Arktis - der ignorierte Hilfeschrei !

Inhaltsverzeichnis[Anzeigen]

Was ich nicht weiß macht mich nicht Eis, oder ... ?

Deutschland ist sehr weit von der Arktis entfernt. Nicht nur aufgrund der Entfernung sondern auch in der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dennoch existieren einige deutsche Stellen, welche die Arktis erforschen. Hierfür betreibt das Alfred Wegner Institut einen Forschungseisbrecher namens Polarstern. Die Ergebnisse der Studien sind äusserst bemerkens- und wissenswert.

Auch betreibt das Alfred Wegner Institut (AWI) ein German Arctic Office. Das Deutsche Arktisbüro am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung fungiert als Informations- und Kooperationsplattform für deutsche Arktis-Akteure aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Es fördert die Sichtbarkeit des deutschen Engagement in der Arktis auf nationaler und internationaler Ebene.

 

So berichtet das deutsche Arktisbüro ...

Die Folgen des Klimawandels sind in der Arktis so deutlich spürbar wie in keiner anderen Region der Welt. Der besonders starke Temperaturanstieg in den hohen Breiten verursacht einen rapiden Rückgang des Meereises. Durch das schwindende Eis werden auch Regionen und Seewege immer zugänglicher, die für lange Zeit Abenteurern, Forschungsexpeditionen und indigenen Völkern vorbehalten waren: Die arktischen Seerouten, die Pazifik und Atlantik nördlich der Kontinente verbinden. Neben kürzeren Distanzen zwischen den Weltmärkten spielt auch der innerarktische Verkehr in Verbindung mit Ressourcenabbau in dieser Region eine immer bedeutendere Rolle.

Wie riesig die tauenden Flächen sind ist der Studie "Schifffahrt in der Arktis" zu entnehmen. 
Zwischen 1979 und 2018 sind etwa 70% des Eisvolumens während des Sommerminimums bereits abgeschmolzen.

Monatsmittelwerte der Meereisausdehnung im Februar in der Arktis der Jahre 1979-2018
© Alfred-Wegener-Institut

Wie links unschwer zu erkennen ist, nimmt die Meereis seit 1979 ständig ab. Sehr beängstigend an dieser Kurve ist die Entwicklung seit 2015. Kein Auf und Ab wie die Jahr zuvor. Der Trend dcer vorherhigen Jahr wird aufganommen in eine dauerhafte Reduzierung der Meereisausdehnung.
Diese Reduzierung ist deutlicher als der Trend (graue Linie). Seit 2015 schmilzt das Meereis jährlich um ca. 75.000 Quadratkilometer. Um diese Zahl in eine Relation zu setzen: Der Freistaat Bayern ist mit mehr als 70.500 Quadratkilometern das flächengrößte der 16 Länder in Deutschland. So zumindest definiert Wikipedia. Das bedeutet dass jährlich die Fläche Bayern abschmilzt und im Winter nicht wieder zufriert. Binnen 15 Jahren ist die Fläche Deutschlands verschwunden also 2030.

Ist das vielleicht der Grund warum unsere deutschen Klimaziele alle frühestens ab 2030 greifen ?

Eine Sache für Profis: Wie der FDP Chef Christian Lindner so treffend sagte:
"Man sollte Umweltschutz den Profis überlassen".

In Anbetracht der grossen Erfolge bei der Bewältigung der Herausforderungen unserer Vergangeheit wird weiterhin nichts passieren.
Weiter so ! YEAH !
Wenn darüber hinaus der selbsternannte "mächtigste Mann der Welt" (der US-Präsident) beschließt dass das Klima sich gefälligst nicht mehr als 2°C erwärmen wird, dann sollte sich der Planet gefälligst daran halten.

Während jährlich die Fläche Bayerns in der Arktis wegtaut diskutiert die Politik in der bekannt effizienten Art über die wirtschaftliche Nutzung der Arktis und die wirtschaftlichen Folgen für Industrie und Gesellschaft. Wenn sich hier nichts ändert, wird diese Wirtschaft bald nicht mehr über Wachstum sondern vielmehr um Überleben diskutieren müssen.

Vielmehr sollten Politik und Wirtschaft erkennen, daß wir hier vom Umsatz der Zukunft reden. Diese Zukunft wird jedoch nicht erst im 23ten Jahrhundert beginnen, wenn alle Kohlemeiler schadlos und ohne Verlust der Wählerstimmen abgebaut wurden.
Unsere klimatische Zukunft hat vor 30 Jahren begonnen ! ohne deutliches Umsteuern ist die Zukunft 2050 unter Eis begraben. In sibirischen Verhältnissen konserviert. Ausgrabungen in vielen tausend Jahren werden hoffentlich die noch immer unter dickem Eispanzer diskutierenden Profis finden und erlösen können !

Genug Sarkasmus ... ?
leider nicht !
Das ist leider erlebte Realität.



... und was geht uns das in Deutschland an ?

Europa, und somit auch Deutschland lebt von dem wärmenden Wasser des Golfstroms.

Europa liegt in einer Westwindzone.
Das bedeutet dass das erlebte Wetter sich von West nach Ost bewegt.
Bevor die Luftmassen Europa treffen müssen diese den Atlantik überqueren.
Dort erwärmt das warme Wasser des Golftstroms diese Luftmasse.

