den Jahren 2016 und 2017 für wichtig erachteten, kauften und an Bord brachten. Das meiste davon nützlich, aber immer wieder fragen wir uns wofür wir diesen Sch... eingekauft haben.

Stärkung tut Not

Nachdem wir nun 2 Wochen damit beschäftigt waren Dinge zu räumen und wir zwischenzeitlich echt geschafft sind ahben wir beschlossen uns nochmals für diese grandiose Leistung (unsere persönlich Einschätzung) zu belohnen. Freezer auf, argentinisches Filet raus, einen Blumenkohl dazu und los gehts. Wie Du sehen kannst bedeutet das Leiden auf sehr hohem Niveau. Beefer included wink Neben dem "spartanischen" Leben an Bord lassen wir uns das stehts gut gehen. Kulinarisch kann Ralph sich austoben ... und er tut es. Täglich gutes Essen. Ralph bewirbt sich neben seiner Rolle als Skiper auch in der Rolle als Smutje. Der Smut ist einer der wichtigsten Personen an Bord. Stimmt das Essen niht, ist die Stimmung an Bord ganz unten. Andersrum prktizieren wir das an Bord. Lieber gut Essen als gut arbeiten laughing.

 

 

 

Die erste Crew droht mit Ankunft

Unsere Tochter mit Family kommt um mit uns die allerste Tour zu segeln. Wir freuen uns sehr auf die Vier. Ziel soll Helgoland sein. Pünktlich zu deren Ankunft geht das Wetter von 27° auf 19° zurück. Das wär eigentlich nicht wirklich schlimm, aber der Wetterbericht und der Himmel drohen mit einem Tiefdruckgebiet. Was bedeutet das für uns: Um nach Helgoland zu kommen müssen wir ab der Elbemündung NW Kurs halten. Das Tief bringt aber NW Wind. Also genau auf die Nase und das mit 6Bft in Böen 9Bft angesagt. Braucht kein Mensch !
Also beschliessen wir zunächst nach HH zu fahren. Da ist NW sehr gut. SA und SO soll Regen und Sch...Wetter sein. Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für was gut ist. Wir reservieren einen Platz im Citysporthafen HH. Legen uns vor die Elphie und lassen den Herrgott einen netten Mann sein ... wie der Schwabe sagt.

Das Wetter: Perfekt für Miniaturwunderland (5 Gehminuten) und/oder Maritimes Museum (8 Gehminuten) oder Portugiesenviertel ( 3 Gehminuten). Also alles vor Ort. Leider ist das Wasser ziemlich dreckig und ab morgens wenn die Hafenrundfahrten losfahren ein wenig schaukelig. Aber die BELUGA hält mit ihren 20 Tonnen ganz gut dagegen. Dieser Hafen ist immer einen Besuch wert !

 

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