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Samstag, 06 August 2022 13:47

Hier brennt die Luft

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Wir stauen nicht schlecht, als wir nach dem Aufstehen eine Schrankwand oder auch Legebatterie genannt vor unserem Hafen stehen sehen. Der erste Kreuzfahrer den wir in Vigo sehen ! Um ca. 08:00 eingelaufen, macht dieser sich gegen 17:00 wieder auf seine Reise zum nächsten Ziel.

Nach 2 Tagen mit 40°C und drüber brennt (nicht nur) die Luft rund um Vigo. Gestern Abend trafen wir uns auf der VOYAGE wie einige Tage zuvor. Alle Beteiligten hatten diesmal ihre Jäckchen dabei, da ab 22:00 ein „kalter“ Wind weht. Wenn Du tagsüber bei 40°C von Schatten zu Schatten flüchtest, werden 23°C am Abend mit Wind auch schon mal als kalt empfunden. In Dünkirchen hätten wir bei 23°C wahrscheinlich die Bikinis ausgepackt :-)

Gestern allerdings war am zu Beginn eine kleine schwarze Wolke am E-lichen Horizont zu beobachten. Diese kleine Wolke wurde jedoch größer. Schnell wurde uns klar, dass dies eine Brandwolke ist. Nach kurzer Zeit auch geruchstechnisch klar zu identifizieren. Beim vorherrschenden NE-Wind kam diese Wolke auch schnell auf uns zu. Wir hofften den Lichterschein des Feuers nicht zu sehen zu kriegen. Andere Buddies aus den N-liegenden Marinas, Rias und Buchten hatten uns bereits seit einigen Tagen Bilder der Feuer gesendet. Wir halten den spanischen Bewohnern dieser Gegend auf jeden Fall die Daumen.

Die VOYAGE hatte zum „Reste-Essen“ geladen. Hierfür gingen wir im Laufe des Tages nochmals zu einkaufen, damit die Reste auch ausreichen :-)) Die „Hausfrau“ der VOYAGE gab ihr Bestes … und das war sensationell gut. Neben Garnelen, Piementos und Datteln im Speckmantel gab es als Abschluss auch noch Ziegenkäse a la Maison. Ein absolut kulinarisches Highlight an diesem Tag. So klang der Abend bei einem Schluck einheimischem „Licor de Café“ und einem sensationellen Geschmack auf den Rezeptoren sehr angenehm aus. Die Feuerwolke war zwar über uns riechbar angekommen, von Feuern konnten wir glücklicherweise nichts erkennen.

Die VOYAGE will uns bereits am Sonntag Vigo verlassen. Zumindest wird sie uns „wahrscheinlich“ verlassen. Wir alle haben gelernt, dass Angaben über Auslauftermine besser im Konjunktiv formuliert werden, da hier wegen Feuersbrunst und nötigen Löschflugzeugen schnell mal ein Teil des Seeraums gesperrt wird. Wer sich dann den verbleibenden Seeraum nicht mit Schnellfähren, Tankern und Frachtern teilen will, bleibt besser am Platz. Wie bereits vor wenigen tagen taucht hier von Zeit zu Zeit auch mal Seenebel auf. Pottendick und schnell schießt kalte Luft über die Berggipfel und wird über der Wasserfläche dann zu Nebel. Die Sonne hat dann die Aufgabe diesen dann langsam aber sicher wieder weg zu brennen. Das dauert gerne mal den Rest des Tages, sofern nicht frische Kaltluft nach strömt und neuen Nebel bildet. Wir hatten diesen Nebel hier so dicht erlebt, dass im Cockpit am Heck kaum mehr den eigenen Bug, geschweige denn den Stegnachbern erkennen konnten.

So hatte sich der Wind von gestern auf heute gedreht. Gestern noch über 40°C hat es heute noch 25°C … und eben pottendicken Nebel. Zum Glück auf der gegenüberliegenden Seite der Vigo Bay. Ich schicke Euch einige Fotos, bei denen ich versuche die Stimmung ein wenig einzufangen. Ist eindrucksvoll und schön anzusehen.

Die Feuer von gestern Abend sind nicht mehr zu sehen. Möglicherweise wird nur der Rauch durch den Winddreher in eine andere Richtung gelenkt, vielleicht wurde das Feuer gelöscht. Wir hoffen für die hier lebenden Menschen dass eher letzteres der Fall sein möge.

Gelesen 195 mal Letzte Änderung am Samstag, 06 August 2022 14:04
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