Die erwärmte Luftmasse kommt nach Europa und wärmt Menschen und die Landmassen ebenfalls. 

Du kannst das nicht glauben. So enorm kann warmes Wasser doch nicht wirklich wirken  ...

Vergleiche die klimatischen Bedingungen auf ähnlichen Breitengraden.

Breitengrad Europa Vergleichs-Stadt
34° Marakesch, Marokko (nicht Europa) Los Angeles
37° Gibraltar San Franzisko
40° Porto Portugal New York City
47° Bodensee Ulanbator, Mongolei
52° Hamburg Irkutsk, Sibirien
57° Flensburg Kodjak Island Alaska
 

Diese Tabelle soll darstellen in welchen Breitengraden wir uns denn so ungefähr im globalen Umfeld bewegen ... und Europa ist im "südlichen Alaska" oder "südlichen Sibirien" zu verorten.

In diesen Gebieten können wir uns das Klima vorstellen.
Ich möchte nicht dauerhaft tauschen ...

Danke Golfstrom 

 


Wie oder warum arbeitet der Golfstrom ?

 

Der Golfstrom ist ein Teil des "Global Conveyor Belt", einem weltumspannenden Strömungsgürtel: Warmes Wasser wird durch Winde getrieben von der Karibik nach Norden gedrückt. Auf dem Weg in die Arktis kühlt sich der Golfstrom langsam ab. In der Arktis friert die Oberfläche. Streng genommen friert nur der Süßwasseranteil. Arktisches Eis ist einer der grössten Süßwasserspeicher der Welt. Der Anteil des Salzes im Wasser wird immer größer.

Zunehmender Salzanteil erhöhrt das spezifische Gewicht des restlichen Wassers, das nach einiger Strecke nach unten absinkt. Dieses Absinken ist derart stark, dass die Sogwirkung deutlich dominanter wirkt als die Windverfrachtung in der Karibik. Erwärmt sich nun die Arktis, so hört das abfrieren des Wassers langsam auf. Danach wirds kalt in Europa.

Seriöse Studien prognostizieren eine dauerhafte Vereisung der Nordsee binnen 15 Jahren nach Versiegen des Golfstroms. Natürlich kann man trefflich streiten, ob 15 Jahre eine gutre Zahl ist oder eben nicht. Die eigentliche Frage sollte jedoch sein, was wir tun können um das Ganze aufzuhalten um überleben zu können. Um nichts anderes gehts bei der Sache: Das dauerhafte Überleben der Menschheit in Eurpoa, einem sehr dicht besiedelten Gebiet. Wird Europa hiervon betroffen, werden viele Menschen über Migration in wärmere Gefilde nachdenken.

Unter diesem Aspekt liegen mindest 2 Überlegungen auf der Hand:

  • Sollten wir wirklich mit den Gastgebern von morgen so umgehen, wie wir das aktuell praktizieren ?
    Wie man in den Wald reinschreit, ...

  • Wenn Profis so weitermachen wie bislang, dann finden sie Ihre Wähler in wenigen Legislaturperioden in Nordafrika wieder.
    Herr Seehofer, Sie sollten sich bereits heute um einen Wahlkreis in Nordafrika bewerben ! Christlich und Sozial !

Apokalyptisches Gelaber, passiert doch nie ?
... "Nie" war gestern, der Golfstrom liegt bereits im Sterben - nachweisbar und seit 3 Jahrzehnten !

Ein Glied in der Kette der Beweise ist der Rückgang des arktischen Eises !

 

Warum befasst sich die BELUGA mit dem Thema Arktis ?

Wir wollen im Rahmen unserer CIRCAMERICA Tour auf "dem Heimweg" durch die Nordwest Passage aus dem Pazifik in den Atlantik verholen. Auf dieser Strecke würden wir gerne auch in ein paar Jahren noch Eisberge sehen.
Wenngleich wir wenig Chancen sehen noch lebende Eisbären sehen zu können. Auch würden wir gerne die Bilder und Eindrücke unseren Enkeln weitergeben. In Europa, nicht in Nordafrika !

Die Nordwest Passage (NWP) ist seit 2007 mehr oder weniger regelmässig befahrbar. Seit den Jahren um ca. 2017 (also kaum 10 Jahre später) wird die Durchfahrt durch die grosse Menge Treibeis in den Durchfahrten wieder schwerer.
Dieses Treibeis ist eine Konsequenz der Klimaerwärmung, die immer mehr Eis taut und somit zum Schwimmen bringt. Mehr hierzu findest Du im deutschsprachigen Meereisportal des AWI.

Seit 2017 ist jedoch derart viel Eis in Bewegung, dass es selbst für Eisbrecher der Kanadier unmöglich wird einige Druchfahrten dauerhaft geöffnet zu halten. Ungewöhnlicherweise beginnen die Tauvorgänge bereits Monate früher als bislang, was die Menge driftenden Eises deutlich erhöht. Wir haben die BELUGA unter Berücksichtigung der Fahrtroute gewählt. Rumpfstärke und Ausrüstung sind in Grenzen auch für diese Breiten geeignet. Erhebliche Rumpfstärken aus GFK-Volllaminat können einiges ab, dennoch ist die BELUGA nicht für den Eisbrecher-Einsatz geeignet und wenn selbst die "richtigen" Eisbrecher nicht durchkommen ... sollten auch wir das nicht versuchen ?


 

Gelesen 88 mal

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.